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Reviews

Lee Ann Womack

Something worth leaving behind


Info

Musikrichtung: Country / New Country

VÖ: 03.09.2002

(MCA Nashville)

Die aktuelle Scheibe von Lee Ann Womack ist ganz frisch auf dem Markt und mit hohen Erwartungen legt man das neue Werk in den Player ein. Schließlich gehört die junge Sängerin zu den besten Countryinterpretinnen der letzten Jahre, ihre Musik klingt modern, frisch und ist trotzdem eng mit der traditionellen Country Music verbunden, ihre gefühlvolle und unverwechselbare Stimme immer ein Genuss.

Leider gehört auch sie mittlerweile zu den Künstlern, die nach ihren großen Erfolgen in der Country Music auch nach Anerkennung außerhalb dieser Szene streben. So muss man bei ihrem aktuellen Werk ganz klar feststellen, dass sich ihre Songs nun zum Teil mehr in Richtung kommerziellen Nashville-Pop bewegen, so wie es vor ihr z.B. auch Faith Hill oder Leann Rimes praktizierten.

Ihre neue Scheibe ist ein Spagat zwischen traditionell verbundenen New Country Stücken, wie man sie auch auf dem Vorgängeralbum I hope you dance bewundern konnte, und einigen stark in Richtung Pop drängenden Titeln.
Insgesamt 13 Songs befinden sich auf Lee Ann's neuem Album, das dem Country Fan so manchen Leckerbissen serviert, aber auch mit zwei, drei geschmacklich schwerer verdaulichen Happen aufwartet.

Zum einen wunderschöne, äußerst gefühlvolle Balladen im modernen Countrygewand, bei denen die traditionelle Instrumentierung nicht zu kurz kommt, wie bei "Talk to me" und vor allem "Forever Everyday", einem der stärksten Songs des Albums, bei dem die außergewöhnliche Stimme Lee Ann Womacks voll zur Geltung kommt und hier hervorragend mit dem Backgroundgesang harmoniert. Die ruhige Instrumentierung mit Akustikgitarren, Banjo, Mandoline, Fiddle und Pedalsteel und zurückhaltenden Drums sorgt bei diesem verträumten, eingängigen Song für absoluten Hörgenuss. Auch die Bruce Robison-Ballade "Blame it on me", der hier auch im Background zu hören ist, wirkt gesanglich absolut überzeugend.

Zum anderen warten auf den Zuhörer auch wieder zwei exzellente Songs aus der Feder von Julie Miller, die auch ihren gesanglichen Beitrag im Backgroundgesang leistet, zusammen mit Ehemann Buddy Miller. Die beiden sind in der Szene ja für ihren großartigen Alternate-Country Sound berühmt. Da wäre einmal der herausragende Titel "Orphan Train", eine mit mittelalterlichen Klängen durchsetzte, rootsrockige Ballade und gleich der darauffolgende Song "I need you", ein kraftvoll abgehender, trockener Rootsrocker mit fetzigen E-Gitarrenriffs und mit kräftiger gesanglicher Unterstützung von Buddy Miller.
Negativ fällt dagegen auf, dass zwischendurch auch Songs gestreut wurden, die weder Fisch noch Fleisch zu seien scheinen. Auch bei aller Aufgeschlossenheit gegenüber moderner Country Music, bei der die Grenze zu den verschiedenen Stilrichtungen sowieso verschmilzt, was dieser Musik ja auch gut tut, bei Songs wie "When you gonna run to me" und "Surrender" jedoch wird der Crossover Versuch in den Popbereich sehr übertrieben. Für Countryfans wohl kaum eine Bereicherung und ob es mit diesen überladen, mit Soundeffekten aufgemöbelten Country-Popsongs wirklich gelingt, ein größeres Publikum anzusprechen bleibt abzuwarten.

Bei einem Song wie "I saw your light", der textlich, melodisch und auch in der musikalischen und gesanglichen Umsetzung voll überzeugen kann, wäre es besser gewesen, beim Backgroundgesang auf die nervigen Soundeffekte zu verzichten, die den ansonsten sehr guten Song dadurch etwas verschandeln.
Insgesamt kann man aber feststellen, dass Lee Ann Womack hier ein äußerst vielseitiges Album vorgelegt hat, das stilistisch von allem etwas zu bieten hat. Ob moderner Mainstream-Country, fest traditionell verwurzelte Songs, rockiger Alternate Country oder kommerzieller Country-Pop, über mangelnde Abwechslung kann sich wirklich niemand beschweren. Gesanglich zeigt sich Lee Ann Womack hier von ihrer besten Seite und festigt damit ihren Status als eine der herausragendsten Countrysängerinnen.

Wer der Mischung von modernen und traditionellen Klängen aufgeschlossen gegenüber steht und den einen oder anderen Ausrutscher in poppige Gefilde verzeihen kann, wird hier nicht enttäuscht werden.



GeraldH

Trackliste

1. Something worth leaving behind
2. I saw your light
3. When you gonna run to me
4. Talk to me
5. Forever everyday
6. Orphan train
7. I need you
8. You should've lied
9. He'll be back
10. Surrender
11. Blame it on me
12. Closing this memory down
13. Something worth leaving behind

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger