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Reviews

Guru Guru

Tango Fango


Info

Musikrichtung: Krautrock

VÖ: 26.06.2009 (1976)

(Revisted / SPV)

Gesamtspielzeit: 43:23

Internet:

http://www.guru-guru.com

Mit Tango Fango betreten wir meine absolute Lieblingsphase von Guru Guru. Neben dem „Elektrolurch“ waren es dieses Album und Hey Du!, die mich zum bekennenden Fan gemacht haben.

Zum Einstieg ein paar Zitate von Bandkopf Mani Neumeier zu Tango Fango aus dem Booklet des Re-Release:
„Mein Ziel ist es, dass die Leute endlich mal ihre Schuhe und Unterhosen in die Luft werfen vor lauter Spaß, dass sie völlig enthemmt sind.“
„Früher wollte ich Revolutionär oder was weiß ich sein, aber heute will ich nur noch ein guter Entertainer sein.“
„Unser Stil ist ein ständiger Stilbruch“

Ungewöhnlich in der Bandgeschichte ist das stabile Line Up. Das Kern-Trio des eigentlichen Solo-Albums Mani und seine Freunde war komplett wieder dabei, ergänzt um den Saxophonisten und Gitarristen Roland Schaeffer. Von den vielen Freunden ist als Gast nur noch Ingo Bischof (Kraan) übrig geblieben, der mit seinem E-Piano allerdings recht häufig wichtige Akzente setzt.

„Tomorrow“ ist genau betrachtet eigentlich ein recht normales Rock-Stück mit südeuropäischem oder lateinamerikanischen Flair. Trotzdem atmet es zwischen den Zeilen den typischen Guru Guru-Humor. Der verspielte (mindestens) 20-Punkte-Song lieferte lebensfrohe Gitarrenlicks und - natürlich - immer wieder Manis prägende Percussions.
Wenn der Geiselgangster Tango tanzt, dann mischen sich Sex and Crime and Fun’n’Roll mit Tango, Humor, Akkordeon, rockenden Gitarren und abgefahrenen Saxophon-Soli - umwerfend.
Mit der rosaroten Textzeile „There is a Place where Love forever shines“ bricht Neumeier naiv positiv alle Genre-Gesetze. (Darf man solche Texte außerhalb eines Schlager- oder Flower Power Kontextes überhaupt singen?) Dazu passt der flotte Kraut-Bossanova, der einmal mehr von Manis Getrommel und Ingos perlendem Piano lebt, ebenso wie das diese Stimmung aufnehmende „Un, deux, trois“, das mit einem kleinen Knall endet.
„Nightbear“ ist etwas unscheinbarer und ernster als der Rest der Platte. Viele Soli und überraschende Breaks machen daraus ein tolles und kurzweiliges Stück Musik. Der „Banana Flip“ wirkt wie eine etwas ruhigere Version des „Bossanova“. Zu Piano und Percussion gesellt sich hier neben anderen Solo-Einlagen vor allem ein fast wie eine Klarinette gespieltes weiches Saxophon, das auch bei „L. Torro“ in Erscheinung tritt.
Bei „Salto Mortadella“ blitzt der Schalk schon im Titel aus den Augen, um sich dann mit dem abschließenden Hörspiel „Das lebendige Radio“ voll in den Vordergrund zu drängen. Schon fast mehr Gerhard Polt, als der „Elektrolurch“ steht hier Pate, wenn im Stil einer Volksmusiksendung unter anderem eine Band aus „Tananariffe“ mit 144 Akkordeons („a present from the german democratic republic“) unterbrochen von "Interviews" durch Songs wie „Wir machen Musik“, „Der Kaiserjodler“, „Schnaderhupferl“ und „Bye bye Johnny“ geschickt wird. Genial!!

Zusammenfassend:
Mit Tango Fango ist es Mani Neumeier gelungen seine Lust an packender Musik völlig stilübergreifend mit seinem anarchischen Humor zu verbinden.
Auch wenn Tango Fango ganz anderes ist, steht es damit neben Nina Hagens Debüt, als die vielleicht beste deutsche Scheibe, der dies mit (zumindest teilweise) deutschen Texten gelungen ist.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Tomorrow 4:14
2 Tango Fango 3:48
3 Saba Soave Bossanova 5:00
4 Un, deux, trois 0:44
5 Nightbear 6:29
6 Banana Flip 6:14
7 L. Torro 4:53
8 Salto Mortadella 3:14
9 Das lebendige Radio 8:05

Besetzung

Sepp Jandrisits (Git, Concertina, Jodeln, Back Voc)
Jogi Karpenkiel (B, Back Voc)
Mani Neumeier (Dr, Perc, Maniscope, Voc)
Roland Schaeffer (Sax, Git, Voc)

Gäste:
Ingo Bischof (E-Piano, Back Voc, Perc)
Tommy Goldschmitt (Perc, Back Voc)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger