Glass Museum

Reykjavik


Info
Musikrichtung: Electronic / Jazz / Contemporary Jazz

VÖ: 24.04.2020

(Sdban Ultra / Rough Trade)

Gesamtspielzeit: 35:52

Internet:

http://www.facebook.com/glassmuseum
http://www.instagram.com/glass_museum
http://www.sdbanrecords.com


Das belgische Duo Glass Museum fand sich 2016 zusammen und besteht aus dem Schlagzeuger Martin Grégoire und dem Elektroniker und Synthesizerspieler Antoine Filipo. Nachdem sie zwei Jahre geprobt und live gespielt hatten, kam 2018 ihr viel gelobtes Debüt Deux heraus, mit dessen Livepräsentation sie dann auf vielen Jazz-Events gut ankommen.

Dabei ist ihre Musik eigentlich gar kein Jazz. Natürlich spielt in der instrumentalen Musik ein gewisser Jazzansatz eine Rolle, die Pianoklänge lehnen sich sicherlich öfter mal daran an und ebenso wird das Schlagzeug mit Jazzelementen gespielt. Doch vielmehr bieten sie einen eingängigen, oft leicht melancholischen und durchaus filmusikalischen (und mitunter leicht symphonischen) Instrumentalsound, der wunderbar Bilder in den Kopf des Hörers zaubert.

Dieses Ansatz haben sie auf ihrem neuen, Reykjavik betitelten Album weiter ausgebaut und durchaus um die Komponente Berliner Schule / Jean Michelle Jarre erweitert. Ein Stück wie zum Beispiel “Abys“ bietet schwindelerregende Melodiefolgen auf dem Synthesizer, die gut auf jedes Jarre-Album (oder auch von Klaus Schulze und Tangerine Dream) passen würden. In diesem Kontext macht dann der Jazzansatz und vor allem der Einsatz eines echten Schlagzeugs den wichtigen Unterschied und schafft so diesen eigenen Sound des Duos.

Das Album kann man wunderbar vom Anfang bis zum Ende durchhören, es nimmt den Hörer mit auf seine ganz eigene Reise, leitet ihn durch Melancholie, Euphorie und einfach nur Wohlklang, wohin der Hörer auch immer will. An einigen wenigen Stellen klingt es mir ein wenig zu sehr nach Schiller und dann auch gleich ein wenig zu wohlklingend, im Gesamtbild hängen die beiden ebendiesen aber locker ab, da sie mit guten Kompositionen, interessanten Arrangements und eben einem vorzüglichen Schlagzeuger das Blut in sich haben, das der für mich inhaltsleeren Schillermusik fehlt.



Wolfgang Kabsch



Trackliste
1Reykjavik5:38
2 Sirocco3:55
3 Clothing4:47
4 Abyss5:47
5 Nimbus Part I4:57
6 Nimbus Part II3:58
7 Colophane4:13
8 Iota6:32
Besetzung

Antoine Filipo: Synthesizers, Electronic
Martin Grégoire: Schlagzeug


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