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Reviews

Jan Prax

Traces Of Light


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 25.09.2026

(Double Moon Records)

Gesamtspielzeit: 52:59

Internet:

https://janprax.com/music
https://challengerecords.com/
https://www.newartsint.com/

Den aus Karlsruhe stammenden Saxofonisten Jan Prax hatte ich bereits mit Ascending vorgestellt, und dieser Modern Jazz konnte mich vollends überzeugen. So bemerkte ich abschließend, es als sehr vorteilhaft empfunden zu haben, dass man mit dem Einsatz von Tablas und einem Rap-Beitrag auch weitere Türen aufgestoßen hatte. Dennoch gefiel mir der nachfolgende Versuch, in den Bereich Fusion vorzudringen mit der Veröffentlichung Head To The Sky sehr viel weniger.

Wie wird es nun aussehen mit der neuen Veröffentlichung Traces Of Light? Neun Eigenkompositionen stellen sich vor. Gleich von Beginn an scheint die Musik an „Ascending“ anzuknüpfen und dessen Ausstrahlung, so bin ich gedanklich und gefühlsmäßig rasch wieder bei dieser spirituellen Ausrichtung eines Coltrane der Sechziger, bevor dieser sich zum freien Jazz aufmachte. Doch bereits mit „Elevation“ fühle ich mich „erhöht“ in diese Leichtigkeit des Spiels, dieses Losgelöstsein von starren Vorgaben, allein das sehr offene Spiel vom Schlagzeuger Zhitong Xu kann mich begeistern, herrlich, wie er seine Mitmusiker quasi antreibt!

Ja, und so werde ich unvermittelt sofort gepackt von dieser mitreissenden Vorstellung und bin gespannt, wie es mit “Cold Flame“ weitergehen wird. Und hier werde ich sofort mitgerissen durch dieses swingende Tempo! Rasch spüre ich diese Leidenschaft, hier spüre ich nicht nur den Geist von John Coltrane, sondern auch von Ornette Coleman und anderen Saxofonisten, die Anfang bis Mitte der Sechziger die Gestaltung einer neuen Richtung antrieben.

Hier ist es ganz besonders auch Pianist Carl-Henri Morisset, der mit seinem glanzvoll impulsiven Solo Akzente zu setzen weiss. Dann wird mit “Invocation“ zurückgefahren, eine typisch reine Ballade ist das jedoch nicht, hinsichtlich des Rhythmus' wird ein cooler Groove eingefügt, fast schon ein gewisses souliges Feeling macht sich breit. Und darüber hinaus bläst Prax sehr kraftvoll und auch ruhig, letztlich wirkt das wie ein kurzes Zwischenspiel, weil sich nachfolgend freiheitlicher Spielraum erneut entwickelt mit weiterer Intensität.

Nicht nur einmal fällt mit Drummer Xu auf mit seiner Art, Elemente des Broken-Time-Spiels und des Pulse Drummings einzubringen. Er ist ein wahres Energiebündel und bildet für die Gestaltung der solistischen Ausflüge von Saxofon und Piano den idealen Background! Und der erfahrene italienische Bassist Ricardo Del Fra versteht es, als verknüpfendes Element eine gewisse Ruhe einzubringen, kann aber auch „mitfliegen“.

Wie man eigentlich erwarten sollte, so wird man auch bei Traces Of Light mit der Schönheit einer Ballade verwöhnt, hier ist es “Hope In Bloom“, bevor sich dann irgendwie unerwartet, “Reverie“ anschließt. Und hier assoziiere ich spontan John Coltrane und zwar ganz speziell seine wunderschöne Ballade „Naima“! Ja, dieses Feeling wird auch hier transportiert! Und es ist auffällig und ungewöhnlich, dass sich mit “Compassion“ ein weiterer ruhiger Song einreiht! Zwar bleibt es auch zum Abschluss mit “Kindred Spirits“ noch ein wenig zurückhaltend, doch öffnet sich erneut diese speziell anklingende Spiritualität der Musik. Nun, jetzt allerdings hätte ich mir noch ein zweites “Cold Flame“ gewünscht! Denn das ist für mich der Höhepunkt dieser Veröffentlichung!!!



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Elevation (6:38)
2 Cold Flame (7:16)
3 Invocation (4:43)
4 Pursuit (7:03)
5 Hope in Bloom (6:02)
6 Reverie (6:13)
7 Traces of Light (5:04)
8 Compassion (4:00)
9 Kindred Spirits (5:55)

Besetzung

Jan Prax (saxophone)
Carl-Henri Morisset (piano)
Riccardo del Fra (double bass)
Zhitong Xu (drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger