Benny Goodman

Live In Hamburg 1981


Info
Musikrichtung: Jazz/Swing

VÖ: 19.06.2020

(Stockfisch-Records)

Gesamtspielzeit: 92:12

Internet:

https://www.in-akustik.de/de/
http://www.pauleracoustics.de/sf12_start_d.html


Ach, Benny Goodman (1909-1986), der Jazz-Klarinettist, dürfte sicher auch außerhalb des Genres Jazz bekannt sein. In den dreißiger Jahren feierte er mit seiner Big Band große Erfolge und gilt als einer der wichtigsten Musiker des Swing. Dokumentiert ist dieses ganz besonders durch einen Klassiker der Musikgeschichte, und zwar das Konzert in der New Yorker Carnegie Hall vom 16.Januar 1938, und der Song "Sing, Sing, Sing" ist sicher ebenfalls vielen Musikliebhabern bekannt, auch allein durch das wirbelnde Schlagzeug von Gene Krupa.

Seit einiger Zeit gibt es eine Serie von Stockfisch-Records mit der Bezeichnung "Analog Pearls". Live In Hamburg 1981 ist der fünfte Teil dieser Folge. Der Label-Begründer Günter Pauler sucht dafür aus Archiven und bei Lizenzgebern alte analoge Aufnahmen, die besonders gut klingen und auch musikalisch überzeugen. Wenn man den Stand der damaligen Studiotechnik mit der heutigen vergleicht, ist die Qualität mancher Aufnahmen aus dem "analogen Zeitalter" verblüffend. Um als "Analog Pearls" veröffentlicht werden zu können, vollzieht Stockfisch-Records noch ein sorgfältiges Remastering.

Ganz besonders für Günter Pauler dürfte darüber hinaus noch der Umstand sein, dass er damals selbst dieses Konzert vom 9.Dezember 1981 in Hamburg im CCH aufgenommen hatte, wie er schreibt, mit seinem selbstgebauten 7-Kanal-Mischpult und einer NAGRA IV-S, einem professionellen Analog-Recorder.

Goodman nun in Sextett-Besetzung, wartete mit einer hochkarätigen Begleitmannschaft mit Musikern aus Dänemark, Belgien und Schweden. Neben dem auch bereits älteren Violinisten und hier auch Vibrafonisten Svend Asmussen waren es auch jüngere Musiker wie Philip Catherine, Gitarre und Mads Vinding, Bass, die sich einfühlsam mit Goodman die Bühne teilten. Zwar ist er der Leader, doch drängt er sich nie in den Vordergrund und lässt den anderen Solisten reichlich Freiraum, um ihre leidenschaftlichen Soli vorzustellen.

Auffällig ist, dass zwar die Songauswahl das gewisse Standard-Material aus dem Great American Songbook darstellt, doch dieser Jazz sehr modern gespielt wird, eigentlich genau so, wie er in den Achtzigern eben klang. Den typischen Goodman, wie man ihn von anderen Produktionen kennt, wird man hier nicht so sehr wahrnehmen. So mögen die jüngeren Begleitmusiker wesentlich dazu beigetragen haben, dass die Musik über weite Strecken gar nicht wie die des Protagonisten klingt, und gar so wild wie einst ist sie auch nicht mehr.

Was gleich ist, dass ist dieser stets präsente Swing, und das die Musik sehr elegant vorgetragen wird. Ich meine jedoch, dass mehr Anteile des Hard Bop als des alten Swings der Dreißiger und später im Vordergrund stehen. Sehr gelungen ist für mich die Teilnahme von Svend Asmussen, der mit seiner Violine recht europäische Akzente setzt. Zu ihm perfekt passt daher auch der Gitarrist Catherine, der ja auch oft Spuren von Django Reinhardt in seinem Spiel widergibt, hier präsentiert sich das besonders mit "Nuages". Und - klar, der große "Hit", "Sing, Sing, Sing", darf natürlich auch nicht fehlen...

Diese Rarität als Doppelalbum wurde übrigens im Stockfisch-Studio von den originalen Analogbändern in das DSD-Format gewandelt und ist in drei Formaten erhältlich: Doppel-SACD, Doppel-LP und Digital Download.



Wolfgang Giese



Trackliste
Disc One:

1 After You've Gone
2 If I Had You
3 Avalon
4 Careless Love
5 The Days Of Wine And Roses
6 Hush-a-Bye
7 Sweet Georgia Brown
8 I Want To Be Happy
9 Here's That Rainy Day
10 Oh, Lady Be Good

Disc Two:

1 Nuages
2 Airmail Special
3 On The Sunny Side Of The Street
4 Don't Be That Way
5 Body And Soul
6 How High The Moon
7 The World Is Waiting For The Sunrise
8 Sing, Sing, Sing (With A Swing)
9 Goodbye
10 It's Easy To Remember
Besetzung

Benny Goodman (clarinet)
Svend Asmussen (violin, vibraphone)
Philip Catherine (guitar)
Mads Vinding (bass)
Bjarne Rostvold (drums)
Claes Crona (piano)



 << 
Zurück zur Review-Übersicht
 >>