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Reviews

Nick Cave & the bad Seeds

Dig, Lazarus, Dig!!!


Info

Musikrichtung: Rock, Independent Rock

VÖ: 29.02.2008

(Mute / EMI)

Gesamtspielzeit: 53:59

Internet:

http://www.nickcaveandthebadseeds.com
http://www.myspace.com/nickcaveandthebadseeds

Zurück zu den Wurzeln?

Mit Dig, Lazerus, Dig!!! Erscheint bereits das 14. Studioalbum der Bad Seeds. Während Caves in Melodie und Sound gegossene Geschichten über die Abgründe des Lebens und der puren Tragik Ende der 90er und Anfang des neuen Jahrtausends zu immer mehr balladesken Epen tendierten, so kristallisierten sich spätestens mit dem Opus magnus „Abatoir Blues / The Lyre Of Orpheus“ vor knapp drei Jahren wieder rauherere Töne heraus. Schon hier waren die Songs wieder vom Pomp befreit und einige Songs knallten mächtig.

Nach seinem Nebenprojekt mit Grinderman, wo er mal wieder richtig rocken wollte, kommt nun mit Dig, Lazarus, Dig!!! das nächste Bad Seeds Album, das laut eigener Aussage den rauheren Schwung mitnehmen sollte. Für meine Begriffe knüpft er jedoch direkt am Vorgänger der Bad Seeds an. Mit Songs wie „Hold onto yourself)“ sind typische Cave Balladen, dominiert von einer glasklaren Gitarre, in dessen Untergrund es nur wieder wesentlich mehr quietscht und zerrt. Auch der Titelsong ist zwar vertrackter als die meisten Songs des Vorgängers, Cave bleibt jedoch dennoch Cave, ein nöliges Barpiano, kratzige Gitarren und seltsamer Rhythmus inklusive. Oberflächlich gehört ist diese Werk sicherlich schräg und unkommerziell, doch hört man bei den Songs genau hin, so haben sie alle die typischen und packenden Cave Melodien. Noch ein Beispiel: „Lie down here (and be my girl)“, hier jault die Gitarre, was das Zeug hält und der Chorus ist ziemlich rauh gesungen, doch bestimmt wird das Stück von den hoch melodischen Rhythmusgitarren und zum Ohrwurm wird das Ganze durch die packende Pianofigur (erinnert mich an einen alten Cure Song).

Was ist also aus der angekündigten Rauheit geworden? Sie wurde umgesetzt über wenige produzierte und mehr rauhe Gitarren. Einige Stücke besitzen einen psychedelischen Charme, wie man ihn lange nicht gehört hat. Auch hört man den Bad Seeds durchaus ihre Spielfreude an, gut, das ist eigentlich immer so, jedoch tut es den Songs wie beim Vorgänger gut, dass sie wieder mehr nach Band und weniger nach Orchester klingen. Die Rauheit ist quasi anstelle dieses Pomps nun oben aufgesetzt. Die Cave Songs an sich sind nach wie vor die Kompositionen feinster Güte, die eben nun halt einfach wieder mehr in der Band und ein wenig auch Punk Tradition der eigenen Vergangenheit umgesetzt werden. Somit ist Dig, Lazarus Dig!!! ein weiteres, gutes Album in der Diskographie der Bad Seeds. Was zum Herausragenden fehlt, ist der Einfallsreichtum, denn Mr. Cave und seine Band zitieren sich auf Dig, Lazarus, Dig!!! so oft selber wie selten zu vor. Es bleibt eine Musik von hoher Qualität, das nächste Meisterwerk läßt jedoch auf sich warten.



Wolfgang Kabsch

Trackliste

1Dig, Lazarus, Dig!!!4:14
2Todays Lesson4:43
3Moonland3:56
4Night of the Lotus Eaters4:54
5Albert goes west3:34
6We call upon the author5:14
7Hold on to yourself5:53
8Lay down here (and be my girl)5:00
9Jesus of the Moon 3:24
10Midnight man5:09
11More news from nowhere7:58

Besetzung

Nick Cave
Mick Harvey
Warren Ellis
Martyn Casey
Jim Sclavunos
Thomas Wydler
James Johnston
Conway Savage

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger