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Reviews

Judy Dyble & Andy Lewis

Summer Dancing


Info

Musikrichtung: Psychedelic Prog Folk

VÖ: 18.08.2017

(Acid Jazz)

Gesamtspielzeit: 43:55

Internet:

http://www.judydyble.com/
http://www.acidjazz.co.uk/
http://www.pias.com/


Na, da scheint man alte Hippie-Zeiten wieder aufleben lassen zu wollen, denn das, was im “Intro“ zur neuen Platte Summer Dancing zu hören ist, klingt irgendwie nach früher, nach “Summer Of Love“ und so weiter und so fort. Doch dann nimmt der Song dann doch eine leicht andere Richtung. In den Sixties bleibe ich in Gedanken, doch führen mich diese hin zur Richtung British Folk Rock jener Tage, Sitar-ähnliche Klänge, ein Phaser, der den Sound durch den Raum schweben lässt und ein wenige Naivität ausstrahlende Textzeilen mit viel “la la la la la“ belegen das. Nun – Folk muss ja irgendwie auch sein, angesichts dessen, dass Judy Dyble eine der Protagonistinnen der ersten Stunde ist.

“Up The Hill“ weist genau jene Stimmung auf, wie man sie sogar von Led Zeppelin kennt, in ihrem folkigen Song “The Battle Of Evermore“, jedenfalls was die Gitarrenbegleitung betrifft, dazu bimmeln hier allerdings noch Glocken und eine Blockflöte bläst dazu. Und so bleibt es sommerlich leicht und luftig - Summer Dancing halt, und das belegt dann der Titelsong alsbald auch deutlich, ganz verspielt und auf dezente Weise leicht „schräg“ mit dem gewissen Hauch Psychedelic behaftet, man könnte meinen, Herr Donovan Leitch persönlich würde nun auch noch als Gast auftauchen. Bei “London“ scheint dann ein gewisser Syd Barrett die Gitarre gespielt zu haben, wenn er es denn noch gekonnt hätte. Also alles allerfeinste Zutaten, nicht nur Nuancen, sondern auch breitflächig, so darf auch das Mellotron ab und zu nicht fehlen.

Nun, sie wird auch als Prog-Folk-Legende bezeichnet, die gute Judy, und so bedient sie sich dann auch voll aus dem Topf der Vergangenheit, aus Folk, Folk Prog(?) und Psychedelic, um diesen ganz mysteriösen eigenen Sound zu schaffen. Dabei maßgeblich mag dann auch ihre musikalische Selbstfindung in den Bands Judy And The Folkmen, Fairport Convention, Giles, Giles And Fripp und Trader Horne gewesen sein. 2013 tauchte sie nach vielen Jahren erneut auf mit dem Album “Talking With Strangers“. Aber diese Musik ist dann doch anders, hier ist viel mehr von der psychedelischen Art des Musizierens in Verbindung mit dem frühen britischen Folk an der Tagesordung. Maßgeblich daran beteiligt mag möglicherweise auch Andy Lewis gewesen sein, ein Musiker, Songwriter und Produzent mit einem offensichtlichen Hang zu Melancholie.

Diese Platte hätte seinerzeit sicher auch gut auf das Label Dandelion gepasst, ein Label, das auch für leicht schräg angehauchte und sehr ungewöhnliche Musik stand. Auf jeden Fall ist den Beiden mit dieser Veröffentlichung etwas sehr Außergewöhnliches gelungen, ein ganz großer Schritt in die Sechziger und wenn man es nicht besser wüsste, könnte man gar vermuten, die Musik sei tatsächlich in jenen Jahren entstanden, die Authentizität sprüht aus jedem Ton. Die Stimme von Judy Dyble ist etwas tiefer im Ausdruck und es fehlt dieses frühere eher mädchenhafte, aber noch ist ihr ein gewisser Zauber inne.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Intro/He Said She Said
2 Up The Hill
3 Summer Dancing
4 No Words
5 A Message
6 Night Of 1000 Hours
7 London
8 My Electric Chauffeur
9 Treasure
10 The Day They Took The Music Away
11 Such Fragile Things
12 Summers Of Love
13 Tired Bones
14 The Weathermonger

Besetzung

keine Angaben

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger