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Reviews

Christy Doran – Imran Khan

Disambiguation


Info

Musikrichtung: World Music/Jazz

VÖ: 02.10.2026

(Challenge)

Gesamtspielzeit: 51:42

Internet:

https://christydoran.ch/soundfountain/band/
https://www.khantabla.com/
https://www.challengerecords.com/home
https://www.newartsint.com/

Der „irische Schweizer" Christy Doran war in den letzten Jahren, zuerst 2012 und zuletzt 2025, zusammen mit der Japanerin Izumi Kimura , bei MusikAnSich zu Gast. Selbst kenne ich den Gitarristen musikalisch bereits seit seinem Mitwirken bei der Band OM, seit Mitte der siebziger Jahre. Und immer war ich von der Qualität seiner Musik angetan.

Nachdem er sich nun also zuletzt japanisch vereinte, schweift sein Blick mit seiner neuesten Produktion Disambiguation nach Indien, denn hier musiziert er gemeinsam mit dem indischen Tabla-Spieler Imran Khan. Dieser stammt aus einer traditionellen Musikerfamilie und erlernte das Tabla-Spiel bereits im Alter von sieben! Bereits viele bekannte indische Musiker begleitete er inzwischen.

In dieser Kombination der Instrumente muss ich zunächst einmal an die Band Shakti denken, in der John McLaughlin unter anderem auch mit einem Tabla-Spieler musizierte. Doch deren Musik war oft wilder und ungezügelter, denn nach bereits zwei Songs auf Disambiguation erlebe ich etwas mehr Ruhe, ohne dass hier nicht auch viel Energie versprüht wird. Grundsätzlich habe ich den Eindruck, dass Doran den Sound überwiegend bestimmt mit seinem zwischen Ruhe, Eleganz und gelegentlichen Eruptionen geprägtem Spiel, auch integriert er viele Jazz-Elemente gemeinsam mit Anklängen an Musik seiner irischen Heimat. Khan empfinde ich mehr als Begleiter denn als vordergründigen Gestalter. Und nicht immer vermag ich eine Synthese verschiedener Elemente zu erleben. Rein indische Elemente durch die Tabla stehen dann mitunter ein wenig allein.

Das empfinde ich jedoch auch unterschiedlich, so verschmelzen die Beiden dann schon eher auf Songs wie “The Day They Came“, hier kommt auch ein umfassenderer Aspekt von Experimentierfreudigkeit zum Ausdruck. Ja, und die unterschiedlich geprägten Traditionen kommunizieren ganz hervorragend.

Das erste Mal greift der Gitarrist auf “Continuum V“ zur elektrischen Gitarre und das gefällt mir persönlich besser, weil ich hier im Verbund der beiden Musiker mehr Wärme spüre und ich auch hier genau den Eindruck gewinne, wie Grenzen verschwinden und eine musikalische Einheit hervorquillt, die sehr mitreissend ist, mithin ist das ein Song, der für mich sehr viel lebendiger wirkt, trotz des Einsatzes der E-Gitarre!

Bis auf “Taal Pravaah“, dass von Khan komponiert wurde, stammen die übrigen Songs von Doran. Diesen Song bestreitet der Tabla-Spieler dann auch ganz allein. Und ich frohlocke, denn “Mantra On An Irish Stream“ wird wieder vom Sound der E-Gitarre bestimmt, und es werden auch elektronische Verfremdungen eingebaut, und hier nähert sich Doran, so wie es empfinde, sehr stark seinem Mitspieler, und entstanden ist hiermit einer meiner liebsten Songs des Albums.

Ja, und so resümiere ich, dass ich diese grundsätzliche Verschmelzung beider Musiker am besten umgesetzt fühle bei den Songs, die vom Sound der E-Gitarre strahlen, also nicht die Tracks eins bis drei.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Disambiguation (7:06)
2 Ode to Johnny Doran (10:05)
3 The Day They Came (7:12)
4 Continuum V (5:44)
5 Taal Pravaah (3:40)
6 Mantra on an Irish Stream (5:55)
7 Haute Savoie (6:03)
8 Dark Slender Boy (5:53)

Besetzung

Christy Doran (acoustic & electric guitar)
Imran Khan (tabla)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger