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Reviews

Linie

What we make our demons do


Info

Musikrichtung: Alternative/Stoner Rock

VÖ: 31.07.2015

(Bad Kingdom Records / Soulfood Music)

Gesamtspielzeit: 39:49

Internet:

http://www.facebook.com/LinieBand
http://linie.bandcamp.com

Der Bandname des Hamburger Quintetts Linie lässt erst einmal gar nichts erwarten. Cover sowie Titel haben dagegen einen durchaus düsteren Einschlag, so dass man nicht davon ausgeht, fröhlich tänzelnden Elfen zu begegnen.

So ist es denn auch nicht. Linie haben die noch recht abstrakten Konturen ihrer Debüt-EP Negative Enthusiasm etwas klarer heraus gearbeitet, spielen aber nach wie vor einen recht eigenen Sound, mit dem man irgendwie zwischen den Stühlen sitzt. Das ist beileibe nichts Negatives, sorgt aber dafür, dass man sich hier erst einmal zurecht finden muss.

Es wummerst, zischt und beißt auf What we make our demons do. Meist stampft die Band ziemlich hart durch die Botanik. Mit seinen schweren Riffs macht man altehrwürdigen Stoner-Bands wie Kyuss oder Fu Manchu Ehre. Das ist allerdings nur ein kleines Teilchen des Ganzen. Unter der Oberfläche schwirren elektronische Effekte und Synthesizerteppiche, die dem Ganzen gar einen leichten Industrial-Touch geben. Und da wäre noch der Gesang: Mit der Melancholie eines Robert Smith (The Cure) und dem teils schon fast sprechartigen, leidenschaftlichen Vortrag eines Henry Rollins bietet man alles andere als 08/15-Säuselkost.

Am besten sind Linie immer dann, wenn sie es geradlinig und nach vorne gehend krachen lassen. Das lässig rausgehauene und doch aufgekratzte „Chewing Gum“, das im Stakkato stampfende „Blood on your arms“, das mit einem rabiaten Refrain versehene „No ideal“ oder das ruppige und teilweise fast explodierende „Inability“ sind gute, aber auch heftige Alternative-Rock-Songs, die die Bude ordentlich zum Wackeln bringen. Allerdings wirkt dafür die eine oder andere Stelle etwas unausgegoren. Oder sollte man das in den Schuber „experimentell“ stecken? „Bearing Life“ oder das stimmungstechnisch etwas schwankende „Natural Selection“ sind solche Kandidaten.

Ansonsten ist Linie ein interessantes, im positiven Sinn gegen den Strich gebürstetes Debütalbum gelungen. Kein Sound für jedermann, aber etwas an dem man sich zweifellos festkrallen kann. Man darf auf die Livepräsentation gespannt sein. Denn das Ganze verspricht durchaus intensive Konzerte.



Mario Karl

Trackliste

1Intro0:50
2 Blood on your arms3:59
3 The City4:08
4 Inability5:04
5 Designate4:03
6 Lake of fire2:59
7 Chewing Gum3:39
8 Bearing life3:28
9 No ideal4:24
10 Natural selection5:10
11 Outro2:05

Besetzung

Jörn Wulff (Gesang, Gitarre)
Alex Wille (Gitarre, Background-Gesang)
Alex Bujack (Schlagzeug, Background-Gesang)
Ralph Ulrich (Bass, Background-Gesang)
Alex „Iggi“ Küßner (Keyboard, Elektronik)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger