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Reviews

Horde

Hellig Usvart


Info

Musikrichtung: Unblack Metal

VÖ: 1994

(Nuclear Blast)

Gesamtspielzeit: 40:32

Das Intro „A Church Bell tolls amidst the frozen nordic Winds“ sagt bereits viel über das aus, was kommen soll, ohne bereits musikalisch etwas vorwegzunehmen. Denn die ruhigen Kirchenglocken haben nichts mit dem zu tun, was Horde musikalisch zu sagen haben, aber sie weisen auf den dezidiert christlichen Charakter des Soloprojekts von Jayson Sherlock hin. Der lange Titel hingegen ist recht typisch für Black Metal Bands, wie z.B. Cradle of Filth.

Hellig Usvart (Heilig unschwarz) ist der gezielte Versuch eine Alternative zu den sich dezidiert satanistisch gebenden Black Metal Bands der frühen 90er Jahre zu erschaffen.

Kaltes Gekeife, rasende Blastbeats und klirrende Gitarren gehören daher zum guten Ton. Gelegentlich wird dann tatsächlich eine Atmosphäre erreicht, wie man sie von frühen Cradle of Filth her kennt, wenngleich Sherlock qualitativ deutlich abfällt. Mit vielen Black Metal Combos der zweiten Reihe kann er sich aber gut messen. Dass die Produktion nicht das Gelbe vom Ei ist, teilen sich Horde mit vielen ähnlich gelagerten Bands ihrer Zeit.

Das Spannende sind natürlich die Texte. Paradigmatisch ist dabei das programmatisch betitelte „Invert the inverted Cross“, das ebenso wie die kurze Raserei „Blasphemous Abomination of the satanic Pentagram“ dazu aufruft blasphemische Symbole zu zerstören. „Thine Hour hast come“ macht dagegen, genau wie „Weak, feeble, dying Antichrist“, deutlich, dass die Zeit Luzifers bereits vorbei ist.

Sehr nahe an textlichen Atmosphären von Cradle of Filth befindet sich „An abandoned Grave bathes softly in the falling Moonlight“, ein reines Getrümmer, das uns auf einen nächtlichen Friedhof führt, und vor allem „Release and clothe the virgin Sacrifice“. In fast 100%iger CoF-Weise wird hier ein düsteres Ritual beschrieben, in dessen Zentrum eine nackte Jungfrau steht, die missbraucht und geopfert werden soll, in diesem Fall aber natürlich durch das Eingreifen eines Engels gerettet wird.

Hellig Usvart gehört als Exot und Kult-Scheibe in jede extreme Metal-Sammlung!



Norbert von Fransecky

Trackliste

1A Church Bell tolls amidst the frozen nordic Winds 1:03
2Blasphemous Abomination of the satanic Pentagram 0:47
3Behold, the Rising of the scarlet Moon 3:22
4Thine Hour hast come 4:06
5Release and clothe the virgin Sacrifice 5:38
6Drink from the Chalice of Blood 4:00
7Silence the blasphemous Chanting 5:37
8Invert the inverted Cross 3:10
9An abandoned Grave bathes softly in the falling Moonlight 5:10
10Crush the bloodied Horns of the Goat 2:24
11Weak, feeble, dying Antichrist 3:33
12The Day of total Armageddon Holocaust 1:42

Besetzung

Jayson Sherlock aka Anonymous (Voc, Git, B, Dr)
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So bewerten wir:

00 bis 05 Nicht empfehlenswert
06 bis 10 Mit (großen) Einschränkungen empfehlenswert
11 bis 15 (Hauptsächlich für Fans) empfehlenswert
16 bis 18 Sehr empfehlenswert
19 bis 20 Überflieger