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Silence Is Complicity
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Info
Musikrichtung:
Jazz-Rock-Fusion/Avantgarde
VÖ: 11.09.2026 (dniproandkruchi) Gesamtspielzeit: 56:38 Internet: https://www.dimabondarev.com/de https://www.martinaweinmar.de/ https://dniproandkruchi.com/ |

Der Jazztrompeter Dima Bondarev stammt aus der Ukraine und begann im Alter von neun Jahren bereits, sich der Trompete zu widmen mit anschließender Entdeckung des Jazz, obwohl er zunächst klassische Musik studierte. Nach diversen Stationen in ukranischen Jazzensembles und Unterricht in Polen landete er schließlich in Berlin, wo er seit 2013 lebt.
Im Laufe seiner musikalischen Weiterentwicklung hatte er die Gelegenheit, mit namhaften Künstlern*innen des Genres zusammenzuarbeiten, wie zum Beispiel mit Kurt Rosenwinkel, Larry Grenadier, Wolfgang Muthspiel, Steve Turre oder der NDR Big Band. Zudem formierte er eine eigene Band und 2017 erschien unter seinem Namen das Debütalbum „I'm Wondering“.
Silence Is Complicity ist nun sein drittes Album als Bandleader und es wurde im Trioformat eingespielt, wobei der Trompeter von Igor Osypov (Gitarre, Bass, Keyboards) und Jim Black (Schlagzeug) begleitet wird. Wenn ich nun von Jazz schreibe, dann sollte man sich von dem Gedanken lösen, auf Modern Jazz zu treffen, kein Hard Bop, kein Free Jazz, keine Fusion in seichtem Sinne. Denn hier wird zwar fusioniert, aber mit kräftigen und satten Klängen, die gar ein wenig „unbequem“ klingen mit stark avantgardistisch geprägter Rock-Note.
Bondarev und Osypov setzen daneben noch auf Bearbeitung mit „fx“, also auf Effekte. Absolut wild und kraftvoll und ungezügelt startet der Reigen der elf Songs mit “Count On Yourself“, die Effekte werden hier bereits intensiv eingesetzt und lassen den Song auf gewisse Weise recht „unzugänglich“ wirken. Denn dieses Ungezügelte kommt mit Sicherheit nicht dem Massengeschmack nahe, sondern wird so manche Hörerinnen und Hörer vielmehr abschrecken.
Also sollte man sich erst einmal weit öffnen, um übliche Hörgewohnheiten beiseite zu legen. Auch Anhänger typischer Fusion der Siebziger, wie vom Mahavishnu Orchestra oder Return To Forever beispielsweise, dürften nicht unbedingt Gefallen finden an diesem recht freiem Spiel. So gibt es stets einzelne Songs, die völlig „holprig und zerhackt“ wirken, ein gutes Beispiel bietet sich mit „Noname“, wo Drummer Jim Black mehr improvisiert als dass er typische Rolle eines Rhythmusgebers ausfüllen würde.
Assoziationen könnte ich nun zu einigen Bands, seien es The Flying Luttenbachers oder zu einigen Veröffentlichungen von Christy Doran ziehen, doch schließlich verbreiten die drei Musiker ihre eigene Show und bedienen sich diverser Elemente der „Unbequemlichkeit“, neben dem Beschriebenen sind es plötzliche Rhythmuswechsel und andere „Plötzlichkeiten“, die unerwartet entgegenkommen. Und so wirkt die Musik weitestgehend sperrig und mit einem hohem Grad von Nicht-Emotionalität ausgestattet. Mitunter hat man dann jedoch den Eindruck, als würden verschiedene Spuren dargestellt werden, immer dann, wenn der Trompeter sich anschickt, mehr im Jazz-Modus zu argumentieren, kaum schweigt er, ändert sich die Stimmung, und ich empfinde einen Wechsel zwischen echten Dialogen der Drei und Passagen, wo man nebeneinander agiert ohne eine wirkliche Fusion.
Nun, dass Alles soll eigentlich ausdrücken, dass man Musik mit einem sehr hohem Grad an Individualität präsentiert und der man sich, will man einen echten Zugang finden wollen, wirklich genauer widmen sollte!

Trackliste
2 Temporarily Defocused (5:31)
3 Dialogue With The Rising Sun (4:28)
4 Noname (5:43)
5 John's Anthem (5:48)
6 Paul (5:35)
7 Labadee (5:06)
8 Peppi's Lullaby (6:27)
9 Making Waves (5:51)
10 Balaenoptera Physalus (4:32)
11 It's Always Sunday (3:2
Besetzung
Igor Osypov (guitar, bass, keys, fx)
Jim Black (drums)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

