Reviews
Polaroids
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Info
Musikrichtung:
Jazz Fusion
VÖ: 25.09.2026 Elle Street Records (Eigenlabel) Gesamtspielzeit: 41:11 Internet: https://emilingmar.com/ https://jazzfuel.com/ |

Emil Ingmar ist ein schwedischer Komponist und Pianist. Mit Polaroids legt er sein nunmehr drittes Album vor. Die Musik auf den zwölf Songs soll etwas ruhiger und zurückhaltender sein als auf den Vorgängern. Grundsätzlich kann man von einem Trio-Album ausgehen, eingespielt mit dem Bassisten Fredrik Jonsson und dem Schlagzeuger Calle Rasmusson. Auf zwei Songs wird erweitert durch den Saxofonisten Jonas Knutsson und einmal durch die Posaune von Markus Ahlberg.
Angeblich soll die Idee zum Albumtitel durch zwei Ereignisse entstanden sein, einmal durch die Geburt eines Kindes und damit verbunden die Wiederentdeckung einer alten Polaroid-Kamera, einer SX-70. Skandinavien und Jazz-Trios, sofort kann ich hier zwei Musiker heranziehen, die hier eine bedeutende Rolle spielen, einmal ist das Tord Gustavsen und dann Helge Lien, beide aus Norwegen, und aus Schweden zitiere ich dann e.s.t.(Esbjörn Svensson Trio). Bei den ersten beiden Songs von Polaroids passt ein Vergleich durchaus hinsichtlich der Ausrichtung dieses ganz speziellen Sounds der Nordländer.
Die drei Songs mit zusätzlicher Begleitung erweitern diesen Rahmen zwar, doch bleibt diese spezielle Ausrichtung. So kann man nicht allein klassischen Jazz heranziehen in Hinsicht auf die Gestaltung, das ist halt kein Piano-Trio-Jazz á la Oscar Peterson & Co.. Denn hier haben sich auch ganz dezent einige wenige Elemente eingeschlichen, die den Sound ein wenig mit sanften Rockrhythmen anreichern, und auch Spuren klassischer Musik kann man erlauschen.
Mithin ist die Musik von hoher Melodik und Rhythmik geprägt, mit sehr vielen emotionalen Inhalten ausgekleidet. Das eine oder andere Mal meine ich auch, einige Songs des Kollegen Keith Jarrett heranziehen zu können. Die drei Basismusiker bilden eine wunderbare Einheit und glänzen gemeinsam, wenn ich zum Beispiel den “Birch Song“ höre, dann strahlt mir ein hohes Maß an Schönheit im Ausdruck entgegen. Die zarte Melodienführung vermengt sich nahtlos mit den solistischen Ausflügen eines der wohl schönsten Songs des Albums, hier zudem mit einem hohen Anteil nordischer Stimmung inklusive.
So manch ein Song könnte für einen Filmsoundtrack herhalten, und die Intimität der Musik ist sehr poetisch im Ausdruck. “Stone Skippers“, das einzige Mal mit dem Posaunisten Markus Ahlberg, hebt sich ein wenig ab aus der Reihe einer relativ durchgehenden Stimmung, haftet die Musik hier auch rhythmisch mehr am Boden durch das mit einem dezenten Rockeinschlag versehene Schlagzeugspiel.
Und so scheint jeder einzelne Song eine eigene Geschichte zu erzählen, jedenfalls wird viel Raum gelassen für jeweilige, teils auch weitschweifende, Assoziationen. In diesem Sinne erwächst in mir der Eindruck, dass sich die Musik nicht nur allein zum Konsumieren anbietet, sondern auch zur individuellen Teilhabe. Und das sind sie also, die zwölf Aufnahmen mit der alten Polaroid-Kamera, ja, gut „geknipst“, Emil! Und zum Schluss des letzten Songs, "Polaroids (Outro)" hört man dann auch noch Vater und Sohn miteinander kommunizieren, schön, dass man den Kleinen noch eingebunden hat!

Trackliste
2 Bjurtjärn (3:56)
3 June (3:52)
4 Birch Song (4:33)
5 The Country (1:16)
6 Stone Skippers (4:35)
7 Little Sister (3:49)
8 Where Did You Go (5:18)
9 Long Days, Short Years (2:10)
10 Polar (4:45)
11 Home (1:49)
12 Polaroids (Outro) (2:56)
Besetzung
Fredrik Jonsson (double bass & electric bass)
Calle Rasmusson (drums)
Featuring:
Jonas Knutsson (saxophones - #3, 10)
Markus Ahlberg (trombone - #6)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

