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Reviews

Xerxes

Beyond my Imagination


Info

Musikrichtung: Prog-Metal / Renaissance-Prog Rock

VÖ: 1993

(General Inquisitor Torquemado’s Releases / SPV)

Gesamtspielzeit: 37:14

Es gibt Bands, den hätte man mehr gewünscht, als sie erreicht haben. Die schweizerischen Xerxes, die mein Kolumnen-Thema in diesem Januar 2020 sind, 25 Jahre nachdem ich Beyond my Imagination erworben habe, gehören definitiv dazu. Laut Encyclopaedia Metalium gibt es von Ihnen noch ein 10-Track Demo, das 1991 vor Beyond my Imagination erschienen ist, eine 4-Track EP von 1997, sowie ein zweites 7-Track Album von 1999, dessen Tracklist sich aber so liest, als habe man es lediglich mit sieben unterschiedlichen Mixen des Titeltracks „The Riddle“ zu tun.

Der Xerxes-Beitrag in der Encyclopaedia Metalium wurde von einem User mit dem Namen Skyklad eingestellt. Das ist insofern passend, als Xerxes zwar letztlich wenig mit den genialen Briten zu tun haben, aber ebenfalls eine Band sind, die mittelalterliche (und spätere) Musiktraditionen und moderne Rockmusik gleich ernst nehmen. Ich nenne das Ganze Renaissance-Prog Rock, weil mir die aufgegriffenen Traditionen doch nicht ganz so alt wie das Mittelalter erscheinen. Mit dem oft sehr süßlichen Renaissance-Pop von Blackmore’s Night, die sich ja ganz explizit auf die Renaissance berufen, haben Xerxes glücklicherweise nichts am Hut.

Historisches Instrumentarium wird konsequent nicht eingesetzt – nicht einmal Geigen, Flöten oder ähnliches. Der historische Teil wird kompositorisch und nicht zuletzt vom Gesang geliefert. A. Moser agiert wie ein Barde. Er singt seine Texte nicht einfach. Er performt sie. Er lebt sie. Im letzten Drittel der CD wird er weiblich unterstützt.

Fast alle Stücke haben zwei Gesichter. Immer wieder gehen die Gitarren hart rockend oder sogar metallisch zu Wege. Aber das geschieht immer im Wechsel mit sehr ruhigen Parts, die uns in höfische Gefilde holen – egal ob das die Trommeln sind, die das Album eröffnen, oder verspielte Momente, die in den Tanzsaal locken.

Nur sehr selten lassen Xerxes Gedanken an Referenzbands zu – und wenn die Akustikgitarren von „Time for Revolution“ dann doch mal an frühe Marillion denken lassen, spricht der Gesang sofort eine ganz andere Sprache.

Der Titelsong ist als solcher legitimiert, weil er die stärksten Gänsehautmomente mit sich bringt. Das eindeutige Highlight – und der Anspieltipp, wenn man denn die Chance zum Reinhören hat. Aber dazu habe ich ja genug in der Kolumne gesagt.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Longing 9:47
2The Thief from Darrenlow 6:03
3Time for Revolution11:56
4Beyond my Imagination 6:18
5To the Poets of this World 3:08

Besetzung

A. Moser (Voc, B)
M. Cueni (Git)
Ch. Moser (Git)
M. Fringeli (Dr)
J. Espasandin (Synth)

Gäste:
Esther Karrer (Ad. Voc <4,5>)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger