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Reviews

Bernstein, L. (Tilson Thomas, M.)

West Side Story


Info

Musikrichtung: Klassische Moderne / Musical

VÖ: 06.06.2014

(SFSMedia / Edel / 2 SACD hybrid / 2013 / Best. Nr. SFS 0059)

BERNSTEIN PERFEKT!

Eine mitreissendere und bewegendere Konzert-Version der West Side Story lässt sich schwerlich denken! Sie macht gar Leonard Bernsteins eigener 'definitiver' Fassung (DGG) Konkurrenz! Mit der San Francisco Symphony haben Michael Tilson Thomas und eine in jeder Hinsicht herausragende Solistenbesetzung sich für die Broadway-Urfassung entschieden. Die zeichnet sich durch einen wunderbar klaren und aufregend herben Big-Band-Sound aus. Die Streicher (ohne Bratschen) spielen im Hintergrund, im Vordergrund hört man v. a. Bläser und Schlagzeug. Das verleiht der Musik eine grandiose Energie, Dramatik und Durchschlagskraft; Bernsteins Synthese aus melodischer Ohrwurm-Eingängigkeit, komplexer Rhythmik und geschärfter Harmonik klang selten zeitloser und zugleich moderner - man versteht, warum das Werk schließlich eine Ikone amerikanischer Musik werden musste und wieso darin immer noch eine Verheißung für die gern im glamourösen Seichtsinn treibende Gattung Musical liegt.

Tilson Thomas und sein famoses Orchester kosten die Klangfarben weidlich aus, bringen alle Details der Partitur zum Funkeln, halten die Musik permanent unter Spannung - hier geht es um etwas! In den Tänzen entfesseln sie einen unwiderstehlichen, körperlichen Klangsog, lassen in den lyrischen Momenten aber eine nicht minder ergreifende Emotionalität zu ihrem Recht kommen. Dabei klingen die Hits wie Maria oder Somewhere auf bewegende Weise echt und kraftvoll, nie 'opernhaft' sentimental. Die Auswahl aus singenden Schauspielern und opernerfahrenen Profis - je nach Anforderung der Partien - ist perfekt aufeinander abgestimmt. Alexandra Silber und Cheyenne Jackson bieten ebenso stimmschöne wie charakterlich differenzierte Darstellungen des tragischen Paars Maria und Tony; die üblichen Grenzen der U- oder E-Stimmfach werden von ihnen wie selbstverständlich aufgehoben. One Hand, one heart kann man sich inniger und schöner kaum vorstellen. Bernstein hat eben eine eine musikalische Welt jenseits der üblichen Kategorien geschaffen, die ihre eigenen stilistischen Regeln setzt. Der werden auch die zahlreichen übrigen Solisten und der Chor bestens gerecht, nicht nur in punkto Drama, sondern auch was die pralle Komik angeht. Der 'Ethnowitz' von America und oder die Wortspielereien Gee, Officer Krupke zünden. Dazu kommt eine famose hochauflösende Klangtechnik. Das Ergebnis sind rund 80 Minuten großartige Musik in perfekter Darbietung, die in einem leinengebundenen CD-Buch mit 104seitigem englischem Kommentar und Libretto stilvoll präsentiert wird.



Georg Henkel

Besetzung

Julia Bullock: Girl
Louise Marie Cornillez: Consuelo
Zachary Ford: Diesel
Juliana Hansen: Rosalia
Cheyenne Jackson: Tony
Justin Keyes: Action
David Michael Laffey: Big Deal/Snowboy
Kelly Markgraf: Bernardo
Chris Meissner: Baby John
Louis Pardo: A-rab
Alexandra Silber: Maria
Cassie Simone: Francisca
Michael Taylor: Officer Krupke
Kevin Vorstmann: Riff
Jessica Vosk: Anita

San Francisco Symphony Orchestra Orchester
Members of the San Francisco Symphony Chorus

Michael Tilson Thomas: Leitung

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger