····· Ritual dictates tauchen „Goth & exhausted" aus der Pandemie auf. ····· Anti-Flag werden auch auf ihrem 13. Studio-Album Rückgrat zeigen ····· 1970er Auftritt von Creedence Clearwater Revival in der Royal Albert Hall auf CD und Vinyl ····· Muswell Hillbillies und Everybody’s in Show-Biz - Everybody’s a Star von The Kinks im Doppelpack ····· Ein neues Album von Robert Coyne am 2.September. ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Orphaned Land

Mabool - The Story of the three Sons of Seven


Info

Musikrichtung: Metal

VÖ: 23.02.2004

(Century Media)

Gesamtspielzeit: 68:04

Internet:

www.orphaned-land.com

Orphaned Land haben als israelische Band nicht nur einen satten Exoten-Bonus im Rücken, sondern auch noch ein Thema, das Spannung verspricht. Mabool heißt Flut und das so benannte Konzeptalbum erzählt die Geschichte der Sintflut. Dabei beschränken sich die Israelis nicht auf den Textbestand der Bibel, sondern ergänzen diesen um eigene mythisch geprägte Bilder, in denen sich sowohl die Hoffnung auf ein friedliches Miteinander von Judentum, Christentum und Islam ausdrückt, als auch die Enttäuschung darüber, dass diese Hoffnung bislang vergebens war.

Musikalisch beginnt das Ganze recht düster - passend zum drohenden Untergang. Im weiteren Verlauf, beim Bau der Arche z.B., kommen aber hellere, hoffnungsvollere Töne auf, mit denen das Album dann auch recht sanft endet, als der Regenbogen als ewig geltendes Zeichen der Versöhnung zwischen Gott und Mensch am Himmel erschient.

Insgesamt erinnert mich die Scheibe oft an eine Band, die sich - eine interessante Parallele - ebenfalls intensiv musikalisch mit einem Nationalmythos befasst hat, die Finnen Amorphis. Wie bei ihnen verbinden sich bei Orphaned Land die Traditionen düsterer Rockmusik mit folkloristischen Elementen, werden brutal hässliche Töne weder gescheut, noch zum allein gültigen musikalischen Mittel erklärt. Von Amorphis aus schwenkt man gelegentlich in Richtung älterer Skyclad ab, verarbeitet statt keltischer, aber natürlich orientalische Traditionen. Auch die Paradise lost, die noch nicht nach Depeche Mode klangen, klopfen gelegentlich musikalisch ans Tor.
Die Band selber schlägt für ihr Gebräu den Terminus „Middle Eastern Metal vor. Genaugenommen sprengt die recht abwechslungsreiche Scheibe den Metalbereich aber weit. Das ruhige Instrumental „Calm before the Flood“ ist lupenreiner gitarrenlastiger und völlig unmetallischer Prog. Und wenn die zum Teil jemenitisch oder hebräisch gesungenen Texte von einer klaren Frauenstimme vorgetragen werden, sind die Erinnerungen an Ofra Haza sofort da.

Negativ zu vermerken ist, dass die einzelnen Tracks sich untereinander zwar sehr unterscheiden, in sich selbst aber gelegentlich langatmig werden. Da ist in Zukunft noch mehr möglich.

Der Erstauflage des Albums wird eine 5-Track-Bonus-CD mit einem Akustik-Live-Set bei, der als Zugabe bei einem Konzert in Tel Aviv gespielt und mitgeschnitten wurde.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Birth of the Three (The Unification)6:57
2Ocean Land (The Revelation)4:43
3The Kiss of Babylon (The Sins)7:23
4A'salk2:05
5Halo dies (The Wrath of God)7:29
6A Call to awake6:10
7Building the Ark5:02
8Nora el Nora (Entering the Ark)4:24
9The Calm before the Flood4:25
10Mabool (The Flood)6:59
11The Storm still rages inside9:20
12Rainbow (The Resurrection)3:01

Besetzung

Yossi Saharon (Git, Saz, Buzuki, Oud)
Kobi Farhi (Voc)
Uri Zelcha (B)
Eden Rabin (Keys)
Avi Diamond (Dr)
und div. Gäste

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger