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Reviews

Powerwolf

Bible of the beast


Info

Musikrichtung: Heavy Metal

VÖ: 24.04.2009

(Metal Blade)

Gesamtspielzeit: 47:36

Internet:

http://www.powerwolf.net
http://www.myspace.com/powerwolfmetal

Beware, evil inside!


Powerwolf waren anfangs lediglich eine Nebenspielwiese der Stonerrocker Red Aim und den Gothic-Metallern Flowing Tears, in denen die Musiker der Band sonst noch tätig sind. Doch recht schnell entwickelte sich daraus eine ganz eigene Marke mit ihrem augenzwinkernden Wolfsimage, das keiner so wirklich ernst nimmt. Am wenigstens wohl die Band selbst. Doch musikalisch waren Powerwolf von Anfang an ernst zu nehmen. Ihre ersten beiden Alben Return in bloodred und besonders Lupus dei, das den Langzeittest unbeschadet überstanden hat, waren ziemlich gute und unterhaltsame Metalscheiben. Auch live wusste die Band immer zu überzeugen und brachte jede Menge gute Laune auf die Bühne.

Mit Bible of the beast folgt nun der dritte Powerwolf-Streich. Ein weiteres Mal suchte sich die Band ein kuscheliges Plätzchen zwischen traditionellem 80er Metal und europäischem Power Metal. Ganz wie auf den beiden Vorgängern. Doch auf diesem Album will die Band ihren Fans wohl etwas mehr von allem geben. Mehr Bombast und Pomp, mehr Chöre und mehr mitsingbare Refrains. Nicht selten wird auf Bible of the beast die symphonische Keule geschwungen. Bereits der lässige Opener „Raise your fist, evangelist“ beginnt mit Carmina Burana-artigen Chorgesängen, was sich durch das ganze Album zieht. Dagegen wirken Accept mit ihren Kosakenchor-Refrains wie kleine Schuljungen.

Manchmal wird das Ganze auch ein wenig zuviel und man wünscht sich etwas bodenständigere Arrangements, wie man sie in Form des straighten und rockigen „Panic at the pentagram“ (der „Saturday Satan“ feiert hier seine Wiederauferstehung) und „Resurrection by erection“ findet. Denn leicht übersieht man, dass sich unter dieser bombastischen Schale zahlreiche coole Songs versteckt haben. Neben den beiden Genannten wären das z.B. das schon fast Dschingis Khan-artige „Werewolves of Armenia“, der flotte Fetzer „Seven deadly saints“ oder „Catholic in the morning ... satanist at night“, die Hymne an alle Hobby- und Kitschsatanisten. Allesamt schmissige und livetaugliche Kracher mit tollem Gesang. Frontmann Attila Dorn hat hier schon eine Extraerwähnung verdient.

Dieser sorgt mit seinen humorigen und nicht so richtig ernst gemeinten Texten aber auch für den einen oder anderen Lacher, was erst das richtige Salz in der Powerwolf-Suppe ist. Denn diese Band legt eine Selbstironie an den Tag, die ach so treumetallischen Acts wie Hammerfall komplett fehlt und dafür sorgt, dass man diese erst recht lächerlich findet. Auf Bible of the beast heult man ein weiteres Mal gerne mit den Wölfen, denn der Band ist ein äußerst unterhaltsames Album gelungen, das man gerne in den CD-Schacht schiebt, auch wenn der Scheibe das letzte Quäntchen aufgrund des fast schon übertriebenen Pomps (an manchen Stellen eine Art Nightwish in männlich) fehlt und der Vorgänger etwas mehr Spaß machte. Aber trotzdem, zitieren wir kurz das atmosphärische Schlusslied des Albums: Forever wolves against the world!


Ein Interview mit der Band zum Album gibt es hier.



Mario Karl

Trackliste

1Prelude to purgatory1:13
2 Raise your fist, evangelist4:00
3 Moscow after dark3:15
4 Panic in the pentagram5:15
5 Catholic in the morning ... satanist at night3:58
6 Seven deadly saints3:36
7 Werewolves of Armenia3:55
8 We take the church by storm3:55
9 Resurrection by erection3:51
10 Midnight messiah4:13
11 St. Satan's day4:31
12 Wolves against the world6:05

Besetzung

Attila Dorn (Vocals)
Matthew Greywolf (Guitars)
Charles Greywolf (Bass)
Stéfane Funèbre (Drums)
Falk Maria Schlegel (Organ & Keyboards)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger