····· EP, Buch und Tour - Ringo Starr feuert aus allen Rohren ····· 40 Jahre Steamhammer – 40 Jahre Rockgeschichte  ····· Neues Solo-Album von David Gilmour im September ····· Evildead-Album wird mit einer ersten Single angekündigt ····· Alles ist =1 meinen Deep Purple auf ihrem kommenden Album ·····  >>> Weitere News <<<  ····· 

Reviews

Bathory

Nordland


Info

Musikrichtung: Viking Metal

VÖ: 21.03.2003

(Black Mark)

Internet:

www.blackmark.net

Die beiden Nordland-CDs von Bathory gehören zu den Altlasten auf dem Reviewstapel, die es endlich abzuarbeiten gilt. Teil 1 erschien bereits Endes des letzen, Teil 2 Im Frühjahr diesen Jahres. Angesichts des Rufes dieser Band habe ich immer wieder mit der Review gezögert und sie neu in meine persönliche Heavy Rotation gepackt. Vielleicht würde sich irgendwann auch mir die Faszination dieser Band erschließen, die manch einen gestandenen Metal-Rezensenten ehrfurchtsvoll auf die Knie sinken lässt.

Aber bis heute ist auch dieser Versuch fehl geschlagen. Das liegt sicher nicht daran, dass Quorthon hier radikal an Qualität verloren hätte. Als mir vor einigen Jahren ein CD-Grabbeltisch in einem Buchladen(!) in Burg bei Magedburg die Möglichkeit bot, endlich das hässliche Loch zwischen BARclay James Harvest und Mike BATt kostengünstig zu schliessen, fiel mir mit Hammerheart das wohl legendärste Album der Viking-Metal-Legende in die Hände. Und auch hier klickte bei mir so gut wie nichts. Mehr noch: Vor dem Hammerheart-Hintergrund waren Nordland I und Nordland II sogar positive Überraschungen - ohne dass sie mich wirklich in Begeisterung versetzen konnten.

Nordland I beginnt mit einem Intro, dessen Keyboards an Trompeten und dessen Drums an Pauken erinnern. Das klingt sehr heroisch und könnte im Soundtrack von fast jedem Monumentalfilm Verwendung finden. Der Titeltrack geht dann in eine Running-Wild-artige Marschmusik über. Der Vergleich endet spätestens sobald der Gesang einsetzt, denn die Druck machende Power-Metal-Stimme gibt es hier nicht. Quorthons gedehntes Organ beherrscht ab jetzt die Szenerie. Seine Anhänger würden sie wohl als nordisch heroisch bezeichnen (ich selbst halte sie schlicht für schwach). Auch kompositorisch erscheint mir das, was hier geboten wird, für neun Minuten ein bissel dünn. Ohne Übergang beginnt "Vinterblot". Es wird majestätischer, statt Marschmusik erklingt nun eine Art Einzug der Gladiatoren oder der Könige.

Im Weiteren wird es dann mit harten Gitarren und aggressiverem Shouten gelegentlich metallischer ("Dragons Breath"). Mit akustischen Gitarren und ruhigem klaren Gesang werden folkige Parts gestaltet ("Ring of Gold"). Vogelgezwitscher, galoppierende Pferde und eine Maultrommel setzten Soundtrack-Akzente ("Foreverdark Woods").

Grundsäztlich nicht viel anders kommt Nordland II daher. Auch hier werden (zu) lang gezogene majestätische Hymnen mit folkigen und metallischen Arabesken und Soundtrack-artigen Natur-Sound-Samples versehen. Besonders deutlich in die Folk-Richtung geht "The Land". Den nur mit einer akustischen Gitarre und einer recht sauberen Stimme eingespielten melodiösen Sechsminüter, der völlig aus der majestätisch einlullendem Grundatmospähre heraus tritt, könnte man zur Not auch einigen Folkies andrehen. Am anderen Ende des Spektrums stehen die metallischen Abrißbirnen "The Messenger" und "Flash of the Silverhammer".

Wenn ich den Bathory-Doppelschlag zusammenfassend als ganz passablen Soundtrack-Rohling für einen epischen Helden-Mythos charakterisiere, werden mir die Fans wahrscheinlich noch folgen können. Leider habe ich bei diesem Soundtrack die ganze Zeit das Gefühl, als starre ich minutenlang auf die leeren Kulissen und warte darauf, dass endlich etwas passiert, dass so etwas wie Handlung einsetzt - und da warte ich leider vergebens. Aber mir haben auch Italo-Western nie gefallen, die ein ähnliches Konzept cineastisch umzusetzen scheinen - und die es zu gefeiertem Kult-Status gebracht haben. Bathory-Fans werden mit diesem Skandinavio-Northern sicherlich glücklich werden. Ich sehne mich nach anderen Ufern.

Ich hoffe, besagte Bathory-Fans werden nun nicht anfangen, die nordischen Götter in Odins Ruhmeshalle aufzustören, um sie mir auf den Hals zu hetzen. Aber gerade auch im Vergleich zu anderen Alben bin ich nicht bereit, diese beiden Silberlinge, die mich in einem ständigen Zustand zwischen völligem Abschalten und einem "Dann-doch-wieder-hin-Hören" hängen lassen, mit mehr Punkten zu versehen. Das knappe Erreichen der oberen Hälfte der Punkteskala haben sie ausschliesslich ihrem Legenden- und Kult-Bonus zu verdanken.



Norbert von Fransecky

Trackliste

Nordland I (59:23)
01 Prelude (2:35)
02 Nordland (9:21)
03 Vinterblot (5:18)
04 Dragons Breath (6:45)
05 Ring of Gold (5:35)
06 Foreverdark Woods (8:06)
07 Broken Sword (5:35)
08 Great Hall awaits a fallen Brother (8:17)
09 Mother Earth Father Thunder (5:38)
10 Heimfard (2:12)

Nordland II (63:25)
01 Fanfare (3:37)
02 Blooded Shore (5:47)
03 Sea Wolf (5:26)
04 Vinland (6:39)
05 The Land (6:23)
06 Death and Resurrection of a northern Son (8:30)
07 The Messenger (10:02)
08 Flash of the Silverhammer (4:09)
09 The Wheel of Sun (12:27)
10 (0:24)

Besetzung

Quorthon
Zurück zum Review-Archiv
 


So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger