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Sgt. Pepper´s als Höhe- und Schlusspunkt der psychedelischen Flower Power Ära

Info

Autor: Brian Southall

Titel: Sgt. Pepper`s lonely Hearts Club Band. Das Album, die Beatles und die Welt 1967

Verlag: Edition Olms

ISBN: 978-3-283-01281-6

Preis: € 29,95

192 Seiten

Brian Southall stellt in seinem großartig aufgemachten Band nicht nur eines der ikonischten Alben aller Zeiten vor, sondern ordnet es auch noch ausführlich in die Zeit ein, in der es erschienen ist. Dazu wird das Buch in eine A- und eine B-Seite eingeteilt, die beide jeweils knapp 100 Druckseiten umfassen. Die „A-Seite“ befasst sich dabei mit dem Album selber; die „B-Seite“ mit dem Jahr 1967, in dem das Album erschienen ist.

Auf der „A-Seite“ werden erst einmal die vier Beatles, Manager Brian Epstein und Produzent George Martin in eigenen Kapiteln vorgestellt. Es folgen zwei Kapitel zur ersten und zweiten Seite des Albums, in denen die einzelnen Titel und oft auch die Umstände ihrer Entstehung ausführlich dargestellt werden. Dann wird dem legendären Cover ein eigenes Kapitel gewidmet und abschließend die Rezeptionsgeschichte von Sgt. Peppers ausführlich beleuchtet.

Die „B-Seite“ beschäftigt sich mit der Zeitgeschichte, wobei Brian Southall sich weitgehend von dem Album löst. Die „B-Seite“ könnte daher auch separat veröffentlicht werden, ohne dass ihr irgendetwas fehlen würde. Da sie nicht die Voraussetzungen der Entstehung von Sgt. Pepper erläutert, sondern das, was zeitgleich mit der Veröffentlichung passiert, geht die Positionierung nach der Darstellung des Albums okay.

Kernpunkt der „B-Seite“ sind zwölf Kapitel, in denen schlaglichtartig beleuchtet wird, was in dem Jahr Monat für Monat passiert ist – unter anderem werden die Nr. 1-Alben und -Singles in den jeweiligen Monaten in den USA, Deutschland und dem UK aufgelistet. Es werden aber vor allem politische, kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse kurz dargestellt.

Gerahmt werden die zwölf Kapitel von je einem Kapitel über die Jahre 1966 und 1968 Am Anfang und Ende, sowie dem Kapitel „Alles wird psychedelisch…“ bevor es mit dem Januar los geht.

Eine spannende Zusammenschau!!,…

… die mehr nebenbei deutlich macht, dass Sgt. Pepper nicht nur ein Höhe- sondern auch mit ein Schlusspunkt war. Die Fotos auf der letzten Seite des 1968er Kapitels zeigen den Start einer Apollo-Rakete, die Präsentation des neuen Jumbo-Jets 747 auf dem Boeing-Werksgelände in Seattle und den jubelnden Wahlgewinner Richard Nixon. Das hat nur noch wenig mit den psychedelischen Flower Power-Monaten zu tun und erinnert mich an einen Kommentar den Michael Dorp, Lead-Sänger der deutschen Hardprogger Flying Circus, in einem Interview zu deren Album 1968 gegeben hat.

„1968 war ein sehr gewalttätiges Jahr. Der "Summer of Love" von 1967 war vorbei, und weltweit ging es vielen jungen Menschen und unterschiedlichsten benachteiligten Gruppen darum, ihre individuelle Freiheit endlich zu erweitern - wenn nötig mit Gewalt. Und das gab wiederum natürlich einen gehörigen Backlash auf Seiten derer, die gesellschaftliche Macht in den Händen hielten…- die ganze Welt war in diesem erstaunlichen Jahr in Aufruhr…“

Norbert von Fransecky


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