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Reviews

Ingar Zach

Le Stanze


Info

Musikrichtung: Music Concrete / Perkussions-Musik / Neue Improvisations-Musik

VÖ: ß7.10.2016

(SOFA)

Gesamtspielzeit: 37:44

Internet:

http://ingarzach.com
http://www.sofamusic.com

Der 1971 geborene Norweger Ingar Zachveröffentlicht mit Le Stanze sein fünftes Soloalbum auf seinem eigenem Label SOFA.

In der Vergangenheit spielte er mit Håkon Kornstad und David Stackenäs im Trio Tri-Dim. Ferner gründete er mit dem Gitarristen Ivar Grydeland und Tonny Kluften das Huntsville Trio, das bis 2013 fünf Alben veröffentlichte. Mit Derek Bailey, Anders Hana spielt er im Trio No Spaghetti Edition und weiterhin gehörte er zu Jon Balkes Magnetic North Orchestra. Mit Karl Seglem, Carl Petter Opsahl, Philipp Wachsmann, Charlotte Hug oder Jaap Blonk nahm er ebenfalls die Gruppe Dans les Arbres auf, betreibt er mit Ivar Grydeland, Xavier Charles und Christian Wallumrød. Damit nicht genug spielte er auch schon mit Kim Myhr und Jim Denley arbei im Ensemble Mural. Zum guten Schluss hat er auch schon mit dem Guru der Experimental Musik, Jim O'Rourke, gespielt.

Sein neues Album wird von dissonanten Klängen, unterbrochen von kurzen Momenten der Stille, eröffnet. Ein wenig erinnern die Klänge zunächst an sich aufbauende Contemporary Music. Das zweite Stück “Ill Battio Del Vichingo“ erstreckt sich über 15 Minuten. Es startet mit eingängiger, treibender Perkussion, umspielt von elektronischen Klängen. Dieser furiose Teil erstreckt sich ca. über die Hälfte des Stückes, danach zerfällt es in klirrende Perkussion, wie von rasselnden Ketten, spartanische weitere Perkussionsklänge und avantgardistische, zusammengesetzte Glockenklänge. Auch hier ist wiederum die Stille ein wichtiges Moment des Stückes.

Mit “Líng dell´Obscurita“ wird es dann noch avantgardistischer. Aus anfänglichen Perkussionssprengseln entwächst eine Art Drone, wohl elektronisch erzeugt, der aber klingt wie ein malträtiertes Cello. Dieser Sound entwickelt durchaus eine dunkle, bedrohliche Atmosphäre, bleibt dann aber doch irgendwie nur Geräusch.

Abgeschlossen wird mit einem weiteren Stück oberhalb von zehn Minuten, mit “E Solitude“. Ein heller elektronischer Droneklang, also eigentlich elektronisches Brummen, nur leicht variiert, eröffnet das Stück. Nach ca. zwei Minuten mischen sich weitere elektronische Geräusche mit hinein, die aftauchen und wieder verschwinden. Die Perkussion setzt erst nach dreieinhalb Minuten ein und beschränkt sich auf einen elektronischen Paukenschlag, der lang nachhallt. Bis zum nächsten, ähnlichen Ton vergeht eine ganze Minute. “E Solitude“ ist elektronisches Geräusch, das irgendwie eine gewisse beruhigende Atmosphäre aufbaut, obwohl die Klänge eigentlich nicht angenehm sind.

Insgesamt ist Le Stanze schwere Avantgarde, die es dem Hörer nicht einfach macht. Die Grenzen zwischen Geräusch und Melodie verschwimmen und am Ende ist alles nur Klang. Durchaus ein Brocken.



Wolfgang Kabsch

Trackliste

1La Bugia Dello3:31
2 Ill Battio Del Vichingo15:19
3 Líng dell´Obscurita7:38
4 E Solitude11:16

Besetzung

Ingar Zach: Perkussion, Elektronik

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger