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Hamelin
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Info
Musikrichtung:
Progressive Rock / Instrumental Rock / Cinematic Prog
VÖ: 18.04.2025 (ViciSolum Productions) Gesamtspielzeit: 43:13 Internet: http://www.kinggarcia.bandcamp.com |

Mit ihrem über einen Zeitraum von drei Jahren entstandenen Debüt Hamelin (Hameln) präsentieren King Garcia aus Athen eines der ungewöhnlichsten Instrumentalalben der letzten Zeit. Neben dem konventionellen Instrumentarium Gitarre, Bass und Schlagzeug (die im übrigen phantastisch miteinander harmonieren und toll zusammen klingen!) begeistert Alex Orfanos mit seinen inspirierten Beiträgen an Trompete und Klarinette anstelle des Gesangs.
Derart gut gerüstet, jongliert das Quartett in seinem von Filmen und Literatur inspirierten Sound unbekümmert und mitunter geradezu meisterhaft mit Kontrasten aller Art. So stehen das unwiderstehlich groovende „Sweat“ und das melancholische „Magnolia“, bei dem die Trompete besonders eindrückliche Akzente setzt, in schönster Eintracht nebeneinander. Das dagegen eher straight rockende „Sweat“ ist derart intensiv und auch für die Musiker fordernd, dass Drummer Kamil Kamieniecki am Ende des Videos so fertig ist, dass er fast von seinem Schemel plumpst!
Sehr gelungen ist auch das sich quälend langsam aufbauende und dabei immer bedrohlicher wirkende Neun-Minuten-Epos „The Day We Lost Everything“. Spätestens da wird einem klar, woher der Begriff „Cinematic Prog“ in der Stilbeschreibung kommt!
In dieser Hinsicht ist das majestätische „We Echo“ sogar noch deutlich stärker. Hier kreiert Alex Orfanos mit seiner Trompete eine Atmosphäre wie in einem klassischen Italo-Western! Eine ähnliche Ausdrucksstärke erreicht er im Titelstück „Hamelin“ mit seiner packenden Laut/Leise-Dynamik, hier allerdings mit Hilfe der Klarinette!
Noch mehr Exotik steuert Gastmusiker Konstantinos Lazos mit der Balkanflöte Kaval und der Gaida, dem archaischen griechischen Dudelsack, bei. Beim Anhören ist man immer wieder verblüfft, wie gut die einzelnen, auf den ersten Blick so gegensätzlich, wenn nicht gar unvereinbar scheinenden Komponenten zusammenpassen.
Aus all dem ergibt sich folgendes Fazit: Wer Instrumentalmusik mag und in dieser Sparte mal Lust auf etwas gleichermaßen Originelles wie Unorthodoxes hat, das kompetent und spielfreudig dargeboten wird, macht mit dieser 43 Minuten langen Scheibe einen ausgezeichneten Fang! Das Coverfoto wurde übrigens nicht in Hameln aufgenommen, sondern in London.

Michael Schübeler
Trackliste
| 1 | Prelude: Rats! | 1:22 |
| 2 | Anise | 6:08 |
| 3 | Sweat | 5:14 |
| 4 | Magnolia | 5:19 |
| 5 | Hamelin | 5:26 |
| 6 | We Echo | 5:40 |
| 7 | Closer | 4:56 |
| 8 | The Day We Lost Everything | 9:05 |
Besetzung
Kornilios Kiriakidis (Bass)
Kamil Kamieniecki (Drums)
Alex Orfanos (Trumpet & Clarinet)
Gäste:
Konstantinos Lazos (Gaida & Kaval)
Iakovos Molybakis (Percussion)
So bewerten wir:
| 00 bis 05 | Nicht empfehlenswert |
| 06 bis 10 | Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert |
| 11 bis 15 | (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert |
| 16 bis 18 | Sehr empfehlenswert |
| 19 bis 20 | Überflieger |

