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25 Years after - Mein Leben mit der CD; Folge 101: Zóna A - Nie je to tak zlé

In der letzten Ausgabe hatte ich bereits von unserm Urlaub 1994 erzählt, mich in der Kolumne aber auf unsere Familiengeschichte konzentriert.

Wir waren in Tschechien und der Slowakei mit einem Abstecher nach Polen. Auf dem Rückweg hatten wir einiges im Gepäck – u.a. ein Fahrrad, das mir später irgendwann in Berlin geklaut wurde, einen Kronleuchter, der heute in unserer „Bibliothek“ in Spandau hängt, Oberhemden der Marke „Janek“ für unseren gleichnamigen Sohn und natürlich CDs – neun Stück an der Zahl.

Zwei habe ich auf der Hinfahrt im tschechischen Litomyšl gekauft. Es folgten zwei in unserer eigentlichen Urlaubsregion, der heute slowakischen Zips. Das Album von Money Factor war im letzten Monat Thema. Es folgten vier Alben in Krakau beim Tagesausflug nach Polen, die in diesem Zusammenhang aber uninteressant sind, da es „normale“ westliche Bands waren: AC/DC, die Beatles, Gillan und der von der Zeitung Rock Hard 1992 herausgegebene Sampler Monsters of Death. Die neunte CD habe ich auf dem Rückweg erneut in Litomyšl nebst erwähntem Fahrrad und Kronleuchter gekauft. Da hatten wir bereits den August erreicht, so dass das Punk-Album Nie je to tak zlé von Zóna A Thema dieser Kolumne sein kann.

Für die letzten 100 Folgen dieser Kolumne habe ich immer wieder einmal in alten Unterlagen gekramt, um Bildmaterial zu beschaffen – Konzertkarten, Fotos oder ähnliches. Natürlich wollte ich auch diesen Artikel mit entsprechenden Bildern illustrieren. Bei der Suche in meinen Archiven stellte sich aber heraus, dass ich in diesem Urlaub offenbar meine Dia-Phase hatte und überhaupt keine Papierbilder gemacht habe. Daher habe ich ein wenig bei Wikipedia klauen müssen, um an die Orte zu erinnern.


Für mich hat sich in diesem Urlaub eine (weitere) Grenze aufgelöst. Fünf Jahre nach dem Mauerfall nervte mich die Frage „Kommst Du aus Ost- oder West-Berlin?“ bereits mächtig. Wir waren mittlerweile genug vor allem nördlich und westlich von Berlin (also im "Osten") unterwegs und mit Menschen aus beiden Teilen der Stadt in Kontakt, um diese Einteilung nicht mehr zu akzeptieren. Meine Antwort war daher mittlerweile angesichts unseres damaligen Wohnortes in Lichterfelde: Ich komme aus Süd-Berlin.

Dennoch hatte ich noch ein klares Ost/West-Raster im Kopf – der „schöne“ Westen und der „graue Osten“ – scharf geteilt durch die ehemalige Grenzen. Besuche im nördlichen Polen an der Grenze zu Deutschland hatten dieses Bild eher verstärkt. Die 94er Urlaubsreise hat da – auch langfristig – korrigierend gewirkt. Der Polen-Abstecher mit Besuchen in Zakopane und Krakau zeigten mir ein Polen, das alles andere als grau war.

Das Bergdorf Ždiar

Und geht man durch die Zentren von Levoca oder Litomyšl findet man dieselben Marktplätze mit zentralem Rathaus und umlaufenden Säulengängen, wie in Lübbenau, Görlitz oder Bautzen. Spätestens dann merkt man, dass die brutale Grenzziehung nach dem zweiten Weltkrieg Kulturräume voneinander geschieden hat, die historisch eigentlich eine Einheit bilden.

Wir haben bei unsrer Reise aber nicht nur historische Stadträume erlebt. Nachdem die Familienforschung in den Zipser Städten erledigt war, haben wir uns in die Hohe Tatra begeben und sind eher zufällig in dem Bergdorf Ždiar gelandet, das für uns Ausgangspunkt sowohl für den Tagesausflug nach Polen (Zakopane und Krakau) als auch für Wanderungen in der Magura wurde, einem bewaldeten Zwischenstück der Karpaten.

Ich habe keine Ahnung, wie es 25 Jahre nach meiner Reise dort aussieht. Meine Erinnerungen lassen mich aber durchaus werbende Worte für diese Region in der Slowakei finden.

Norbert von Fransecky


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