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Reviews

Cornelius, P. (Grün)

Seele, vergiss sie nicht


Info

Musikrichtung: Chormusik der Romantik

VÖ: 01.02.2004

Carus / Note 1 (CD DDD (AD: 2003) / Best. Nr. 83.163)

Gesamtspielzeit: 68:10

AN DER GRENZE ZWISCHEN ERHABENHEIT UND PATHOS: CORNELIUS´ CHORWERKE

Peter Cornelius (1824-1874) ist uns heute am ehesten noch als Komponist der Oper "Der Barbier von Bagdad" bekannt. Sein Vorbild und Lehrer Franz Liszt allerdings glaubte ihn zum Kirchenkomponisten bestimmt. Die Einflüsse Liszts und Wagners sind dann auch in seinen a-capella-Chorwerken unüberhörbar. Sie sind durchweht vom Geist der Neuromantik, einem manchmal schwelgerischen, bisweilen auch diffusen Ton. Manch pathetische Stelle wirkt doch eher bonbonsüß und eine Männergesangsvereins-Ästhetik im Chorklang ist einigen Sätzen nicht fremd.
Interessant machen die Stücke vor allem die stark chromatische Kompositionstechnik und das Bemühen Cornelius´ um eine musikalische, bisweilen tonmalerische Textausdeutung. Diese mag manchmal fast aufdringlich erscheinen, muß aber vor dem historischen Hintergrund des Strebens nach musikalischer Wahrhaftigkeit im Ausdruck begriffen werden.

Das dichteste und reichste Werk auf dieser CD ist ohne Zweifel das knapp 9minütige namensgebende Requiem "Seele, vergiss sie nicht" auf einen Text von Friedrich Hebbel. Mit vielerlei harmonischen Modulationen wird der Empfindungsgehalt des Gedichts nachvollzogen. Unter der Leitung von Georg Grün geht der gut disponierte KammerChor Saarbrücken dabei sehr behutsam zu Werke, spürt den feinen Veränderungen aufmerksam nach und läßt das Stück mit schwebender Ruhe ausklingen.

Auch in den übrigen Kompositionen erweist sich der Chor als kundiger und fähiger Sachwalter: Das populäre "Die Könige" aus den Weihnachtsliedern op. 8 gefällt auf diese Weise nicht weniger, als Cornelius´ letztes Chorwerk "So weich und warm". Die Chorsätze, die oft auch auf traditionelle Elemente (Choräle, Antiphon usw) zurückgreifen, erweisen sich dabei durchweg als technisch anspruchsvoll.
Besonders bemerkenswert sind noch die Drei Psalmlieder op. 13, denen Cornelius Arrangements von Klaviersätzen J.S. Bachs zugrundelegte.
Die wenigen Solo-Passagen für Tenor bewältigt der erfahrene Jörg Mammel ohne Probleme und sein inniger Vortrag steht dem des Chores in nichts nach.

Das Klangbild ist räumlich weit bis hallig, was dem Charakter der Werke durchaus entspricht.



Sven Kerkhoff

Trackliste

1 Requiem
2-4 Liebe, op. 18 Nr. 1-3
5-7 Trauerchöre, op. 9 Nr. 1-3
8-10 Drei Chorgesänge, op. 11 Nr. 1-3
11 Absolve Domine
12-14 Drei Psalmlieder nach KLaviersätzen J.S. Bachs, op. 13 Nr. 1-3
15 So weich und warm
16 Die Könige (aus Weihnachtslieder op. 8)

Besetzung

Hans Jörg Mammel, Tenor
KammerChor Saarbrücken

Ltg. Georg Grün

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger