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Reviews

Elsa Johanna Mohr / Flávio Nunes

Em Julho



Die Musik von Elsa Johanna Mohr / Flávio Nunes lernte ich kennen mit dem Album Passadinha, als Vorstellung der Zeitschrift JazzThing im Rahmen der Serie „Next Generation“. So, nun hat man sich wohl „freigeschwommen" mit dem neuen Album Em Julho, nun auf Double Moon/Challenge Records veröffentlicht. Die Düsseldorferin und der Brasilianer aus São Paulo sind erneut als Duo vorstellig geworden und präsentieren zwölf Songs. Teilweise sind es Eigenkompositionen und teilweise bedient man sich bereits etablierter Songs, wie zum Beispiel das wohl bekannteste darunter, „Corvocado“ von Antônio Carlos Jobim.

Insgesamt wird die Musik von einer warmen Atmosphäre durch die Stimmen, die Gitarren und subtile rhythmische Details bestimmt, dazu Elemente des Singer/Songwriter-Genres, manchmal schleicht sich auch ein gewisser Hauch Swing ein, wie man ihn mit Jazz assoziieren könnte. Sehr komplex sind auch die Rhythmen, wie man sie aus der brasilianische Musik gut kennt, von den beiden Akteuren wird das mit großer Leichtigkeit präsentiert, sehr lasziv wirkt es durchgehend, dabei klingt Elsa Johanna Mohr so sehr brasilianisch, dass man gar nicht glauben möchte, dass sie keine dortige Einheimische ist.

Und im Vergleich zum Vorgängeralbum fällt mir auf, dass sich diese Art von Authentizität noch ein wenig mehr durchgesetzt hat, die, sobald man sie so bezeichnen kann, „Ecken und Kanten“ von „Passadinha“ wurden nun fein abgeschmirgelt und der Sound ist einen Tick weicher geworden. Besonders angenehm auffällig ist das bei Songs wie „Tudo O Que Você Podia Ser“ oder „Joãozinho Boa Pinta“.

Und wenn dann „Corvocado ( Quiet Nights of Quiet Stars )“ erscheint, dann werden sofort Gedanken an die vielen verschiedenen Versionen dieses Klassikers freigesetzt, und so höre ich in Gedanken Stan Getz am Saxofon bezüglich seiner Version, die er mit Astrud Gilberto aufnahm. Auch hier wird der Song von einem sanft wiegenden Swing bestimmt. Darüber hinaus möge man hier lauschen, erklingt dieser Song doch auch mit einem deutschen Text, ebenso wie bei „Jaguar“ die deutsche Sprache eingearbeitet wird.

Ein großartiger Nachfolger, Musik für den Sommer, der aber auch Winterabende gemütlich machen könnte.
 



Wolfgang Giese

Trackliste

1 Agua De Coco (4:13)
2 Beijo Da Lua (3:49)
3 Que Bandeira (3:37)
4 Colo De Rio (3:24)
5 Jaguar (4:29)
6 Tudo O Que Você Podia Ser (2:47)
7 Em Julho (3:20)
8 Joãozinho Boa Pinta (2:39)
9 Nem Um Dia (4:47)
10 Corcovado (4:29)
11 Tico Tico No Fubá (3:01)
12 Madalena (2:57)

Besetzung

Elsa Johanna Mohr (vocals, percussion, guitar)
Flávio Nunes (guitar, vocals, percussion)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger