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Schattenspiele
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Info
Musikrichtung:
Moderne Kammermusik
VÖ: 18.09.2026 (Fineline) Gesamtspielzeit: 53:56 Internet: https://www.gebhard-ullmann.com/ https://www.challengerecords.com/home https://www.martinaweinmar.de/ |

Die Musik des Berliner Musikers Gebhard Ullmann war bereits eigentlich immer als etwas Besonderes anzusehen, das stellte einst Kollege Ingo hier vor, und zuletzt hatte ich ihn “am Wickel“.
Ob im Jazz-Quartett-/Quintett-Format, als Sax-Duo oder als reiner Komponist für Klaviermusik, stets wusste er zu überzeugen!
Und nun wird das neueste Werk veröffentlicht mit Schattenspiele. Es gibt vier verschiedene Kompositionen, a) „Kleine Symphonie für Kammerensemble“, b) „Für Bassklarinette Alleine“, c) von einem „Saxophonquartett für Fünf Farben“ wird „Hell und Bunt“ bestritten, und d) gibt es den
„Gospel“ für die Bassklarinette solo.
Zunächst zu “Kleine Symphonie für Kammerensemble“, ja, das ist garantiert nichts für Ohren, die melodisch das Gewohnte erwarten, das ist in dem Zusammenhang der „Masse“ sicher bereits fordernd. Mich transportiert es jedoch durchaus spontan in Gefilde mir bekannter Hörerlebnisse, also, man sei nicht verwundert, ich muss sowohl an Carla Bley (“Escalator Over The Hill“) als auch an Frank Zappa denken!
Für die gewohnte Hörerschaft ist das mit Sicherheit eine „anstrengende“ Angelegenheit, werden doch Grenzen von direkt ansprechender und „hängenbleibender“ Komposition und die daraus mögliche Improvisation im Sinne von populärer Musik überschritten, so ist der erste Song für mich eindeutig in experimentellem Jazz, abseits von Bop jeder Art, angesiedelt. Klar, in diesem Sinne swingt hier eigentlich nichts, doch andererseits wird der Spontaneität Tür und Tor geöffnet, ich empfinde dann eher eine Mixtur aus Jazz und moderner klassischer Musik. Von den vier Teilen dieser „Suite“ ist Teil 2, genannt “II. Dunkle Schattierungen teilweise überlagert von rötlichen Pastelltönen“ mit etwa zehn Minuten der längste Part. Und es ist das für mich imposanteste Teilstück, diese schwelende Dramatik, diese Faszination, diese Überzeugung, mit der die „dunklen Schattierungen“ umgesetzt werden, ich muss mich nun nur noch konzentrieren, die „rötlichen Pastelltöne“ wahrzunehmen. Auf jeden Fall tauchen vor meinem geistigen Auge irgendwie auch Zitate aus klassischer Musik auf, entweder von den nordischen Klassikern, oder Ansätze von Ravel meine ich zu hören. Ob das so geplant war, vermag ich nicht zu beurteilen, es ist ein reines spontanes emotional erzeugtes Empfinden. Bei den Parts Drei und Vier sind es jeweils der Einsatz von Akkordeon sowie Vibraphone, und das verleiht den Songs einen wichtigen weiteren Ausdruck.
Verantwortlich ist hierfür das Ensemble LUX:NM ist ein Ensemble für zeitgenössische Musik aus Berlin, das sich in ihrer Ausprägung und Gestaltung kammermusikalischer Musik bereits bekannt machte und hier auch einwandfrei eingesetzt ist. In Hinblick auf Kammermusik, die ja vielleicht mitunter als steif und starr angesehen wird, ist das hier mit Sicherheit nicht der Fall angesichts der Lebendigkeit und Frische, indem hier die „Schattenspiele“ umgesetzt werden.
Ullmann bestreitet zwei seiner Schattenspiele solo, nur mit Bassklarinette, #5 & 11. Er nutzt hierbei die klangliche Bandbreite der Bassklarinette, und als Freund des Free Jazz fällt mir natürlich sofort eine Assoziation ein: zum Beispiel Eric Dolphy mit „God Bless The Child“, live am 8.September 1961 in Kopenhagen. Ja, der “Gospel“ trägt für mich etwas davon in diesen Soloparts!
“Hell und Bunt“, die fünf Farben für Saxophonquartett, das strahlt aufgrund dessen, dass hier nur Saxophone eingesetzt sind, ein stärkeres Jazz-Feeling als die anfängliche „Kleine Symphonie“ aus. Das Adumá Saxophonquartett bringt sehr viel Eleganz, Schwung und gar ein wenig Swing in die fünf einzelnen Titel, und bei “D. Turquois“ bedient man sich fernöstlicher Folklore, die wie selbstverständlich einfließen in das Gesamtbild und fantasievolle Hörabenteuer bieten. Ja, das ist unter dem Strich hervorragende fantasievolle/reiche Kammermusik der modernen Art inklusiver reichlicher Improvisationselemente. Und das Tüpfelchen auf dem „i“, die Musik erklingt in einem hervorragenden audiophilen Sound!

Trackliste
[5] Für Bassklarinette Alleine
[6-10] Hell und Bund (Fünf Farben für Saxophonquartett
[11] Gospel (Für Bassklarinette Solo)
Besetzung
Rike Huy (trumpet)
Ruth Velten (alto saxophone)
Florian Juncker (trombone)
Silke Lange (accordion)
Zoé Carter (violincello)
Vitalii Kylanytsia (piano)
Adam Weismann (vibraphone, bass drum)
Gebhard Ulllman (bass clarinet, the only performer, solo, on #5, 11)
Adumá Saxophonquartett (#6-10)
Irina Yudaeva (soprano saxophone)
Christian Schilf (alto saxophone)
Yunxi Cheng (tenor saxophone)
Kathrin von Kieseritzky (baritone saxophone)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

