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Reviews

Liquid Visions

From The Cube


Info

Musikrichtung: Psychedelic Rock

VÖ: 16.02.2004

(Fünfundvierzig / Indigo)

Gesamtspielzeit: 54:52

Internet:

www.liquidvisions.de

Pflichtprogramm!

Die Frage ist einfach: Werden es Liquid Visions schaffen, ihr 2002er Knalleralbum Hypnotized zu toppen? Für meinen Geschmack geht die Covergestaltung von Hypnotized leicht in Führung, From The Cube ist etwas zu blass geraten. Die ersten beiden Stücke, "What It Is" und "Out Of This Room" sind der perfekte, süchtig machende Einstieg in eine knapp einstündige Reise. "What It Is" entpuppt sich als Wolf im Schafspelz, anfangs von Gesang und leiser Gitarre getragen explodiert das gute Stück in 1000 bunte Funken und wird zu einem positiven Knaller allererster Güte. Einen besseren Einstieg konnte man nicht finden, er toppt in Sachen Hitcharakter sogar noch "State Of Mind" vom Erstling, und dieser Song war schon eine Granate! "Out Of This Room" ist gleichen Kalibers, erst bei "To Be Real" geht man es etwas ruhiger, verträumter an. Mit wunderschöner Gitarrenarbeit beginnt "Pink Cloud". Beim Hören muss ich immer an das Tee trinkende Kamel(?) in den Wolken bei Dr. Snuggles denken. Wem das etwas sagt, der weiß, was ich meine. Auf der wunderbar flauschigen Wolkenlandschaft springen die Schafe hin und her, man fühlt sich sofort wohl und geborgen. Live muss "Pink Cloud" zum wahren Überstück mutieren, mit den vielen Möglichkeiten, die es zum Rumjammen bietet. Im zweiten Teil des Stückes wird es wilder, das gebetsmühlenartig wiederholte "Do what you like" öffnet einen wahren Strudel, in den man unweigerlich hineingezogen wird. Die letzten Minuten werden wieder eindeutig von einer schwärmerischen, verträumten Atmosphäre dominiert; von einer dreckigen, heftigeren Eruption am Schluss abgesehen.

"Moonspell" ist ein typischer Liquid Visions-Midtemposong, der sämtliche Trademarks vereint: die LV-typischen Gitarren, schöne Melodien, geht in die Füße, ausdrucksstarker Gesang und ein gutes Feeling. Abgesehen davon, dass "Ebola Monster" den beschissensten Liedtitel der ganzen Platte hat, gibt es nichts auszusetzen: der Anfang wäre bei Monster Magnet beziehungsweise alten Black Sabbath definitiv nicht fehl am Platz; mit heftigem Doom-Einschlag wird losgewalzt, dann sind Gitarre und Gesang beinahe wieder alleine auf weiter Flur. Das härteste Stück der Scheibe stapft immer weiter in Richtung Bewusstsein, fällt in einen schnelleren Schritt und pflügt einem die Hirnrinde. Unvermittelt befindet man sich in einem barjazzigen Part, bis alles in einer wahren Supernova aufgeht und man mitten in einem zerbrochenen musikalischen Kaleidoskop steht. Ich würde jetzt ja gerne noch etwas über den Bonus Track schreiben, aber wie er ist soll jeder für sich selbst herausfinden, etwas Spannung muss ja auch noch da sein, oder?

Um die Frage vom Anfang zu beantworten: Dank des guten Einstiegs gelingt es den Liquid Visions Hypnotized knapp zu schlagen; sie legen aber damit die Erwartungen für das nächste Album sehr hoch. Definitiv eines der Highlights 2004!



Sascha Christ

Trackliste

1What It Is4:35
2Out Of This Room7:04
3To Be Real5:13
4Pink Cloud14:10
5Moonspell5:49
6Ebola Monster9:05
7(bonus track)8:56

Besetzung

HP Ringholz: vocal, guitar, electric sitar
Kiryk Drewinsky: vocal, guitar, tablas
Chris Schwartzkinsky: drums, percussion
Katja Wolff: theremin, organ
Dave Schmidt: bass

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger