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Reviews

Madrugada

The best of Madrugada


Info

Musikrichtung: (Alternative) Rock

VÖ: 21.01.2010

(EMI)

Gesamtspielzeit: 140:32

Internet:

http://www.madrugada.net
http://www.promo-team.de

Madrugada sind (oder eher waren) in ihrer Heimat Norwegen eine der erfolgreichsten Rockbands überhaupt, während man bei uns eher einem kleineren Kreis von Liebhabern bekannt ist. Ab 1999 veröffentlichte man vier Studio- und ein Livealbum, bevor im Jahr 2007 das Schicksal wie ein Blitz einschlug. Mitten in den Vorbereitungen zu einer fünften Platte verstarb unerwartet Gitarrist Robert Burås und ließ Sänger Sivert Høyem und Bassist Frode Jacobsen (der eigentliche Kern der Band) alleine zurück. Ein letztes, selbst betiteltes Album stellten die beiden mit den verbleibenden Einspielungen des Freundes zusammen. Damit schien das Kapitel Madrugada vorerst geschlossen. Da ist es nur konsequent, dass dieser Tage ein finaler Überblick unter dem einfachen Namen The best of Madrugada veröffentlicht wurde. Auf zwei randvollen CDs sind 27 Songs (einer in zwei Versionen) und damit das essentielle Schaffen der Band enthalten.

Soviel zu den Eckdaten. Doch wie klingt nun diese tolle Band? Vorerst eins: Madrugada ist das spanische Wort für Morgengrauen. Selten hat ein Bandname die klangliche Atmosphäre besser umschrieben als hier. Während die Hitze der Nacht noch nachhallt, legt sich ein nebliger und friedlicher Schleier um das Leben und die wärmende Sonne erhellt den Tag. Musikalisch verbindet die Band dabei die Ästhetik von Americana und Roots Rock-Sounds mit dem Charme einer Indieband. Dabei ist das Ganze komplett von einer einnehmenden, nordischen Atmosphäre durchdrungen. Vor allem die leidenschaftliche Stimme von Sivert Høyem sorgt für das gewisse melancholische Etwas, dem man sich nicht entziehen kann. Gitarrist Robert Burås tut mit seinen songdienlichen Texturen das übrige dazu, um einen faszinierenden Sound zu erschaffen.

Aber Klang allein ist noch nichts, wenn er nicht das Vehikel für grandiose Songs wäre. Und auf dieser Doppel-CD gibt es gar reichlich davon, von laut und dreckig („7 seconds“) bis wunderschön melodisch und poppig („This old house“). Passend dazu wurden die beiden Hälften in einen raueren und einen balladesken Teil gesplittet. An sich eine nette Idee, auch wenn dadurch ein wenig von der starken Dynamik der Studioalben verloren geht. Eine solche tragen aber auch in sich geschlossene Stücke wie das vibrierende und grandiose „Strange color blue“, das dunkle „Black mambo“ mit einem Tequila-induzierten Tarantino-Feeling oder der Opener „Vocal“ des wegweisenden Debüts Industrial science in sich. Weitere Anspieltipps sind das aufgekratzte „Higher“, das intensive „Look away Lucifer“, das positive „Electric“, das coole „Step into this room and dance for me“, das wunderbare Duett „Lift me“, die fast magische Liveversion von „Majesty“ oder gleich der einnehmende Überhit „The kids are on hight street“.

Alte Fans blicken natürlich gleich auf den einzigen neuen Song „All this wanting to be free“ - ein Tribut an den verstorbenen Burås. Seit Social Distortions „Don't take me for granted“ gab es wohl keinen so energiereichen und aufbauenden Rocksong für einen alten Bandkollegen wie diesen. Damit findet eine zwar nicht allzu lange, dafür aber umso mitreißendere Karriere ihr Ende. The best of Madrugada ist eine gar feine Liederkollektion und neben der feurigen Liveplatte Live at Tralfamadore die optimale Gelegenheit diese Band kennen zu lernen. Aber Vorsicht: Ist man einmal angefixt, möchte man auch den Rest der Diskografie!



Mario Karl

Trackliste

CD1:
1. The Kids Are On High Street (4:58)
2. 7 Seconds (3:36)
3. Look Away Lucifer (5:11)
4. Belladonna (4:19)
5. Blood Shot Adult Commitment (4:55)
6. Higher (2010 Digital Remaster) (4:46)
7. Beautyproof (2010 Digital Remaster) (3:57)
8. Black Mambo (5:51)
9. Salt (2010 Digital Remaster) (4:47)
10. Stories From The Streets (5:18)
11. I Don't Fit (4:21)
12. Majesty (Live) (4:29)
13. You Better Leave (Live) (4:29)
14. All This Wanting To Be Free (5:25)

CD2:
1. What's On Your Mind? (4:01)
2. Hold On To You (6:14)
3. Strange Colour Blue (2010 Digital Remaster) (5:05)
4. Vocal (2010 Digital Remaster) (6:27)
5. Hands Up - I Love You (5:37)
6. Majesty (4:23)
7. This Old House (5:07)
8. Lift Me (Duet with Ane Brun) (4:05)
9. Honey Bee (5:33)
10. Electric (2010 Digital Remaster) (4:52)
11. Quite Emotional (4:18)
12. Step Into This Room And Dance For Me (5:13)
13. A Deadend Mind (4:52)
14. Sail Away (6:09)

Besetzung

Sivert Høyem (Gesang)
Robert Burås (Gitarre)
Frode Jacobsen (Bass)
Jon Lauvland Pettersen + Simen Vangen (Schlagzeug)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger