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Reviews

Elf

The gargantuan Elf Album


Info

Musikrichtung: Blues Rock / Rock

VÖ: 1978 (1974/75)

(Purple Records / Safari)

Gesamtspielzeit: 68:49

The gargantuan Elf Album umfasst das zweite und dritte Album von Elf, der Band von Ronnie James Dio vor der Gründung von Rainbow. (Näheres dazu in meiner monatlichen Kolumne!) Dabei wurde der fünfeinhalbminütige „Happy“, Track Nummer 4 von Carolina County Ball, ausgelassen.

Die CD-Version, auf die sich diese Review stützt, ist nicht datiert. Und das ist nicht ihr einziger Mangel. Von dem vierseitigen „Booklet“ ist lediglich die Titelseite bedruckt. Auf der Rückseite befindet sich wenig mehr, als die enthaltenen Titel und eine unvollständige Besetzungsliste. Wo das eine Album beginnt und das andere aufhört, ist ebenso wenig erkennbar, wie der Besetzungsunterschied zwischen den beiden Alben.
Das kostet zwei Punkte Abzug in der B-Note.

Aber hinter dieser Billig-Aufmachung steckt musikalisches Gold.

Blues, Boogie, Dixieland und Rock’n’Roll werden gemixt und mit einer Attitüde serviert, die zwar noch kein Hard Rock ist, aber bereits klar in diese Richtung schielt. Dass die Band bei Purple Records unter Vertrag war und von Roger Glover produziert wurde, ist sicher kein Zufall. „Do the same Thing” klingt fast wie eine Blaupause für den Shortie „If you don’t like Rock’n‘Roll” vom Rainbow Debüt.

Neben der überragenden Stimme von Dio himself ist es vor allem Mickey Lee Soul mit seinem hämmernden Boogie- und Rock’n’Roll Piano, der das Erscheinungsbild von Elf prägt. Neben den Bläserakzenten unterscheidet sich Carolina County Ball auch dadurch von Trying to burn the Sun, dass Steve Edwards immer wieder einmal Anleihen bei den Sweet macht. Die entsprechenden Riffs werden aber nicht glammig ausgeführt, sondern im Kontext von Blues und Rock’n’Roll durchgeführt. Das langsame „Blanche“, das Carolina County Ball beschließt, ist das einzige ruhigere Stück auf diesem Album.

Trying to burn the Sun scheint zum Teil fast ein Schritt zurück zu sein. Boogie, Blues und Rock’n’Roll dominieren hier eher noch klarer, als auf dem Vorgänger. Mit dem ungewöhnlich hymnischen „Wonderworld“ und dem Longtrack „Streetwalker“ mit seinen langsamen Blues Piano-Passagen begibt sich Dio aber bereits in andeutungsweise progressive Regionen, die für ihn bei Rainbow und seinen Soloalben noch eine wichtige Rolle spielen sollen.

Ein Album mit zwei Alben ohne einen Durchfall.



Norbert von Fransecky

Trackliste

Carolina County Ball (1974)
1 Carolina County Ball (4:47)
2 L.A. 59. (4:22)
3 Ain't it all amusing (5:00)
4 Annie New Orleans (3:01)
5 Rocking Chair Rock'n'Roll Blues (5:39)
6 Rainbow (4:00)
7 Do the same Thing (3:11)
8 Blanche (2:28)

Trying to burn the Sun (1975)
9 Black swampy Water (3:41)
10 Prentice Wood (4:33)
11 When she smiles (4:50)
12 Good Time Music (4:28)
13 Liberty Road (3:21)
14 Shotgun Boogie (3:05)
15 Wonderworld (5:02)
16 Streetwalker (7:06)

Besetzung

Ronnie James Dio (Lead Voc, Ad. B <1975>)
Steve Edwards (Git)
Mickey Lee Soule (Keys, Ad. Git)
Craig Gruber (B)
Gary Driscoll (Dr)
Mark Nauseef: (Perc <1975>)

Gäste
Helen Chappelle (Ad. Voc)
Barry St. John (Ad. Voc)
Liza Strike (Ad. Voc)

Ray Swinfield (Klarinette <1974>)
Chris Pyne (Posaune <1974>)
Henry Lowther (Trompete <1974>)

Mountain Fjord Orchestra (Streicher)
The Manor Chorus (Voc <8>)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger