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Reviews

Rigel, H.-J. (Concert Köln)

Sinfonien


Info

Musikrichtung: Klassik

VÖ: 20.02.2009

(Berlin Classics / Edel / CD / DDD / 2008 / Best. Nr. 0016432BC)

Gesamtspielzeit: 69:08

Internet:

Concerto Köln

TRÜFFEL

Immer auf der Suche - das gilt im Falle von Concerto Köln in Bezug auf das richtige Label, seit die guten, alten Teldec-Zeiten vorüber sind. Nach Zwischenstationen bei Capriccio und der Deutschen Grammophon hat man jetzt eine neue Heimat bei Berlin Classics gefunden. Hier nun endlich dürfen sich die Kölner wieder der Art von Suche widmen, die das Ensemble eigentlich berühmt gemacht hat: der Suche nach verborgenen Schätzen der Musikgeschichte, nach spannenden "missing links" und nach vergessenen Meistern des 18. Jahrhunderts.

Und tatsächlich haben die "Trüffelschweine", wie sie sich selbst scherzhaft nennen, erneut erfolgreich zugeschlagen. Wer kannte schon bislang einen Komponisten namens Henri-Joseph Rigel (1741-1799)?
Rigel, gebürtiger Deutscher, lernte sein Handwerk bei Jomelli in Stuttgart und Richter in Mannheim. Sein dort erworbenes Können nahm er mit nach Paris, wo ihm eine glänzende Karriere gelang. Er war dort über Jahrzehnte einer der anerkanntesten Musiker und Lehrer, der sowohl mit Opern und geistlichen Stücken wie auch mit einer Vielzahl von Instrumentalwerken hervortrat.
Die hier eingespielten Sinfonien fallen in die Hochphase dieses Erfolges. Sie entstanden zwischen 1774 und 1786 und lassen ganz klar das Vorbild der Mannheimer Schule erkennen, bilden aber in der konsequenten Nutzung dramatischer, teils gar theatralischer Gestaltungsmittel den Brückenschlag zwischen der Tonsprache Glucks und den groß angelegten Sinfonien eines Mehul, wie sie dann in Frankreich um 1800 aufkamen.
Rigel erweist sich dabei - besonders in den moll-Sinfonien - als ein Liebhaber der Kontraste und Extreme. Er scheut vor dem Einsatz dramatischer Pausen ebensowenig zurück wie vor effektheischenden Tutti-Einsätzen und rasanten Klangkaskaden, pulsierenden Basslinien und schnatternden Bläsereinwürfen. Den Gegenpol zu diesen Merkmalen in den schnellen Ecksätzen bilden blühende, liebliche Lyrismen in den Mittelsätzen, deren Melodik bisweilen an Mozart erinnert.
Die kurzen Themen sind zwar manchmal von einer gewissen Schlichtheit, aber immer einprägsam und von melodischer Erfindungsgabe gekennzeichnet. Rigels Musik erscheint damit nicht nur originell, sondern auch insgesamt so geistreich und humorvoll, dass sie den oft mechanisch anmutenden Werken der bereits früher wiederentdeckten Kollegen (Gossec, Saint-George) deutlich überlegen ist.

Concerto Köln präsentiert diese spannende und zugleich unterhaltsame Ausgrabung mit dem gewohnten Brio. Das Orchester spitzt die Effekte noch einmal zu und sorgt vor allem mit seinem geschärften Streicherklang für die nötige Dramatik. "Sturm und Drang" sind hier kein leeres, literarisches Attribut, sondern unmittelbare Kennzeichen der Interpretation.



Sven Kerkhoff

Trackliste

1-3 Sinfonie Nr. 4 c-moll 15:33
4-6 Sinfonie Nr. 7 D-Dur 14:27
7-9 Sinfonie Nr. 8 g-moll 13:47
10-12 Sinfonie Nr. 14 F-Dur 10:03
13-15 Sinfonie Nr. 10 d-moll 15:18

Besetzung

Concerto Köln

So bewerten wir:

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