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We Were Not Born To Survive
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Info
Musikrichtung:
Jazz/Klassik/Freie Improvisation
VÖ: 02.10.2026 (Speculative Records) Gesamtspielzeit: 47:57 Internet: https://www.aaronwyanski.com/ https://jazzfuel.com/ |

Mit der aktuellen Veröffentlichung, seinem Debüt We Were Not Born To Survive stellt sich der in Maine/USA lebende Komponist, Pianist, Pädagoge und Musikwissenschaftler Aaron Wyanski vor. Jazz und klassische Musik verbinden sich auf diesem Solo-Album in einer sehr freien und improvisierten Gestaltung.
Nun, Jazz und Piano-Solo-Alben, da gibt es sicher „klassische“ Beispiele, Vielen dürfte spontan Keith Jarrett mit seinem „Köln Concert“ einfallen. Mehr am Jazz orientiert ist dann „Thelonious Alone In San Francisco“ von Thelonious Monk, der ja für seine oft sperrige und kuriose Art zu musizieren bekannt ist. Doch bei Wyanski ist es freier, hier muss ich zum Beispiel an den Japaner Yosuke Yamashita denken, doch überraschenderweise sind seine Solo-Alben relativ ruhig gestaltet, wie zum Beispiel „Sparkling Memories“. Da muss ich dann nun doch noch weiter ausholen und lande unwillkürlich bei Cecil Taylor, hier verweise ich auf sein Album „Silent Tongues: Live Montreux Jazz Festival 1974“!!!
Doch wie passt nun We Were Not Born To Survive dazwischen? Laut Pressetext entstanden diese neun Songs bei Sessions im zeitlichen Rahmen von drei Wochen, und die Aufnahmen sollen völlig spontan aus dem Moment heraus entstanden sein, ohne ein vorgegebenes Ziel oder eine geplante Struktur. Hier fühle ich mich natürlich auch gleich in die Nähe der „Köln Concerts“ von Jarrett gerückt, doch spüre ich bei ihm mehr „Romantik“ und „Wärme“.
Dann konzentriere ich mich auf Thelonious Monk, und hier entdecke ich insofern Parallelen, dass Monk oft sehr perkussiv agierte und selbst für Jazzer mitunter als „schräg“ galt. Nun, etwas Monk mag in der Musik Wyanskis stecken, aber auch nur ansatzweise. Yamashita passt hier dann besser, aber hier muss ich dann aber zurückgreifen auf das, was der Japaner im Trio-Format vorstellte, beispielsweise das Album „Clay“. Doch so wild wiederum erschallt es auf dieser von mir vorgestellten Veröffentlichung dann nicht, denn Yamashita war seinerzeit absolut kompromisslos und ließ den Emotionen freien Lauf.
Denn Wyanski spielt „wissenschaftlicher“, nüchterner und sachlicher. Bei einigen Songs liegt er somit am ehesten zwischen Monk und Cecil Taylor, der jedoch auch viel wilder und ungezügelter agiert. Und hier gerät dann aus meiner Sicht ein anderer Aspekt in den Fokus, und das sind die Ansätze aus der ernsten, der klassischen Musik, und schon lande ich bei Arnold Schönberg. Ja, wenn ich alle diese verschiedenen Beispiele berücksichtige, kann ich in etwa das vereinen, was mir mit We Were Not Born To Survive entgegenschallt.
Mithin kann ich mich auf den Moment einstellen, oder besser auf die Momente, die der Künstler spontan zu einem Ganzen zusammenfügte, und ich kann entscheiden, ob ich folgen möchte oder nicht. Denn einlassen muss ich mich auf diese Spontaneität, dieses Entstehen aus dem Augenblick. Und hier entstehen dann sowohl entsprechend menschlich geprägte Emotionen als auch mitunter eine Art Kühle, auf all das muss man sich halt als Hörer*in einlassen können. Von meiner Subjektivität gesteuert, kann ich mich darauf einstellen, weil hier doch recht viele Einflüsse zusammenfließen und zum Ausdruck kommen. Wenngleich auch nicht spontan zugänglich, wohnt der Musik für mich dennoch eine Art Unterhaltungscharakter inne, und so kann ich den fliegenden Fingern des Protagonisten folgen und mich auf den hier entstehenden großen Raum einlassen. Somit macht es auch keinen Sinn, auf bestimmte einzelne Songs einzugehen, weil ich das Ganze als Einheit betrachte und auch so empfinde.

Trackliste
2 Hop to It (5:30)
3 Realm of Hungry Ghosts (7:56)
4 Bad Eyeball (Silly Little Thing) (3:03)
5 Light Burns Blue (6:52)
6 The Splurge (5:44)
7 It Won’t Come True (5:30)
8 Spondee (4:44)
9 Absence Without a Thought (4:43)
Besetzung
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

