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Reviews

Honeybrowne

Good for nuthin'


Info

Musikrichtung: Country Rock / Texas Music

VÖ: 25.11.2003

(Levy Records)

Internet:

www.honeybrowne.net

Lassen wir den Blick und die Ohren mal wieder in Richtung Texas schweifen, wo man ein scheinbar nicht versiegendes Reservoir an urwüchsiger Musik vorfindet.
In diesem Fall ist es die Country Rock/Roots Rock-Band Honeybrowne, die mit einer neuen CD auf den Markt gekommen ist, die als ein Beispiel für die ungezwungene, bodenständige und spielfreudige Texas Music hergehalten werden kann. Eine übersichtliche Instrumentierung mit akustischen und elektrischen Gitarren, Bass, Keyboards und Schlagzeug - mehr braucht es einfach nicht um einen musikalischen Leckerbissen auf die Beine zu stellen.

Im einzelnen:

"I miss home" nennt sich der Opener der CD und der dient als idealer Appetithappen für die kommenden 42 Minuten. Staubtrocken und schnörkellos geht der Song ins Ohr - satte Akustikgitarren, dreckige Slideguitar und eine richtig gute Portion Druck durch Bass und Drums - so arrangiert kommt bei diesem rockigen Titel Freude auf. Nicht unerwähnt soll hier auch die gesangliche Komponente bleiben, denn in der markanten Stimme von Leadsänger Fred Andrews schwingt jede Menge Power mit und sie klingt sehr ausdrucksstark.

"Fall into you" ist ein Midtemposong, der mit tollem Melodieverlauf glänzt und richtig schön locker und unbeschwert aus den Boxen hallt. Gitarrenorientierter Texas Rock der schnörkellos und unheimlich spielfreudig erscheint, keine Spur von kommerziellen Zwängen zu finden.
Richtig zu Sache geht es dann mit dem powergeladenen Titelsong "Good for nuthin'". Knarrende E-Gitarrenriffs und hart polternde Drums wirbeln den Song richtig auf, bei dem auch dynamische Solis auf E-Gitarre und Keyboard nicht fehlen. Mit schön "dreckiger" Gesangsstimme röhrt sich Fred Andrews durch diesen Titel, der treibenden Country Rock mit einer Portion Rock'n'Roll zu einer begeisternden Mischung vereint. Wer bei dieser Dynamik noch ruhig sitzen bleiben kann, der sollte sich schon mal zehn Euro zur Hand nehmen und das Problem vertrauensvoll mit seinem Hausarzt besprechen.

Aber das war noch längst nicht alles, dass Honeybrowne nicht nur die härtere Gangart anschlagen können beweist eindrucksvoll der Song "A lullaby".
Ein traumhaft schöner, weicher Melodieverlauf der wunderbar locker-flockig ins Ohr geht. Wieder im Midtempo gehalten, erklingt dieser Titel glasklar arrangiert und entwickelt sich zu einem richtigen Ohrwurm. Hier überzeugt die gesangliche Leistung durch sehr schöne Harmonien und einfühlsame Interpretation, ein echtes Highlight dieses Albums.

Und den Jungs gehen die starken Melodien einfach nicht aus, wenn man meint jetzt müsste mal ein kleiner Durchhänger kommen, dann schütteln Honeybrowne ein neues Ass aus dem Ärmel und schwingen sich zu neuen Höhen auf. "First to know" klingt herrlich unverbraucht und frisch; Keyboard, teilweise verzerrte E-Gitarren und treibende Drums beherrschen den Song, der wunderbar zwischen ruhigeren, weich arrangierten Passagen und knackig trockenen, energischen Parts hin und her wechselt. Ein starkes Stück Texas Rock/ Roots Rock, das uns die Band hier genießen lässt und dabei wieder mit ausgezeichnetem Harmoniegesang aufwartet.

"Gray" ist zur Abwechslung überwiegend akustisch instrumentiert, bei diesem ruhigen Song setzt sich vor allem die sauber gespielte Akustikgitarre in den Vordergrund, die von zurückhaltenden Drums und gut groovendem Bass begleitet wird. Der ausdrucksstarke Leadgesang kommt hierbei besonders gut zur Geltung.

Mit "Easyville" und "I met you" leistet sich die texanische Formation eine erste kleine Schwächephase, die Titel können mit der bisherigen Klasse nicht ganz mithalten, wirken ein wenig farblos und plätschern etwas dahin. Es fehlt einfach der Spielwitz, der bisher so überzeugt hat.
Aber keine Angst, der kehrt schnell wieder zurück, denn "Breakin' away", das knochentrocken bretternde "Bridges" und zuletzt der rohe, hart vorangetriebene Rootsrocker "Fall asleep" lassen die E-Gitarren wieder kraftvoll, variantenreich und ungebremst zu Werke gehen, womit die CD auch einen fulminanten Schlusspunkt setzt.

Fazit:

Mit Honneybrowne ist jeder bestens bedient, der sich im Bereich Country Rock/ Roots Rock / Texas Music zu Hause fühlt. Man spürt, dass hier eine Band am Werk war, die ihre Musik ohne kommerzielle Zwänge voll ausleben konnte. Bei den durchweg abwechslungsreichen Titeln übertragt sich die enorme Spielfreude der Gruppe schnell auf den Zuhörer. Das Ganze wurde blitzsauber produziert, wodurch dem Hörer die Power und Ausstrahlung der Band scheinbar ungefiltert präsentiert wird. Und die transparente Instrumentierung nur mit dem Nötigsten sorgt dafür, dass die Titel trotz aller Kraft und vollem Sound niemals überladen wirken.
In Sachen Songwriting kann man Fred Andrews und Leadgitarrist Alex Weeden ebenfalls nur zu ihrer Klasse gratulieren - eingängige, unverkrampfte Melodien und beachtenswerte Texte - dies garantiert dem Zuhörer beste Unterhaltung.
Ein starkes Stück Texas Music, für das man sich sehr schnell begeistern kann!



GeraldH

Trackliste

1I miss home
2Fall into you
3Good for nuthin'
4A lullaby
5First to know
6Grey
7Easyville
8I met you
9Breakin' away
10Bridges
11Fall asleep

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger