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Reviews

Appice

Sinister


Info

Musikrichtung: Hard Rock, Metal

VÖ: 27.10.2017

(Steamhammer / SPV)

Gesamtspielzeit: 65:10

Internet:

http://www.carmineappice.net/
http://www.vinnyappice.com/

Die beiden Appice-Brüder vorzustellen, wäre wie Eulen nach Athen zu tragen. Beide haben mit Vanilla Fudge bzw. Black Sabbath und Dio Hardrock-Geschichte geschrieben. Bei dem vorliegenden Album haben sie sich mit etlichen bekannten, unbekannteren oder längst vergessenen Größen (z.B. Johnny Rod, ex-W.A.S.P.) der Hardrock-Szene zusammengetan, um ein ebensolches Album einzuzimmern. Dass Vinny und Carmine natürlich auch ihre Schlagzeugkünste zur Schau stellen wollen, dürfte klar sein.

„Sinister“ beginnt mit sehr druckvollem, Bass- und Schlagzeug-lastigem Sound. Der Gesang von Jim Crean klingt sehr gut, der Song an sich ist mir jedoch ein bisschen zu hektisch geraten und mag nicht so recht ins Ohr gehen. „Monsters And Heroes“ ist keinem Geringeren als dem Kult-Sänger Ronnie James Dio gewidmet, mit dem Vinny Appice etliche Jahre bei Dio, Black Sabbath und der „Nachfolgeband“ Heaven And Hell gespielt hat. Textlich wird hier ganz deutlich auf die Highlights von Rainbow, Dio und Black Sabbath Stellung bezogen. Das ist zwar nicht besonders originell, zeigt aber den großen Respekt der beiden Brüder vor RJD. Der Song geht ins Ohr und macht Laune, ein Über-Hit ist er jedoch nicht gerade. Die meisten beteiligten Musiker sind bei Metal-Fans bekannt, einige davon haben sogar schon mit Dio zusammengespielt – zum Beispiel Gitarrist Craig Goldy, der hier neben Bass auch noch Keyboards bei einigen Songs beisteuert.

Bei dem Song „Drum Wars“ lassen Vinny und Carmine ihr Können aufblitzen, was durchaus beeindruckend ist. Allerdings ist dies auch songtechnisch nicht das Gelbe vom Ei und manchmal ein bisschen nervig. Für mich der Song, der mich am ehesten zur Skip-Taste drängt. Der von John Sykes geschriebene Titel „Riot“ geht als Highlight durch. Hier singt die durch Michael Schenker bekannt gewordene Legende Robin McAuley, der auch hier sein Können bestens unter Beweis stellt. „Suddenly“ mit dem überragenden Paul Shortino am Gesang erinnert hin und wieder an Whitesnake – David Coverdale lässt grüßen!

Soundmäßig haben sich die Appice-Brüder bei dem Album etwas ganz Besonderes ausgedacht. Bei etlichen Songs spielen sie gleichzeitig, beide sind jedoch auf die Boxen links bzw. rechts aufgeteilt. Dies ist in den Liner-Notes vermerkt und dürfte vor allem für Schlagzeuger sehr interessant sein. „You Got Me Running“ beweist, dass Carmine Appice nicht nur Schlagzeug spielen, sondern auch singen kann. Das macht er auch ganz passabel, ich bin durchaus positiv überrascht. Mit „Sabbath Bash“ übertreiben die beiden ihr Faible für Ozzy und Co. gewaltig. Hier wurden in einer Art Medley einige der größten Hits der Legende aus Birmingham eingetütet. Meines Erachtens ziemlich überflüssig – außerdem hätte man sich hier vielleicht eher auf die Dio-Jahre beschränken sollen…

Das Album enthält etliche musikalisch und handwerklich sehr gut gemachte Songs, keine Frage. Darunter sind etliche fabelhafte Sänger, tolle Gitarristen bzw. Bassisten und mit Vinny und Carmine Appice zwei der besten Schlagzeuger der Hardrock-Szene. Vinny verehre ich alleine aufgrund der genialen Dinge, die er bei Dio und Black Sabbath abgeliefert hat. Was fehlt, sind Songs, die genauso hochwertig sind. Sicherlich haben sich sämtliche Beteiligten mächtig ins Zeug gelegt und versucht, möglichst gute Lieder zu schreiben. Das hat jedoch leider nur bedingt geklappt.



Stefan Graßl

Trackliste

1Sinister
2 Monsters And Heroes
3 Killing Floor
4 Danger
5 Drum Wars
6 Riot
7 Suddenly
8 In The Night
9 Future Past
10 You Got Me Running
11 Bros in Drums
12 War Cry
13 Sabbath Mash

Besetzung

Carmine Appice (drums & vocals)
Vinny Appice (drums)
Jim Crean (vocals)
Paul Shortino (vocals) (Rough Cutt, Ex-Quiet Riot)
Robin McAuley (vocals) (MSG)
Chas West (vocals) (Ex-Lynch Mob)
Scotty Bruce (vocals)
Craig Goldy (guitar) (Ex-Dio,Ex-Giuffria)
Bumblefoot (guitar) (Ex-Guns N’ Roses)
Joel Hoekstra (guitar) (Whitesnake)
Mike Sweda (guitar) (Bulletboys)
Erik Turner (guitar) (Warrant)
David Michael Phillips (guitar) (King Kobra)
Tony Franklin (bass) (Ex-Blue Murder, Ex-The Firm)
Phil Soussan (bass) (Ex-Ozzy Osbourne)
Johnny Rod (bass) (King Kobra, Ex-WASP)
Jorgen Carlson (bass) (Gov’t Mule)
Erik Norlander (keyboards) (Lana Lane)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger