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Reviews

Galahad

Myrddín


Info

Musikrichtung: Folk-Rock

VÖ:

(Galahad / Eigenvertrieb)

Gesamtspielzeit: 58:55

Internet:

www.galahad.de

Immer wieder gibt es selbstproduzierte CDs, bei deren Anblick die Produzenten der großen Plattenfirmen schamrot anlaufen müssten. Das beziehe ich noch nicht einmal auf die Musik. Dazu kommen wir später. Allein die äußere Erscheinung von Galahads Myrddín stielt vielen hochgepushten Major-Releases die Show. Dazu bedarf es nicht einmal eines aufwändigen Cover-Artworks. Geschmackvolle Hintergrundfarben, so ausgewählt, dass man die Texte sogar noch lesen kann, erfreuen das Auge. Und jeder einzelne Text wird von ein paar Sätzen eingeleitet, die den Leser und Hörer in Magie und Hintergrund des jeweiligen Tracks einführen. Aber wahrscheinlich existieren solche Magie und Hintergründe bei einer Vielzahl der großen CD-Produktionen sowieso nicht.
Bei Galahad, die sich passend zur Musik mit irisch-keltischer Geschichte und Mythologie befassen, merkt man so jedenfalls schnell, dass die Musiker sich tiefer in ihre Themen eingearbeitet haben, als durch eine schnelle Lektüre der Nebel von Avalon.

Wenn die CD sich dann im Player dreht, muss man auch keine ernüchternde Enttäuschung befürchten. Krautrocklegende Eroc (Ex-Grobschnitt) hat Galahad einen souveränen und transparenten Sound verliehen, der auch die Details der oft romantisch verspielten Kompositionen gut zum Tragen bringt.

Stilistisch sollte man sich auf eine Mischung von Jethro Tull und Sally Oldfield einstellen. Klar, dass der Name des ersteren fallen muss, wenn eine Folk-Rock-Band an den Start geht, die die Querflöte immer wieder einmal in den Vordergrund stellt. Aber das ist nicht die einzige Parallele zu den Mannen um Ian Anderson, mit denen Galahad 1999 bereits als Support unterwegs waren. Auch orientiert man sich nicht nur an seinen legendären Frühwerken. Die oft hart, fast metallisch, agierende E-Gitarre lässt mich fast mit Gewissheit behaupten, dass im Galahad-CD-Regal auch Tull-Epen aus der Rock Island-Klasse zu finden sind.
Für die Sally Oldfield-Vergleiche ist Sängerin Ulli „Witch“ Koberg verantwortlich. Dazu ein kurze Entwarnung: Trotz des etwas plakativen Künstlernamens sind bei Galahad keine der im Rockbereich so beliebten blutigen Mittelalter-Rock-Hexen-Lieder zu finden. Das lange Opus “Two Witches“ (es besteht aus den Tracks 10-14) bearbeit eine historische Begebenheit und beschäftigt sich eher mit der Verzweiflung einer Frau, die in den Ruf gekommen ist Hexe zu sein, als mit bluttriefenden Gewalttaten.
Koberg setzt ihre Stimme allerdings erheblich variabler ein als die große Schwester von Mike Oldfield. Nur gelegentlich arbeitet sie in den für die Engländerin typischen hohen Stimmlagen. Häufiger sorgt sie mit dunklem Timbre dafür die Songs kraftvoll nach vorne zu tragen.
Für Abwechslung sorgt zusätzlich die Ergänzung durch mehrere männliche Stimmen, unter anderem dem zweiten Lead-Sänger Paul Alexander Jost, der auch die Querflöte spielt.

Auch wenn Anspieltipps bei einer nur im Eigenvertrieb erhältlichen CD wenig Sinn ergeben und sich auch erübrigen, da die CD ohne Ausfälle auf durchgehend hohem Niveau bleibt, soll noch auf den herrlichen Country-Folk-Track “Under my Rainbow“ hingewiesen werden, der die CD beschließt

KAUFEN!

Mittlerweile ist bereits ein Nachfolger veröffentlicht worden. Review demnächst.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Celtic Queen4:53
2Look behind5:23
3The Leaving of Inishmore3:05
4Myrddin4:43
5Heal me5:21
6The Truth6:25
7Girl from the Woods4:03
8End of Journey4:42
9Nimue - A Mused Moment4:10
10Sister come and help1:26
11Crying out loud2:56
12Where are you now3:49
13And she heard him whisper1:54
14And the golden Ring4:01
15Under my Rainbow2:01

Besetzung

Witch: Ulli Koberg (Lead Voc)
Fighter of Law: Oliver Horlitz (Dr, Perc)
Holy Ignoramus: Peter Huntenburg (B, Voc)
Singer of Folk: Ralf Veith (Key, Ac. Git, Voc)
Dancer: Dieter Horlitz (Git)
Druid: Paul Alexander Jost (Lead Voc, Flute, Ac. Git, Mandoline)

Gäste:
Elke Bullack (Tin Whistle)
Tim Lethen (Bagpipes)

Produzent: Eroc

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger