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Reviews

Derek Sherinian

Black Utopia


Info

Musikrichtung: Prog Metal

VÖ: 09.04.2003

(InsideOut / SPV)

DS beginnt mit einem kleinen Intro, das ein wenig verwirrend ist. Die dramatisch bombastische Gitarrenarbeit frickelt so neoklassisch vor sich hin, dass man schnell noch einmal nachschaut, ob sich nicht vielleicht aus Versehen irgend was Neues von Yngwie Malmsteen in die Silberschleuder verirrt hat.

In einer Hinsicht ist "The Fury" damit bezeichnend für die komplette schwarze Utopie. Sherinian scheint sich eine ganze Reihe der "Friends from the Top" vorgenommen zu haben, um ihnen zu zeigen: Das kann ich auch - und zum Teil noch besser. Obwohl ich generell keine großer Freund von Instrumentallaben bin, hat der alte DT-Recke mich damit um den Finger gewickelt. Seit Al di Meolas "Friday Night at San Francisco" hat mich wohl kein stimmloses Album mehr so überzeugt, wie dieses Meisterwerk.

Nachdem Track 2 im ersten Teil richtig Dampf gemacht hat (die Leadgitarre wird von einer sehr druckvollen Rhythmusgitarre unterstützt), nimmt "Of the Ashes of Ur" den Malmsteen-Faden auf die ruhige Tour wieder auf (Die Leadgitarre steht jetzt fast völlig allein da.). "Return of the Nephilim" bietet Gitarrenarbeit in der Tradition des bereits erwähnten Al di Meola. Dabei setzt Sherinian anfangs in großer Nähe zum "Friday Night..."-Album an, integriert den Meola-Stil aber schnell in die Härtegrade modernen Prog-Metals.

"Nightmare Cinema" ist kein Doom, aber es wird heavy und schleppend. Vielleicht sollte man die Kategorie "Stoner-Prog" erfinden. "Stony Days" geht in de UK-Richtung - ein sehr schöner ruhiger Entspannungspunkt im bisherigen Programm, der aber an keiner Stelle kraftlos wird. Ganz eigen "Star Cycle" - die Gitarre wird über einen wummernden Bass gelegt, der das treibende Fundament bildet. Die Achse des Bösen geht so brachial an den Start, als wolle sie in die Domäne der US-Trasher á la Nevermore einbrechen. Das Stück verliert dann aber sehr und ist einer der relativen(!) Schwachpunkte. Naja, das kann ja auch nur in die Hose gehen, wenn man sich den Titel von George W. Bush ausleiht. Genau wie der US-Präsident funktioniert das Stück nur solange es sich als Abrissbirne betätigt. Beim konstruktiven Aufbau ist etwas Ziellosigkeit angesagt. Mächtige Kontraste baut die dann folgenden akustische Gitarre mit spanischem Flair auf. "Gypsy Moth" würde auf ´ner Stewe Howe-Solo-Scheibe nur bedingt auffallen. Bevor der Titeltrack die CD als zweiter Schwachpunkt abschließt, versorgt Sherinian mit "Sweet Lament" die AOR-Fraktion so gekonnt mit einer Gitarrenballade, dass sich 80 Prozent der Outputs aus diesem Segment verschämt in die Tonne stampfen können.



Norbert von Fransecky

Trackliste

1. The Fury (0:51)
2. The Sons of Anu (7:09)
a) For the Glory of Enki)
b) Of the Ashes of Ur)
c) Return of the Nephilim)
3. Nightmare Cinema (5:25)
4. Stony Days (6:16)
5. Starcycle (5:04)
6. Axis of Evil (6:09)
7. Gypsy Moth (1:59)
8. Sweet Lament (3:14)
9. Black Utopia (7:13)
9b. * Pause * (1:25)
9c. Schlußgeräusch (0:12)

So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger