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Reviews

October File

Our souls to you


Info

Musikrichtung: Post Hardcore/Groove Metal

VÖ: 05.04.2009

(Candlelight Records)

Gesamtspielzeit: 61:54

Internet:

http://www.octoberfile.com
http://www.myspace.com/octoberfile

Die Welt ist schlecht! Wir werden von Geld und der Wirtschaft regiert, allerorten herrscht Krieg, unser sonst so schöner Planet geht den Bach hinunter und Religionen und Kirche versuchen immer noch nach den Gedanken der Menschen zu greifen und sie ihrer Doktrin unterzuordnen. Möchte man da nicht einfach schreien, wenn man sich mal umblickt und sich das vor Augen hält? Die Briten October File tun dies und liefern den richtigen Soundtrack für apokalyptische Gedanken. Musik als Reinigung sozusagen.

Bereits der Vorgänger Holy armour from the jaws of god war ein tongewordener Hassbatzen. Der ausgestreckte Mittelfinger Our souls to you setzt das ohne wenn und aber fort. Ein paar einfache Riffs und harte und treibende Rhythmen, gespielt mit der Energie des Hardcore reichen dem Vierer um wie ein Dumdum-Geschoss einzuschlagen. Dazu kotzt Sänger Ben Hollyer seine negativen Gedanken regelrecht heraus. Und das noch angepisster und aufgekratzter als je zuvor. Von der Intensität her reicht er dabei fast an Jaz Coleman der Vorbilder Killing Joke heran. Die Atmosphäre des Frühwerks des tödlichen Witzes findet man auch bei auf Our souls to you wieder. Der Sound ist durchaus verwandt, wenn hier auch wesentlich härter. Vergleiche mit Prong, Ministry oder frühen Mastodon sind auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Aber heute klingen October File ein Stückchen eigenständiger als noch vor drei Jahren. Man ist wohl zusammengewachsen, nachdem der neueste Rundling erstmals in derselben Besetzung wie sein Vorgänger eingespielt wurde.

Die Band tritt kräftig Ärsche. Egal ob mit dem passend betitelten Hardcorebrecher „A public display of anger“, dem harten und treibenden Opener „Crawl“ oder mit dem massiv rockenden „Falter“. Dieses gehört zusammen mit dem röhrenden „Corporate invasion“ und dem punkig mitbrüllbaren „September“ zu den Highlights des Albums. Zwischendurch werden October File mit „Dredge“ und „Love is (a warm AK47)“ auch epischer und dreckiger. Etwas aus dem Rahmen fallen die beiden Teile des Titeltracks. Der erste besteht aus sakralen Chorälen und antikleralen Sprachsamples, der zweite ist ein groovendes Instrumental.

Die Gleichförmigkeit des Vorgängers ist ein Stück gewichen. Our souls to you ist abwechslungsreicher, was glücklicherweise nicht zu Lasten der Bissigkeit geht. Wer kein Problem damit hat, sich eine Stunde lang mit Negativität überschütten zu lassen, bekommt hier ein starkes, modernes Härtneralbum. Wer es sich ins Haus holt, hat sogar die Wahl zwischen zwei verschiednen Abmischungen, die auf zwei CDs beiliegen. John Mitchells Mix klingt modern und technisch perfekt, die Abmischung von Godfleshs Justin Broadrick bringt den harten Kern der Band noch mehr zu Vorschein und klingt wesentlich rauer und direkter, fast schon übersteuert. Entscheidet selbst!



Mario Karl

Trackliste

1Crawl3:21
2 Corporate Evasion4:15
3 Falter4:18
4 Dredge9:49
5 Eau Du War4:25
6 Our Souls To You (Part 1)7:21
7 A Public Display Of Anger2:03
8 Isolation5:27
9 September5:14
10 Love Is (A Warm AK47)8:35
11 Our Souls To You (Part 2)7:06

Besetzung

Ben Hollyer (Vocals)
Matt Lerwill (Guitar)
Steve Beatty (Bass)
John Watt (Drums)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger