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Reviews

Depeche Mode

Music for the Masses (The 12“ Singles)


Info

Musikrichtung: Elektro Pop

VÖ: 31.05.2019 (1987)

(Columbia / Sony)

Gesamtspielzeit: 113:54

Depeche Mode 12“-Box Reviews, Folge 6: Music for the Masses

Mit eindreiviertel Millionen verkauften Einheiten toppt das 1987 erschienen Album Music for the Masses - passend zu seinem Namen – alle zuvor erschienenen Depeche Mode-Alben. Es hat vier Singles abgeworfen. Zu drei von ihnen sind, wie es bei der Band mittlerweile Tradition war, gleich zwei Maxis erschienen, so dass die nun erschienene 12“-Box mit stolzen sieben 180g Vinyls ein echtes Schwergewicht geworden ist.
Die Aufmachung ist wie gehabt. In der nummerierten Box befinden sich ein Download-Code, die Reproduktion eines Plakats zu „Strangelove“ und die Maxis in unbedruckter, gefütterter Innenhülle und je eigenem LP-Cover. (Rezensiert wird dieses Mal die Box Nr. 05180.)

Ein deutlicher Unterschied zu den Vorgänger-Boxen ist das völlige Fehlen von Live-Versionen, was schade ist, denn gerade diese Stücke hatten die Boxen deutlich aufgewertet.

Auf den „Strangelove“-Maxis gibt es gleich vier Versionen des zwar netten, aber unspektakulären Synthie-Pop-Titels, wobei das Stück in dem kurzen „Midi Mix“ praktisch nicht zu erkennen ist. Der „Bind Mix“ ist nervig zermixt. Der „Pain Mix“ nimmt zu Beginn einmal kurz „People are People“-Power auf, zerfassert sich dann aber in der großen Länge. Die anderen Stücke sind unattraktive Instrumentals, in denen wenig passiert. Mit anderen Worten: Mir hätte von dieser Maxi eine „Stangelove“-Version völlig gereicht.

Das Bild ähnelt dem der „Never let me down“-Mixe, wobei der Titelsong eine Spur packender ist, als „Strangelove“. Auch hier hätte ein Version gereicht – und zwar der von dem renommierten Metalproduzenten Chris Tsangarides (u.a. Judas Priest und Helloween) erstellte Mix. Der „Aggro Mix“ verspricht zwar anfangs mit Power und Drive einiges, hält davon dann aber gar nichts. „To have and to hold“ ist redundant, aber mit „Pleasure, little Treasure” gibt es hier noch einen Track, der im „Glitter Mix” auf Augenhöhe mit dem Titelsong agiert.

Und damit kommen wir zu den besseren und ungewöhnlicheren Maxis. Musikalisch am stärksten sind die „Behind the Wheel“-Maxis, aber nicht wegen des Titelsongs, der nicht mehr, aber auch nicht weniger ist, als ein weiterer Depeche Mode-Song. Das Cover des Blues-Klassikers „Route 66“, das nicht auf dem Album Music for the Masses vertreten war, ist dagegen mit Abstand das packendste Stück in dieser Box. insbesondere der von den Beatmasters besorgte Remix sticht heraus. Hier wird es richtig rockig. Die Vocals sind engagiert wie selten und es gibt ein tolles Percussion Solo.

Besonders spannend ist die letzte Maxi. Der Titelsong ist mit seinem Walzer-artigen Ansatz ganz ungewohnt für die Band. Und das trifft auf die b-Seite in besonderer Weise zu. Hier tritt Keyboarder Alan Wilder in besonderer Weise in Erscheinung. Bereits „Stjarna“ ist ein stark nach Piano klingendes Instrumental, bei dem er an den Tasten völlig dominiert. Und dann gibt Wilder ganz alleine ein Klavierkonzert und präsentiert Beethovens „Mondscheinsonate“.



Norbert von Fransecky

Trackliste

Strangelove (13. April 1987)
Strangelove (Maxi Mix) (6:32)
Strangelove (Midi Mix) (1:38)
Fpmip (5:20)

Strangelove (13. April 1987)
Strangelove (Blind Mix) (6:31)
Pimpf (4:32)
Strangelove (Pain Mix) (7:18)
Agent Orange (5:06)

Never let me down again (24. August 1987)
Never let me down again (Split Mix) (9:33)
Pleasure, little Treasure (Glitter Mix) (5:34)
Never let me down again (Aggro Mix) (4:54)

Never let me down again (24. August 1987)
Never let me down again (Tsangarides Mix) (4:21)
Pleasure, little Treasure (Join Mix) (4:53)
To have and to hold (Spanish Taster) (2:34)

Behind the Wheel (28. Dezember 1987)
Behind the Wheel (Remixed by Shep Pettibone) (5:55)
Route 66 (Remixed by the Beatmasters) (6:19)

Behind the Wheel (28. Dezember 1987)
Behind the Wheel (Beatmasters Mix) (7:58)
Route 66 (Casuality Mix) (10:39)

Little 15 (10. Mai 1988)
Little 15 (4:16)
Stjarna (4:25)
Sonata No. 14 in c#m (Moonlight Sonata) (5:36)


PS: Die VÖ-Termine beziehen sich wieder auf die regulären Singles und dürften nicht mit den VÖ-Daten der 12" identisch sein.

Besetzung

Dave Gahan (Voc)
Martin Gore (Synth, Back Voc)
Andrew Fletcher (Synth, Back Voc)
Alan Wilder (Synth, Sampling)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger