Reviews
Dark
![]() |
Info
Musikrichtung:
Jazz
VÖ: 18.09.2026 (Klaeng Records) Gesamtspielzeit: 48:34 Internet: https://matthiasschwengler.de/ https://klaengrecords.de/de/home.html |

Lange ist es her, es war 2017, als ich mich durch die Musik des Trompeters Matthias Schwengler sehr angesprochen fühlte! Seine Musik stellte er in der ungewöhnlichen Trio-Besetzung mit Trompete, Bass und Gitarre vor. Für sein neues Album Dark unter der Bezeichnung Soulcrane feat. Laurent Derache sind sowohl Reza Askari (bass) als auch Philipp Brämswig (guitar)wieder dabei, nur hat man sich erweitert um den Akkordeonspieler Laurent Derache.
So zitiere ich mich selbst, als dass ich vor neun Jahren die Musik als sehr gelungen betrachtete, als sehr schön, mit einem ganz warmen Charakter und auf kammermusikalischem Niveau von hoher Güte. Im Grunde genommen gilt das, was ich einst ausführte, auch für Dark! Denn die Musik der elf Songs entführt mich in eine Welt, die von Stille, Wärme erfüllt ist und die voller lyrischer Momente strotzt. Derjenige, der stets ein wenig aus dieser Beschaulichkeit abhebt, ist Gitarrist Brämswig mit einigen pointierten Solobeiträgen.
Akkordeonist Derache bringt auf seine Weise mit seinem Instrument mehr folkloristische Elemente ein, gelegentlich auch in Richtung Balkan und mit dieser entsprechend musikalisch orientierten Ausrichtung, Doch letztlich treffe ich auf eine großartige Fusion der verschiedenen Ausprägungen, Musik, die von großer Schönheit erfüllt ist und durch die hervorragenden Musiker entsprechend professionell und überzeugend umgesetzt wurde. Man kann sich ganz einfach fallen lassen und dahinschweben, sehr stark ist dieses nachzuvollziehen auf dem Song „Spaces“, hier erzeugen die vier Musiker eine große Offenheit, die mich als Hörer quasi „zwingt“, mich hinzugeben und ganz einfach zu träumen, das ist großartig und auf ganz hohem Niveau, diese herrlich verträumte Stimmung.
Entgegen des Albumtitels Dark empfinde ich keine Dunkelheit mit ihren Schattenseiten, sondern als einen geheimen Zwang, sich von hellen und aufregenden Momenten ein wenig zurückzuziehen und die Dunkelheit als Ort des Besinnens auf sich selbst und der Friedlichkeit zu verstehen, und hier entsteht zwischen Musikern und Hörern*innen vielleicht eine Art romantisch geprägter Intimität. Und dabei fällt mir auf, dass ich so gar nicht an einem bestimmten Song „hängen bleibe“, sondern letztlich alle Stücke als Gesamtheit erlebe, und so fliegt die Zeit dann auch rasch vorbei, und, wie ich bereits erwähnte, ist es immer wieder Brämswig, der wichtige Akzente setzt, die übrigen Musiker natürlich auch, aber mehr in diesen stimmigen Gesamtsound investieren, und Schwengler selbst wieder mit gefühlvollem Spiel punkten kann. Ach ja, und wiederum fällt mir auf, dass ich gar nicht das Schlagzeug vermisse!

Trackliste
2 Accordion Interlude (1:12)
3 Quiet Little Place (5:03)
4 Bass Interlude (1:25)
5 Walk Of The Mummer (7:54)
6 Trumpet Interlude (0:59)
7 Change Of Scenery (7:01)
8 Spaces (6:01)
9 Guitar Interlude (1:14)
10 When She Was Minus Three (6:17)
11 Reason Implement (7:20)
Besetzung
Laurent Derache (accordion)
Philipp Brämswig (guitar)
Reza Askari (bass)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

