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25 Years after - Mein Leben mit der CD; Folge 91: Make a Choice (Diverse)

In Kolumne 87 habe ich davon berichtet, wie mich der Evangelische Kirchentag in München zur Rock Hard gebracht hat. Dadurch wurde die Rock Hard Nummer 73 meine erste Rock Hard Ausgabe. Seitdem habe ich kein Exemplar verpasst und bin nun schon seit Jahren Abonnent. Ganz so weit war ich im Oktober 1993 noch nicht. Aber in diesem Monat habe ich einen anderen Schritt gemacht, der mich ein Stück weiter ins Rock Hard Leben brachte.

CD-Beilagen im Heft sind heute in der Zeit von Youtube, Spotify & Co schon fast wieder von Gestern. Ich freue mich daher, dass meine drei regelmäßig gelesenen Musikzeitungen (Rock Hard, Eclipsed, Riddim) noch immer daran festhalten – und ärgere mich jedes Mal, wenn der Rock Hard ein anderes Gimmick (DVD, Poster, …) statt der CD beiliegt.

Vor 25 Jahren war die CD-Beilage noch ein Ding der Zukunft. Die Rock Hard-CD gab es aber auch damals schon – wenn auch mit anderem Konzept und vor allem einem anderen Vertriebsweg.

Die zwölf Titel, die sich heute auf der Beilage-CD befinden, sind jeweils Auskopplungen aus aktuellen Scheiben verschiedener Labels. 1993 waren die CDs kürzer und das Material stammte jeweils von einem Label, das so seinen aktuellen Roster vorstellen konnte. Die CD lag aber nicht dem Heft bei, sondern konnte kostenlos bei einer ausgesuchten Anzahl von Plattenläden abgeholt werden. Die Liste der Läden war in dem jeweils aktuellen Heft abgedruckt.

Und so stand ich nach entsprechender Ankündigung in der Rock Hard Nummer 78 am 20. Oktober 1993 vor dem heute nicht mehr existenten Plattenladen Apollo-Disc in der Charlottenburger Kantstraße, direkt neben dem Kant-Kino, und hatte Glück. Der gute Mensch hinter der Theke drückte mir den Sampler Make a Choice in die Hand, auf dem Massacre Records sieben Titel verewigt hatten, fast durchgehend von Death- und Thrash-Bands, die sich bis Mitte der 90er bereits wieder aufgelöst hatten. Lediglich Wargasm und die Spudmonsters begannen 2004 bzw. 2011 neue Leben, was im letzteren Fall immerhin zu einem neuen Album geführt hat; in ersterem lediglich zu zwei Live- und einer Wiederveröffentlichung.

Das damalige Verteilsystem hatte einen Haken in Sachen Gerechtigkeit. Das Prinzip, wer zuerst kommt, bekommt die CD, wurde in vielen Fällen nicht umgesetzt. Die CDs verschwanden unter dem Ladentisch. Wer im jeweiligen Laden nicht Stammkunde war, hatte nur eine geringe Chance an die CDs zu kommen.
In meinem Fall hatte das System aber eine Spätfolge. Durch die Verteil-CD auf Apollo-Disc aufmerksam geworden, stattete ich dem Laden, solange er bestand, immer wieder einmal einen Besuch ab.

Irgendwann hatte sich der Besitzer entschlossen, Werbematerial zu Geld zu machen, und einen „raketenförmigen“ Aufsteller, in dem eine Zeit lang CDs von Sony werbewirksam präsentiert wurden, für ein paar D-Mark zur Mitnahme angeboten. Darin lagern bis heute die CDs von 1 (17 Hippies - Wer ist das) bis zur ersten Hälfte von C (Bruce Cockburn - A Dream like mine) in einer Ecke meines Arbeitszimmers.

Norbert von Fransecky


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