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Reviews

Roger Kintopf

Structucture II


Info

Musikrichtung: Modern Jazz / Avantgarde

VÖ: 10.11.2023

(stssts)

Gesamtspielzeit: 54:18

Internet:

https://rogerkintopf.com/
https://stsstsrecords.bandcamp.com/
https://www.martinaweinmar.de/

Wem der Titel dieser aktuellen Platte des Bassisten Roger Kintopf bekannt vorkommt, 2020 war es, das er das Album Structucture vorstellte, und nun legt er nach mit Structucture II. Die Besetzung ist gleichgeblieben, die damaligen Gäste fehlen lediglich.

Schrieb ich zum Vorgänger, dass Kintopf nicht zwingend den Pfad des Leaders beschritt und sich nicht in den Vordergrund spielte, sondern vielmehr als Bestandteil eines Kollektivs vierer Individuen agierte, so trifft dieses abermals vollumfänglich zu. Denn bereits mit dem Auftaktsong "decay", auf Deutsch in etwa Verwesung, Fäulnis, Verfall, wird dieser beschriebene Zustand, sofern das die Absicht sein sollte, gemeinsam erzeugt. Man hat das Gefühl, als würden die vier Musiker etwas suchen wollen. Mithin scheint mir, als habe man den Ausdruck des Vorgängeralbums noch einmal erweitern wollen.

Die verschachtelten Strukturen erzeugen mittels des hohen Umfangs an Improvisation eine Art Kühle, mitunter denke ich erneut an Musik von Jimmy Giuffre, oft wirken ganze Passagen irgendwie emotionslos. Das, was hier mit neun Songs vorgestellt wird, ist äußerst fordernd und nicht immer oder nur in bestimmter Stimmungslage gut zu konsumieren. Denn ansonsten kann diese Musik den/die einen/eine oder andere/n vielleicht sogar an den Nerven zerren, weil sie sich sehr stark auf die vier Musiker konzentriert und abseits üblicher Konventionen auch den Persönlichkeiten der Vier anzuhaften scheint.

Sehr ungewöhnlich und originell benötigt man wohl einen Zugangscode, um sich in diese teils abstrakt klingende Klangwelt einzuschmiegen. Und diese Klangwelt offenbart etwas, was sich abseits bekannter Strukturen abspielt, eigentlich könnte man alle neun Songs als Teil einer Art Suite erleben. Und da gibt es natürlich auch einmal ruhigere Momente, wie mit dem Song "for asger and victor", der eher behutsam dahingleitet, gleichwohl auch recht abstrakt wirkend. Dagegen kommt "deception" eher rumpelnd und stolpernd, und gleichzeitig empfinde ich stärkere Zuwendung zum Song, er erscheint mir offener und zugänglicher, ja, so reisst es mich emotional eher mit.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 decay
2 divided shadows, dark and kind
3 prosper
4 for asger and victor
5 and the dead glow in our hearts
6 deception
7 morrow
8 snow
9 theo

Besetzung

Asger Nissen (alto saxophone & alto clarinet)
Victor Fox (tenor saxophone & bass clarinet)
Roger Kintopf (bass)
Felix Ambach (drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger