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Reviews

Nazareth

Loud ’n’ proud (Remaster)


Info

Musikrichtung: Hard Rock

VÖ: 12.02.2010 (1973)

(Salvo Music/Soulfood)

Gesamtspielzeit: 51:01

Internet:

http://www.nazarethdirect.co.uk

Nachdem Salvo Music im letzten Sommer das liebevoll remasterte und verpackte Durchbruchalbum (Razamanz) der Schotten Nazareth wieder auf den Markt geworfen hat, geht die Remasterserie des Liebhaberlabels jetzt in den nächste Runde. Dieses Mal an der Reihe: Loud ’n’ proud (1973), Rampant (1974) und Hair of the dog (1975). Alle kommen wieder in Vinyl-Replikaoptik mit schickem Booklet, aufgebohrtem Sound und mit zahlreichen Bonustracks versehen in den Handel. Die optimale Gelegenheit jetzt Sammlungslücken mit den Studioalben dieser absolut unterbewerteten Hardrockband zu schließen. Vor allem, da die alten CD-Veröffentlichungen dieser Klassiker nicht besonders druckvoll klangen. Das wurde mittlerweile zum großen Teil behoben.

Für Loud ’n’ proud ließen sich Nazareth, wie damals üblich, nicht gerade viel Zeit. Sie standen aufgrund des sich überraschend eingestellten Erfolgs auch unter Druck etwas Neues herauszubringen, so dass man sich gezwungen sah, die eine oder andere Coverversion mit auf das Album zu packen. In rund zwei Wochen aufgenommen und abgemischt, erschien es ein halbes Jahr nach Razamanz. Auch dieses Mal saß wieder Deep Purple-Bassist Roger Glover hinter dem Mischpult. Musikalisch war Loud ’n’ proud die genaue Fortsetzung seines Vorgängers. Raubeiniger und trockener Hardrock, mit einem leichten bluesigen Einschlag. Vor allem gekennzeichnet durch das Gitarrenspiel von Manny Charlton und der markanten Reibeisenstimme von Dan McCafferty.

Rückblickend ist Loud ’n’ proud vor allem für einen Titel bekannt: „This flight tonight“, das Lied, von dem sogar die eigentliche Urheberin Joni Mitchell später behaupten sollte, es sei ein Nazareth-Song. Dabei hat das vierte Studioalbum des Quartetts noch so viel mehr zu bieten, als diesen einen Hit. Zum Beispiel den rollenden und ziemlich schnellen Opener „Go down fighting“, das nicht weniger druckvolle „Not faking it“ mit einem gnadenlos eingängigen Refrain, das hoppelnde Little Feat-Cover „Teenage nervous breakdown“ oder auch das einfühlsam, balladeske „Child in the sun“, das gerade durch den Gesang den einen oder anderen Gänsehautmoment besitzt. Das ungewöhnlichste Lied ist allerdings eine weitere Neuinterpretation. Und zwar Bob Dylans „The ballad of Hollis Brown“. Aus der eh schon düster angehauchten Folknummer wurde in einer Jamsession ein schwerer und dunkel donnernder Blues und damit die untypischste Nazareth-Nummer überhaupt.

Acht Songs und acht Volltreffer! So lautet die Bilanz am Ende. Die Maschine Nazareth stand noch ordentlich unter Dampf, was dafür sorgte, dass Loud ’n’ proud seinem Vorgänger in nichts nachstand. Man könnte fast behaupten, es sei der verschollene Zwillingsbruder von Razamanaz. Aufgepeppt wird diese Remaster-Version von vier BBC-Studioaufnahmen („Turn on your reciever“, „Too bad too sad“, „Razamanaz“ und „Bad bad boy“). Klanglich in Ordnung, aber nichts Essentielles. Viel besser ist da der runderneuerte und knusprige Sound.



Mario Karl

Trackliste

1Go down fighting3:06
2 Not faking it4:00
3 Turn on your receiver3:19
4 Teenage nervous breakdown3:43
5 Freewheeler5:32
6 This flight tonight3:23
7 Child in the sun4:52
8 The ballad of Hollis Brown9:11
9 Turn on your receiver (BBC Sessions)3:37
10 Too bad too sad (BBC Sessions)2:52
11 Razamanaz (BBC Sessions)3:52
12 Bad bad boy (BBC Sessions)3:34

Besetzung

Dan McCafferty (Gesang)
Pete Agnew (Bass)
Manny Charlton (Gitarre)
Darrell Sweet (Schlagzeug)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger