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Reviews

Uriah Heep

Wonderworld


Info

Musikrichtung: Hard Rock / Progressive Rock

VÖ: Mai 1974

(Bronze / Island)

Gesamtspielzeit: 37:40

Internet:

http://www.uriah-heep.com

50 Jahre Uriah Heep – Reviews zum Jubiläum; Folge 2: Wonderworld


Im Juni 1970 wurde Uriah Heeps Debütalbum Very ‘eavy, very ‘umble veröffentlicht. Das ist nun 50 Jahre her. Im Juni 2020 haben wir begonnen den Heep Geburtstag zu feiern und die beiden Gründungsmitglieder Mick Box und Ken Hensley interviewt.

Im letzten Monat haben wir mit Sweet Freedom begonnen alle Uriah Heep-Alben zu besprechen, zu denen in der fast zwanzigjährigen Geschichte von musikansich.de noch keine Review erschienen ist. Nun folgt der Nachfolger Wonderworld, das letzte Album, das in der klassischen Besetzung Box-Byron-Hensley-Kerslake-Thain eingespielt wurde.



Bei Wonderworld handelt es sich um das siebte Studio-Album der britischen Hardrock-Institution. Bereits beim Titelstück setzt die berühmte Säge-Orgel von Ken Hensley ein. Allerdings dauert es nicht lange, und der Song wird erstaunlich sanft. Die wunderbare Hippie-Orgel versetzt mich hier noch in völlig andere Sphären. Innere Zerrissenheit und eine aufgeregte Atmosphäre versprüht „Suicidal Man“. Der Text ist sehr beeindruckend. Dem Song muss man definitiv mehrere Anläufe geben. „The Shadows And The Wind“ ist ein Stampfer vor dem Herrn mit einem wunderbar lässigen Basslauf von Gary Thain. David Byron singt hier richtig genial und sorgt für den notwendigen Gänsehautfaktor. Die Chöre zum Schluss sind typisch Uriah Heep. Heutzutage klingt das Ganze vielleicht etwas altbacken. „So Tired“ entstand unter der Mitwirkung aller Bandmitglieder und klingt entgegen der Textzeile „So tired, so uninspired“ keinesfalls uninspiriert. Textlich vermutlich als Hilferuf oder Warnung gedacht, gehört dieses Lied zu einem der besten auf der vorliegenden Scheibe. Zum Schluss wird der geneigte Hörer noch mit einem tollen Orgel-Gitarren-Duell verwöhnt. „The Easy Road“ ist eine Ballade, die sogar noch mit Streichern und Flöten im Hintergrund ausgestattet wurde. Bei „Something Or Nothing“ werde ich sofort an „Easy Livin‘“ erinnert. Den Ohrwurm-Charakter des Uriah Heep–Klassikers erreicht „Something Or Nothing“ natürlich nicht. „I Won’t Mind“ ist ein sehr untypischer Song. Ein grooviges Blues-Stück mit einer Hammer-Blues-Gitarre von Mick Box. Das Wah-Wah-Pedal wird hier weit über Gebühr ausgereizt. Der Basslauf ist auch hier wieder atemberaubend. Die gurgelnde Hammond kündigt bei „We Got We“ Großes an. Ein gewaltiger Funk-Einschlag erwartet den Hörer. „Dreams“ ist ein typisches Heep-Stück zum Abschluss der Scheibe.

Insgesamt ein Uriah Heep-Album, das vergleichsweise arm an Klassikern ist. Ich habe die Band etliche Male live gesehen. Einen Song von Wonderworld habe ich nie im Programm erlebt. Die typischen Trademarks sind selbstverständlich vorhanden. Es braucht jedoch einige Anläufe, um die Songs im Kopf zu behalten. Sie sind sicher nicht schlecht, aber man hat ein bisschen den Eindruck, dass der Band die Inspiration gefehlt hat. Es ist darüber hinaus das letzte Album der klassischen 70er-Jahre-Besetzung mit Gary Thain. Beim Nachfolgealbum Return To Fantasy wurde er durch John Wetton ersetzt. Am 8. Dezember 1975 starb Gary Thain in seinem Haus in Norwood Green, London. Thain war ein Wahnsinns-Bassist. Man braucht sich nur mal die Alben reinziehen, bei denen er beteiligt war.

Es ist ein Album, auf dem fast alle Musiker bei den Stücken mitgeschrieben haben. Ken Hensley konnte infolgedessen nicht so frei agieren, wie er es vielleicht sonst gewohnt war. Das könnte auch eine Erklärung dafür sein, dass die Platte in ihrer Gesamtheit etwas konfus wirkt.

Fazit: Wonderworld ist sicherlich kein Band-Klassiker wie Demons and Wizards, Look at yourself oder Firefly. Hörenswert ist es auf jeden Fall. Es braucht jedoch einige Durchläufe.



Stefan Graßl

Trackliste

1Wonderworld 4:29
2Suicidal Man 3:38
3The Shadows and the Wind 4:28
4So tired 3:39
5The easy Road 2:43
6Something or nothing 2:56
7I won't mind 6:00
8We got we 3:37
9Dreams 6:10

Besetzung

David Byron – lead vocals
Mick Box – guitars, vocals
Ken Hensley – keyboards, vocals,
Gary Thain – bass
Lee Kerslake – drums, vocals

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger