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25 Years after - Mein Leben mit der CD; Folge 106: Xerxes - Beyond my Imagination

Wenn ich an meinen Erwerb dieser CD zurück denke, ist das ein echter Trip in die Vergangenheit. Kunststück, mögt Ihr entgegnen. Du befasst Dich in dieser Kolumne ja grundsätzlich mit CD-Käufen, die jeweils genau 25 Jahre zurück liegen. Das ist wahr, aber in diesem Fall liegt der Fall anders. Heute kauft man CDs kaum noch auf diese Art und Weise. Möglicherweise hätte ich mir Beyond my Imagination heute gar nicht mehr zugelegt.

Irgendwann muss ich eine Review zu dem Album gelesen haben, die mich schwer beeindruckt hat. Ich weiß nicht mehr wo. Die Eclipsed, zu der Xerxes stilistisch am besten passen, war 1995 noch Zukunftsmusik. Ich glaube, auch das Underground Empire war mir noch nicht in die Hände gefallen. So bleibt am wahrscheinlichsten die Rock Hard, in der sich wohl einer der Prog-affinen Schreiberlinge den Schweizern gewidmet hat. Jedenfalls muss diese Rezension – eventuell sogar ein kleiner Artikel – den Namen lang-, zumindest mittelfristig in meiner Erinnerung verankert haben.

Irgendwann – ich nehme an im Dezember ’94 - habe ich dann eine Anzeige von Hellion gesehen. Es dürften Alben von Mekong Delta und Tourniquet, die im Angebot waren, gewesen sein, die mich zur Bestellung veranlasst haben. Und damit sich das Porto auch richtig lohnt, habe ich aufgestockt. Im Endeffekt wurde es eine Bestellung für über 100 DM, die an Jürgen Hegewalds rührigen Onlineshop abging; dabei auch Xerxes’ Beyond my Imagination, die dann am 6. Januar (Heilige Drei Könige) 1995 bei mir eintraf, ohne dass ich bisher auch nur einen einzigen Ton von Xerxes gehört hatte. Ich weiß noch, dass ich mit dem Album erst etwas gefremdelt hatte, aber wenn man 20 DM investiert, muss sich das lohnen. Und nach einigen Durchläufen wurde ich mehr als warm mit der Scheibe, die reichlich Gänsehautmomente bietet.

Wie hätte das heute ausgesehen? Ich wäre nach dem Artikel oder der Review auf Youtube oder die Bandhomepage gegangen, hätte zwei oder drei der teilweise überlangen Titel angeklickt, hätte gefremdelt, wäre zur nächsten Band gesprungen, die ich auf dem Zettel hatte, und das Thema Xerxes wäre erledigt gewesen. Ich hätte 20 DM gespart – und eine fantastische CD verpasst.

Norbert von Fransecky


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