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Reviews

Helstar

Glory of chaos


Info

Musikrichtung: Thrash Metal

VÖ: 05.11.2010

(AFM Records/Soulfood)

Gesamtspielzeit: 44:36

Internet:

http://www.helstar.com
http://myspace.com/helstar

Meine Herren, was ist denn in die „Jungs“ von Helstar gefahren?! Hier will wohl jemand beweisen, dass man es im steigenden Alter immer noch mit den Jungen aufnehmen kann. Wenn hier als Genrebezeichnung statt US Power Metal, Thrash Metal steht, ist das keine falsche Betrachtungsweise des Rezensenten, sondern zu 100 % Tatsache. Die US Metal-Legende hat beim Nachfolger ihres Comebacks The king of hell jedenfalls mehr als nur eine Schippe draufgelegt. So hart war die Band um Ausnahmesänger James Rivera jedenfalls noch nie. Songs wie der schnelle Thrasher „Bone crusher“ oder die mitbrüllbare Abrissbirne „Deathtrap“ hauen ganz schön ins Gebälk und föhnen die Frisur erst einmal kräftig nach hinten.

Das Klangbild wird dominiert von heftigen und modernen Stakkatoriffs und arschtretendem Tempo, was erst einmal ganz und gar ungewohnt für Helstar ist. Puren Thrash Metal hat man von „Glory of chaos“ wohl nicht erwartet. Man kann es nicht verübeln, wenn einem Bands wie Forbidden, Heathen oder Nevermore als Lightversion, mit weniger Griffbrettgewichse und mehr Uptempo in den Sinn kommen. Und tatsächlich vermisst man bei den ersten Hördurchgängen ein wenig das verwinkelte Riffing, die passend eingesetzten Melodiebögen und das einfallsreiche Songwriting, das Alben wie Nosferatu oder A distant thunder zu Klassikern gemacht hat.

Beschäftigt man sich nach dem ersten Schock mit dem Album, fällt einem auf, dass es doch alles andere als schlecht ist. Die bedrohlichen Leads des bärenstarken Openers „Angels fall to hell“ nehmen einen gleich bei der Hand. Bei „Pandemonium“ groovt die Band mit Exodus-ähnlichem Gitarrenspiel wie noch nie. Und „Trinity of heresy“ fährt trotz durchgehender Double-Bass in der alt bekannte Speed/Power Metal-Schiene - ruhiger Akustikbreak und eingängiger (brutaler) Refrain inklusive. Gänzlich aus der Reihe schlägt dagegen „Alma Negra“. Helstar die mit Blastbeats und fast keifendem Gesang auf Black Metal machen, ist doch gewöhnungsbedürftig. Ansonsten ist der Gesang von James Rivera aber wieder frei von Tadel. Hohe Screams findet man auf Glory of chaos, dem Sound entsprechend, eher weniger. Die kraftvolle, mittlere Tonlage dominiert eindeutig.

Wenn man kein Problem mit der generellen Ausrichtung hat, handelt es sich hierbei um ein wirklich gutes Album, bei dem sich lediglich mit zunehmender Spielzeit eine leichte Eintönigkeit eingeschlichen hat. Aber hoffen wir trotzdem mal, dass Glory of chaos ein Experiment ein paar alternder Herren ist, die es allen noch einmal zeigen wollen, und dass man beim nächsten Mal wieder zu alten Tugenden zurückkehrt.



Mario Karl

Trackliste

1Angels Fall To Hell5:01
2 Pandemonium4:24
3 Monarch Of Bloodshed5:15
4 Bone Crusher5:04
5 Summer Of Hate5:49
6 Dethtrap3:54
7 Anger3:53
8 Trinity Of Heresy4:39
9 Alma Negra5:41
10 Zero One0:56

Besetzung

James Rivera (Vocals)
Larry Barragan (Guitars)
Robert Trevino (Guitars)
Jerry Abarca (Bass)
Michael Lewis (Drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger