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Reviews

Ghoti Hook

R.I.P. (Rest in Peace)


Info

Musikrichtung: Punk

VÖ: 11.03.2003

(Tooth & Nail / GerthMedien)

Gesamtspielzeit: 58:23

"For sure Jesus loves Ghoti Hook!" mit dieser Ansage startet das Goodbye-Konzert einer verwirrenden Band. Das Cover lässt entweder an etwas ganz Düsters denken - oder aber an mexikanische Totenfeiern, wo z.T. als Tod verkleidete Menschen ihre Verstorbenen auf dem Friedhof besuchen und dort nachts(!) fröhliche(!) Feste feiern, angedenk der Tatsache, dass die Angehörigen nur voran gegangen sind in eine andere Welt.

Ghoti Hook sind weder das eine noch das andere. Selbst, wenn man sich vor dem Blick auf das Cover schlau gemacht hat und weiß, dass es sich hier um christlichen Punk handelt, ist man vor einer heftigen Überraschung nicht sicher. Denn gleich nach der Ansage geht es mit einem dermaßen rotzig rock'n'rolligem Punk und durchgetretenem Gaspedal voll nach vorne ab, dass man kaum sagen kann: Kennt man ja. Denn diese drei Herren sind ein erheblich raueres Kaliber als das, was man von christlichen Punk-Bands á la MxPx, Craig's Brother, Dogwood o.ä. ansonsten gewohnt ist. Es ist nicht mal übertrieben, wenn man stellenweise ("Chevy Nova") von einem echten Dead Kennedys-Soundalike spricht.

Und das geht eine ganze Zeit so ab. Erst "Just Fools" bremst deutlich ab. Der Alternative-Rock mit etwas härterem Akzent wird (live is live) zum obligatorischen Mitklatsch-Song genutzt. Aber das hält nicht lange. Nach zwei weiteren Songs mit Midtempo-Parts und dem recht schleppenden, etwas abgedrehten "The Box" wird ein ehemaliges Original-Mitglied der Ghoti Hook mit auf die Bühne gerufen und sofort powert es wieder richtig los - mit einem derart tiefgehenden Text, wie er in Deutschland bestenfalls von den Ärzten möglich wäre. Und die könnten auch musikalisch Pate gestanden haben.

Als weitere musiklaische Parallelen kann alles mögliche zwischen frühen Slade, AC/DC und Henry Rollins genannt werden. Gecovert werden Frank Black ("Where is my Mind") und zum Abschluss Joan Jett. Die aber dürfte eines der harmlosesten Vorbilder einer Band sein, die mit R.I.P. (Rest in Peace) ein Live-Album abgeliefert haben, dem man glaubt, dass es nicht hinterher im Studio nachgeglättet worden ist. Bei entsprechend aufgedrehtem Lautstärkeregler erscheint die Bühne direkt vor dem heimischen Garderobenspiegel.

Schade, dass der CD-Titel ernst gemeint ist, und die Amerikaner sich mit dem am 7. Juil 2002 in Bushnell, Illinois, aufgezeichneten Konzert zu Grabe getragen haben.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1Introduction0:37
2Mach 34:09
3Shrinky Dinks2:30
4Banana Man2:28
5Chevy Nova2:14
6Just Fools4:53
7One Step away3:47
8Lullaby5:00
9The Box3:18
10My Bike2:53
11Where is my Mind6:28
12Let it ride3:54
13Drop dead3:10
14Darling3:21
15You bring me down3:59
16I love Rock n Roll5:42

Besetzung

Jamie Tolosa (b, voc)
Joel Bell (voc, g)
Adam Neubauer (dr)
+
Mark Lacasse (g - Track 5)
Conrad Tolosa (g - Track 10)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger