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Reviews

Uriah Heep

Into the Wild


Info

Musikrichtung: Heavy Rock

VÖ: 15.04.2011

(Frontiers / Soulfood)

Gesamtspielzeit: 52:59

Internet:

http://www.uriah-heep.com

Zweieinhalb Jahre haben Uriah Heep ins Land gehen lassen, bevor sie Mitte April einen Nachfolger ihres Quasi-Come back Albums Wake the Sleeper in die Läden stellen. Zwischendurch hatte man mit der 40th Anniversary Collection On the Rebound und einer Neueinspielung alter Songs den Eindruck erweckt Uriah Heep würden sich wieder auf das jahrelang geübte Spiel verlegen, ihren Backkatalog in immer wieder neuer Form auszuschlachten.

Jetzt aber gibt es zum ersten Mal seit langer Zeit ein zweites neues Album in relativ kurzem Zeitabstand. Zwar gelingt es den Veteranen damit nicht, an das überraschend hohe Niveau von Wake the Sleeper anzuknüpfen, aber es sieht tatsächlich so aus, als sei die Band wirklich wieder aktiv am Start.

Ein Top-Song, zwei wirklich gute Tracks und drei solide Titel werden von fünf etwas dünneren Nummern begleitet. Der Fluch der CD! Eine gut gefüllte LP wäre nach „Believe“ ins Ziel gegangen und den sechs Titeln im grünen Bereich hätten nur zwei Filler gegenüber gestanden. Aber was soll's. Nehmen wir's wie einen Re-Release, dem ja gerne auch ein paar Stücke beigegeben werden, die man bei Erstveröffentlichung hat fallen lassen.

Geschickt eröffnen Mick Box und Co ihr neues Album mit drei sich konstant steigernden Songs. Das solide „Nail on the Head“ kommt leicht schleppend und ist deutlich von den hohen Vocals geprägt, die für Heep typisch sind, seit Bernie Shaw an der Front steht.
Der schnelle Rock'n'Roller „I can see you“ gehört mit seinem harten Mick Box-Solo bereits zur Top 3 des Albums. Ihm folgt das Highlight, das gleichzeitig Titelsong ist.
„Into the Wild” entpuppt sich als dramatischer Heavy Rocker mit sehr flexiblen Riffing. In gutem Aufgriff der 70er Jahre Band-Tradition pflegen Uriah Heep hier ein sehr abwechslungsreiches Songwriting, das mit häufigen und immer stimmigen Breaks durch ein fantasievolles Stück führt.
Der dritte Top Song beschliesst auf Startplatz 8 das durchwachsene Zwischenprogramm. Dort kann noch der kräftige Midtempo Rocker „Money Talk” punkten. Mit seinem sich langsam, aber sicher fest setzendem Refrain würde er sich gut als Single-Auskopplung eignen. „I'm ready” rockt ebenfalls gut los und überzeugt mit ausgiebigem Orgeleinsatz von Phil Lanzon.

Der Rest, wie gesagt, Beiblatt, bei dem insbesondere auffällt, dass Uriah Heep es dieses Mal nicht geschafft haben, eine emotional wirklich überzeugende Ballade abzuliefern

Insgesamt ist Into the Wild so auf der einen Seite ein überzeugendes melodisches Heavy Rock Album geworden, das mit dem einen oder anderen Kracher punkten kann (und so prima in das Programm ihres neuen Labels passt).
Auf der anderen Seite ist das Gefühl und das geschickte Händchen für aufwändige fantasievolle Kompositionen, die sich zumindest am Rande des progressiven Bereichs befinden, deutlich geschwächt - und das sind die Punkte, die Heep in der Vergangenheit immer wieder zu etwas ganz Besonderem gemacht hatten.
Der Blick in die Zukunft bleibt spannend.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Nail on the Head 4:16
2 I can see you 4:14
3 Into the Wild 4:21
4 Money Talk 4:44
5 I'm ready 4:15
6 Trail of Diamonds 6:28
7 Southern Star 4:26
8 Believe 5:09
9 Lost 4:52
10 T-Bird Angel 4:01
11 Kiss of Freedom 6:13

Besetzung

Mick Box (Git, Voc)
Trevor Bolder (B, Voc)
Phil Lanzon (Keys, Voc)
Bernie Shaw (Lead Voc)
Russell Gilbrook (Dr, Voc)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger