25 Years after - Mein Leben mit der CD; Folge 144: Station 17 - Scheibe





Im Februar 1998 war ich nun mittelweile fast zwei Jahre in Potsdam beschäftigt. Die Situation hatte sich mit unserem Umzug von Lichterfelde nach Spandau etwas kompliziert – insbesondere was die morgendliche Anfahrt anbelangte. Das Einstein-Gymnasium begann mit der ersten Stunde um 7(!) Uhr. Dazu in einer der nächsten Ausgaben mehr.

Das Auto lasse ich, wenn möglich, stehen. Eine sinnvolle Schienenverbindung gibt es kaum, da Spandau an der Bahnstrecke liegt, die Berlin in Richtung Neuruppin und Hamburg nach Norden verlässt, während Potsdam an der Linie liegt, die Berlin im Süden verlässt und dann Richtung Magdeburg und Hannover in den Westen führt. Ich hätte daher erst mit der Bahn in die City-West fahren müssen, um dort in die Potsdamer Bahn umzusteigen, um wieder aus Berlin heraus zu fahren. Wartezeiten inclusive.

Es blieb also der Bus, der den Spandauer Bahnhof mit dem Potsdamer Hauptbahnhof verbindet. Das war damals nur die Linie 638, die fuhr einmal in der Stunde und erreichte das Nauener Tor, wo ich aussteigen musste, jeweils kurz vor der vollen Stunde. Da es von da aus gute 10 Minuten Fußweg zur Schule waren, wäre ich mit dem kurz vor 7 Uhr ankommenden Bus ständig zu spät gekommen. Ich musste also den Bus eine Stunde vorher nehmen. Der fuhr am Spandauer Bahnhof kurz nach 5 Uhr ab. Ich wohne aber nicht direkt am Spandauer Bahnhof, sondern Fußweg und Busfahrt zusammengenommen ca. 25 Minuten entfernt. Ihr könnt Euch ausrechnen, wann ich damals aufstehen musste. Immerhin: Es ging nicht jeden Tag mit der ersten Stunde los.

Dass ich die Scheibe von Station 17 für diese Kolumne auswählen würde, stand eigentlich sofort nach dem ersten Durchsehen der Scheiben fest, die ich im März 1998 bekommen hatte. Obwohl es durchaus auch andere interessante und damals aktuelle Veröffentlichungen gab – z.B. Alben von den Beatsteaks, von Alabama 3 oder Mad Sin.

Aber Station 17 ist eine so spezielle Truppe, dass ich sie mir nicht entgehen lassen wollte. Das gilt heute so wie damals. Denn als ich vor 25 Jahren las, dass die Band am 27. März ein Konzert im Potsdamer Waschhaus geben würde, habe ich mich sofort mit einem Artikel über das Konzert beauftragen lassen.

Märkische Allgemeine, 30. März 1998, Seite 14




Norbert von Fransecky



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