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Reviews

Simon Kuhn

Containment


Info

Musikrichtung: Modern Jazz

VÖ: 28.08.2026

(Double Moon Records)

Gesamtspielzeit: 38:33

Internet:

https://www.jazzthing.de/
https://www.newartsint.com/
https://www.challengerecords.com/catalogue/7/

“JazzThing Next Generation Vol. 114“, in dieser Serie wird ein neues Talent der nächsten Generation präsentiert, das ist der Schlagzeuger Simon Kuhn mit seinem Debüt-Album Containment. Der junge Musiker, Anfang Zwanzig, wuchs in Düsseldorf auf, sollte auf Anraten der Eltern ein Instrument erlernen und entschied sich für das Schlagzeug. Und gleich vorweg – es war eine gute Entscheidung! Zunächst dem Rock zugewandt, wandelte der junge Mann alsbald sein Interesse mit der Hinwendung zum Jazz.

Kuhn schlägt mit diesem Album eine recht aussergewöhnliche Richtung ein, eine Besetzung mit Violine, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Nun, diesbezüglich gab es bereits Formationen, und stellvertretend fallen mir spontan zunächst folgende Formationen ein: Die Violinisten Regina Carter und Didier Lockwood bewegen/bewegten sich auf diesem Terrain. Doch hier hat nicht die hier anwesende Ania Badura als Violinistin die Rolle der Leaderin übernommen, das ist eben Kuhn. Und mit diesen acht Songs wurde auch eine andere Richtung eingeschlagen als von den Genannten. Bis auf den Titelsong, der von Ania Badura stammt, wurden alle übrigen Titel vom Protagonisten komponiert. Und nicht nur mit seinem Schlagzeugspiel kann er überzeugen, sondern auch mit diesen Kompositionen.

Dieses Quartett etablierte sich im Sommer 2023, und obwohl der Drummer der Leader der Band ist, stehen im Vordergrund zwangsläufig die solistischen Beiträge von Violine und Gitarre, doch wenn man genauer lauscht, etabliert sich im Laufe der Spielzeit eine Gruppendynamik, wobei letztlich alle Vier als eine Gemeinsamkeit auftreten.

Jan Schrüllkamp mit seinem klar akzentuierten Sound auf der Gitarre mit einem weichen Anschlag und einer warm klingenden Ausprägung im Spiel zeigt viele Ideen und stattet die Musik mit interessanten Klangfarben aus, und diese Art von Individualität gilt schließlich für alle Beteiligten.
Stets ist es eine anregende Angelegenheit, der Musik zu lauschen, stetige Wechsel in Stimmung und Rhythmus mit überraschenden Einschüben aller Beteiligten lassen die Zeit wie im Fluge vergehen. Hier wird sehr viel Frische verbreitet, eine mitreissende und spannende Stimmung geht von den gefühlvollen Interpretationen aus, und so lässt es sich auch Kuhn nicht nehmen, entsprechende Solobeiträge einzuflechten, insbesondere verweise ich hierzu auf das fantasievolle Solo auf “Moon Outshining The Sun Part 1“.

Auch gefallen mir ausgesprochen gut die Überleitung und der Anfang vom zweiten Teil dieser Mini-Suite, wenn sich die Violine und die Gitarre miteinander unterhalten zu scheinen, bis sich Bass und Schlagzeug nach und nach in die Konversation einschalten, das ist sehr schön und fantasievoll! Hinzu kommen mit den anderen Songs auch die diversen Einschübe in Richtung Hard Bop/Post Bop und ein wenig spielt man mit kammermusikalischen Aspekten, und immer steht, so empfinde ich es als Hörer, viel Emotion im Vordergrund der Darbietungen, im ersten Song spüre ich dann auch noch die Coolness und Abgeklärtheit, wie man sie Anfang der Sechziger etwa von Lee Konitz kannte.



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Containment (4:54)
2 Manumittere (2:38)
3 No.1 (4:59)
4 Thales Of Miletus (3:59)
5 Trio In A-Moll (2:27)
6 The Alchemist (8:08)
7 Moon Outshining The Sun Part 1(8:12)
8 Moon Outshining The Sun Part 2 (3:13)

Besetzung

Ania Badura (violin)
Jan Schrüllkamp (guitar)
Kevin Hemkemeier (double bass)
Simon Kuhn (drums)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger