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Reviews

Paatos

Breathing


Info

Musikrichtung: New Art-/Post-/Prog-Rock

VÖ: 18.03.2011

(Glassville / Alive)

Gesamtspielzeit: 50:08

Internet:

http://www.paatos.com
http://www.myspace.com/paatos

Es wurde ganz schön ruhig um die schwedische Band Paatos. Immerhin fünf Jahre sind seit ihrem letzten Album vergangen. In dieser Zeit hat sich auch ein bisschen etwas verändert. Man hat mit Glassville einen neuen Geschäftspartner gefunden und Keyboarder Johan Wallén und Bassist Stefan Dimle gehören nicht mehr zur Band. Stattdessen greift nun Ulf Rockis Ivarsson in die vier Saiten. Der Tastendrückerjob bleibt unbesetzt. Dementsprechend spielen Keyboardklänge nicht die größte Rolle auf Breathing und man setzt mehr auf ausladende Gitarrentexturen.

Der Albumtitel zeigt nicht nur deutlich auf, dass man immer noch unter den Lebenden weilt, sondern passt genauso zur Musik wie der des Vorgängers Silence of another kind. Denn das neueste Werk klingt aufgeweckter und beschwingter als zuletzt. Zumindest hatte ich Paatos etwas schwelgerischer in Erinnerung, als man sie hier zu hören bekommt. Dabei blieb die musikalische Grundausrichtung (glücklicherweise) dieselbe. Noch immer hat man sich fast schwebendem postrockartiger Musik verschrieben, die gerne auch in Richtung Prog oder auch ganz leicht ins Triphoplager schielt (sofern es ein solches überhaupt noch gibt). „New Artrock“ nennt man das heute auch gerne mal. Ganz egal welche Schublade man auch öffnet, folgendes steht fest: Die Musik von Paatos ist ein wahrer, meist ziemlich melancholischer Ohrenschmeichler.

Dabei nimmt die Band einen unmittelbar mit dem noch recht treibenden und schönen „Gone“ gefangen. Hilfe - zwecklos! Die Band setzt ihre Instrumentierung sehr wohldosiert ein. Da dürfen es dann auch mal warme Mellotrontöne oder gar jazzige Drumrolls sein. Dabei ist man spielerisch einer Band wie King Crimson vielleicht näher als zum Beispiel Mogwai, auch wenn man instrumental eine ähnliche Klangästhetik verwendet. Weitere Gesinnungsgenossen sind in etwa The Gathering zur Souvenirs/Home-Phase. Und stimmlich erinnert Sängerin Petronella Nettermalm an eine geradlinige Björk ohne Nervfaktor. Sie glänzt nebenbei mit zahlreichen angenehm poppigen Melodien und schreckt auch nicht davor zurück, auch mal etwas kindlichen Charme einfließen zu lassen („Shells“).

Überwiegend bewegt sich Breathing noch immer im getragenen Tempo. Doch Stücke wie „No more rollercoaster“ oder „Over & out“ sind ziemlich lebhaft, und ja, regelrecht rockig. Das gefällt und hellt das Ganze positiv auf. Dadurch macht die Band mir persönlich zumindest etwas mehr Spaß als zuletzt, auch wenn ich Silence of another kind hin und wieder sehr genieße. Eine schöne Sache!



Mario Karl

Trackliste

1Gone5:52
2Fading Out3:36
3Shells5:58
4In That Room4:56
5Andrum1:25
6No More Rollercoaster4:15
7Breathing5:56
8Smärtan4:30
9Surrounded4:48
10Ploing, My Friend0:56
11Precious4:25
12Over & Out3:31

Besetzung

Petronella Nettermalm (Gesang)
Ulf Rockis Ivarsson (Bass)
Peter Nylander (Gitarre, Keyboards, Flöte, Posaune)
Ricard Huxflux Nettermalm (Schlagzeug, Keyboards, Violine)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger