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Reviews

Ride

Weather Diaries


Info

Musikrichtung: Shoegazing/Rock

VÖ: 16.06.2017

(Wichita Recordings)

Gesamtspielzeit: 52:16

Internet:

https://www.thebandride.com/
http://www.pias.com/
https://www.wichita-recordings.com/

Bei Ride handelt es sich um eine britische Band, die 1988 in Oxford von Mark Gardener, Andy Bell, Steve Queralt und Laurence Colbert gegründet wurde. Zwei Jahre später erschien eine erste Platte, “Nowhere“. Im nachfolgenden Zeitraum zwischen 1992 und 1996 gab es weitere Veröffentlichungen. Stilistisch ist die Band in das Genre Shoegazing eingeordnet worden. Shoegazing war seinerzeit einer der wesentlichen Vorläufer und Einflussfaktoren auf die nachfolgende Welle des Brit Pop, mit starkem Rock-Einfluss. Deren Hauptvertreter wie Oasis oder Blur drängten die „Veteranen“ nach und nach in den Hintergrund, und auch Ride löste sich auf, bis zur Reunion im November 2014. Und nun erschien auch noch diese aktuelle Platte, Weather Diaries, in der Originalbesetzung eingespielt. Und ich halte sie für sehr gelungen, denn dieser Sound fesselt von Beginn an mit seinem vollen Klang und der hohen Quote an Melodik und Harmonie. Diese Musik kann voll in die Magengrube zielen, sofern man sich dieser Art öffnen kann.

Und so startet die Platte mit breitflächigen Harmonien, geheimnisvoll wirkender Gesang, das Ganze wird getragen von der Melodielinie der verhallten Gitarre, ein wenig der australischen The Church schwingt mit, “Charm Assault“ legt noch eine Schippe drauf, die Drums treiben nun mehr und der Druck wird verstärkt, aber noch immer in vollem und satten harmonischen Gewand, und diese Stimmung erreicht für mich mit “Home Is A Feeling“ einen Höhepunkt. Mit diesem langsamen und ruhigen Song kann sich die Atmosphäre über die hier leider recht kurze Zeit punkten.

Aber es gibt ja noch den Titelsong, der mit fast sieben Minuten Dauer eine wunderschöne Stimmung ausbreitet, und erneut assoziiere ich The Church. “Lateral Alice“ – hier wird kräftig gerockt und dieses Stück ist für mich ein wenig fremd wirkend im Gesamtbild, ebenso wie “Integration Tape“, mit seinen dahinfließenden Spielereien, der Song wirkt fast wie ein Vorspiel zum schwebenden “Impermanence“, bevor mit “White Sands“ ein recht ruhiger und besinnlicher Abschied erfolgt.
So liegen die Stärken der Platte aus meiner Sicht überwiegend in der ersten Hälfte, d.h. bis zum sechsten Song. Aber für Freunde des Shoegazing, des Brit Pop und feinen Gitarrensounds und harmonischen Gesangsvorträgen ist dieses Comeback eine gelungene Angelegenheit, für Fans der Band ohnehin.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Lannoy Point
2 Charm Assault
3 All I Want
4 Home Is A Feeling
5 Weather Diaries
6 Rocket Silver Symphony
7 Lateral Alice
8 Cali
9 Integration Tape
10 Impermanence
11 White Sands

Besetzung

Andy Bell (vocals, guitars)
Les Colbert (drums)
Mark Gardener (vocals, guitars)
Steve Queralt (bass)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger