····· Im April kommen RPWL mit Stores aus dem Weltall auf Tour ····· "Von Kranichen und Bären": Konzert in Berlin am 15.12. ····· King Crimson laden mit drei Drummern zum 50. Geburtstag in die Spandauer Zitadelle ····· Europa-Tour von Siena Root im Frühjahr ····· Erster Teaser zum kommenden Avantasia-Album ist online ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

John Smith

Hummingbird


Info

Musikrichtung: Folk/Singer/Songwriter

VÖ: 05.10.2018

(Commoner Records)

Gesamtspielzeit: 41:37

Internet:

https://www.johnsmithjohnsmith.com/
https://www.musikblog.de/label/commoner-records/
http://www.thirtytigers.com/
http://oktoberpromotion.com/

Vielleicht mag er hierzulande nicht so sehr bekannt sein, in Großbritannien ist er bereits als einer der besten Singer/Songwriter anerkannt – der in Essex geborene John Smith. Eigenen Angaben zufolge interessierte er sich sehr für Nick Drake, Bert Jansch und John Renbourn, ja, das sind großartige Vorbilder. Mit Renbourn und anderen Folkhelden hatte er gar das Glück zusammenzuspielen, und dieses wird mit Sicherheit einen großen Einfluss hinterlassen haben.

Nach fünf bereits veröffentlichten Alben steht nun Hummingbird an. Mit dem gleichnamigen Titelsong startet die Scheibe sehr vielversprechend. Smith offenbart sich als virtuoser und versierter Fingerpicker, und seine Stimme ist leicht bedeckt und rau und verbreitet eine stark melancholische Stimmung. Drei der Songs der Platte hat er selbst komponiert (#1, 3, 9), einen Song von Anne Patricia Briggs (#7) gibt es, und der Rest ist traditionellen Ursprungs. Dennoch ist die Musik wie aus einem Guss.

Neben der logischerweise recht britischen Atmosphäre fließen auch andere Einflüsse aus den Vereinigten Staaten ein, sehr stark verspüre ich oft die Nähe zu John Gorka. Das ist endlich wieder einmal ein Album, das sich ganz auf Einfachheit beruft, keine imposanten Arrangements, sondern in der Regel nur die Gitarrenbegleitung, die auf “Lowlands Of Holland“ noch durch Streicher und eine Flöte ergänzt wird, dieser Titel hat eine stark keltische Ausrichtung. Diese Stimmung nimmt der Songwriter auf seinem eigenen Titel “Boudica“ auch ein wenig auf und verwandelt den Song in ein Kleinod der Beschaulichkeit, badend in einem Meer von Harmonie, erneut mit Streichern und einem Chorarrangement.

Und so ziehen sich die hervorragend umgesetzten Emotionen durch die Platte, verbinden jeden Song zu einem hervorragenden und beeindruckendem Ganzen, auf dem Bodensehr lyrischer Musik, egal, ob wie bei “Boudica“ ein wenig üppiger arrangiert oder ganz simpel und leise auf “Hares Of The Mountain“. Und so kann ich nicht umhin, John Smith in die Riege großartiger Singer/Songwriter, und das international gesehen, aufzunehmen. So hoffe ich, er wird sich bald einmal in Deutschland im Rahmen einer umfassenden Club-Tournee vorstellen. Zum Schluss lasse ich den Künstler selbst zu Wort kommen, so schrieb er: I made this record for myself, for my heroes and for you. Danke, John, dieses Anliegen ist mit Sicherheit vollumfänglich erfüllt worden!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Hummingbird (5:18)
2 Lowlands Of Holland (3:53)
3 Boudica (3:46)
4 Hares On The Mountain (4:22)
5 Lord Franklin (3:26)
6 Master Kilby (2:41)
7 The Time Has Come (2:52)
8 Willy Moore (4:12)
9 Axe Mountain (5:52)
10 Unquiet Grave (5:12)

Besetzung

John Smith (vocals, guitars)
sonst keine weiteren Besetzungsangaben

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger