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Reviews

Yellow Cap

Like it or not


Info

Musikrichtung: Ska

VÖ: 20.08.2010

(Pork Pie / Broken Silence)

Gesamtspielzeit: 57:28

Internet:

http://www.yellow-cap.com

„I wanna die before I get old“ haben die Who einmal rotzig in die Welt raus geschrieen. Ton Steine Scherben stimmten ein: „Ich will nicht werden, was mein Alter ist“. Jetzt sind Yellow Cap an der Reihe, die ebenfalls nicht erwachsen werden wollen, wie sie uns im Opener „Adult“ wissen lassen.

Die revoltierende Wut der späten 60er aber ist verraucht. Die Gelbmützen kommen zwar mit packender Power daher, aber ohne vernichtende Aggressivität. „Adult“ ist eine grandiose Nummer. Da sitzt jeder Break, jede Trompete, jede Silbe. Und der 100-Punkte-Ska-Feger erinnert daran, dass Görlitz, die Heimat des vielköpfigen Ensembles nicht weit von Dresden entfernt ist. Die Verwandtschaft mit Yellow(!) Umbrella ist kaum zu übersehen - und damit befindet man sich, wenn schon nicht vom Popularitätslevel her, aber im Blick auf die Qualität, im Oberhaus der deutschen Ska-Szene. Kein Wunder, dass Ska-Papst Dr. Ring Ding mal wieder als Gast mitmischt.

Am besten zieht Ihr Euch erst einmal „Jack the Ripper“ rein. Und wenn ihr dann begeistert mitwippt, macht Euch klar, dass dieses Stück die blasseste Nummer auf dem Album ist.
Yellow Cap gelingt es im Verlauf der knappen Stunde nicht nur alle Register des Ska zu ziehen - von der soften Ska Ballade „Since I’m in Love“, über das swingende „With you“, das fröhlich poppige „We go to Paris“, den gepfefferten „Bells and Whistles Dub“ hin zu dem geilen Instrumental „Bad to the Trombone“, bei dem die Posaune breitbeinig schleppend auftrumpfen.

Das deutschsprachige „Times full of Hate“ kommt darüber hinaus etwas düster daher. Das politische „Like it“ setzt stärker auf die Reggae-Karte. Und das mit der Stimme vom Doktor garnierte „We want you“ klingt manchmal mehr nach Depeche Mode, als nach Ska.

Und dann gibt es da noch einen Quasi-Tribut. Das zwischen Dub und Two Tone Sound agierende „Freeway“ verzichtet bis auf ein paar anfeuernde Rufe auf einen Text - und erinnert nicht nur dadurch an „One Step beyond“, den Signature Song von Madness.

Pflichtkauf!



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Adult 2:31
2Times full of Hate - 2010 Edition 4:10
3Like it 7:05
4Freeway 5:05
5We want you 3:55
6Jack the Ripper 4:17
7We go to Paris 3:37
8Bad to the Trombone 3:17
9With you 3:39
10Good bye 5:47
11Since I'm in Love 4:57
12Bells and Whistles Dub 3:22
13Don't worry Dub 5:46

Besetzung

Kay Natusch (Voc)
Peter Moewes (Akkordeon, Keys, Back Voc)
Marc Winkler (Git)
Lars Friedrich (Dr, Perc, Programming, Voc)
Joerg Fiedler (Trompete, Flügelhorn)
Michael Moennig (Sax)
Sebstian Pankotsch (Posaune)
Thomas Kuehn (Perc)
Norman Winkler (B <1,5,6,9,10,13>)
Clemens Voyé (B <2,3,4,7,8,11,12>)

Gäste:
Dr. Ring Ding (Voc <5,10>, Back Voc <1,2,5,9,10>, Pfeifen <12>, Melodica <13>)
Susanne Moewes (Back Voc <2,3,7>)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger